Kampf um Olympia

Gössner: Die Schmerzen sind (noch) stärker

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Miriam Gössner.

Le Grand-Bornand - Miriam Gössner ist mit starken Rückenschmerzen vorzeitig vom Weltcup in Le Grand-Bornand abgereist. Im Kampf um die Olympia-Teilnahme will die 23-Jährige aber nicht aufgeben.

Miriam Gössner läuft die Zeit davon. Keine 60 Tage vor dem ersten Rennen bei den Olympischen Spielen in Sotschi musste die Biathletin am Wochenende vorzeitig vom Weltcup im französischen Le Grand-Bornand abreisen. Rückenschmerzen quälen die Garmischerin und machten Starts bei den letzten Rennen des Jahres unmöglich. Noch ist die Bayerin zwar hoffnungsvoll, dass sich die Situation rechtzeitig bis zum Saison-Höhepunkt im Februar bessert, die Aussichten scheinen jedoch düster.

Eigentlich wollte die 23-Jährige am Samstag im Sprint an den Start gehen und es einen Tag später in der Verfolgung versuchen, doch die Folgen ihres schweren Mountainbike-Unfalls behindern sie nun mehr als erwartet. „Miri hat uns gesagt, dass sie hier auf keinen Fall laufen will. Die Schmerzen waren zu groß“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang im ZDF.

Gössner musste im Sommer drei Monate mit den Training aussetzen, nachdem sie sich Anfang Mai in Norwegen vier Rückenwirbel gebrochen hatte und nur knapp einer Querschnittslähmung entgangen war. „Ich habe Schmerzen beim Aufstehen und wenn ich ins Bett gehe. Sie sind immer da“, sagte Gössner, die sich ihren Optimismus aber (noch) nicht nehmen lässt: „In diesem Winter zählt nur Sotschi. Da will ich dabei sein und um Medaillen mitkämpfen.“

Realistisch scheint das momentan nicht. In Hochfilzen schaffte es Gössner in ihrem bislang letzten Wettkampf vor einer Woche in der Verfolgung nach zehn Schießfehlern nur auf Rang 58, lediglich eine Athletin lag im Ziel hinter ihr - ein herber Rückschlag für die ehrgeizige Skijägerin.

Bei den Heim-Weltcups in Oberhof (3. bis 5. Januar) und Ruhpolding (8. bis 12. Januar) soll sie nun nach Möglichkeit wieder an den Start gehen. „Der Optimismus ist geblieben“, sagte Müssiggang mit Blick auf Olympia: „Wir werden sehen, ob sie in Oberhof einsatzfähig ist. Wir entscheiden jetzt von Tag zu Tag.“

Nicht einmal lange Autofahrten sind für Gössner momentan drin, der Schmerz quält sie bei jeder Bewegung. „Vor den Rennen geht es meistens noch, aber währenddessen und danach wird es schlimmer“, sagte sie. Noch ein bis zwei Jahre könnte sie die Unfallfolgen spüren, teilten ihr die Ärzte mit. Wirklich Gegenmittel gibt es nicht, trotzdem sagt Gössner: „Wenn man sich gerade ins Bett legt und den Rücken entlastet, dann geht es eigentlich schon wieder.“

Doch der Abstand zur Weltspitze bleibt trotz guter Laufzeiten immens. Bei ihren vier Starts reichte es bislang noch nicht für eine Platzierung unter den Top 40, die Olympianorm ist weit weg. „Aber man quält sich, weil man gut sein will und weil es einem Spaß macht. Sonst würde man das alles ja nicht machen“, sagt Gössner, die sich nicht unter Druck setzen lassen will: „Wenn ich es nicht zu Olympia schaffe, dann weiß ich wenigstens, dass ich alles dafür getan habe.“

Auch Magdalena Neuner, Gössners ehemalige Zimmerkollegin, traut ihrer engen Freundin den Start in Sotschi zu. Zugleich empfiehlt die zurückgetretene Rekordweltmeisterin Starts im zweitklassigen IBU-Cup. „Vielleicht ist es einfacher, wieder reinzukommen, wenn nicht alle drauf schauen und nicht alle Kameras drauf halten. Da könnte sie ein bisschen Abstand bekommen“, sagte Neuner der Augsburger Allgemeinen.

Ob Gössner den Weg über die 2. Liga des Biathlons gehen wird, ist noch unklar. Zunächst steht Training auf dem Programm. „Ich will im Januar wieder in der Form sein, die ich mir vorstelle“, sagt die Ex-Langläuferin. Der Weg dorthin scheint noch ein sehr langer zu sein.

sid

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