Auftakt in die neue DEL-Saison

"Erste Sahne": Meister EHC München peilt Titelhattrick an

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Der EHC Red Bull München will den dritten Meistertitel in Folge.

Titelverteidiger Red Bull München strebt den Hattrick an. Der Meister der letzten beiden Jahre ist in der DEL erneut Topfavorit.

München - Der Rekordtorjäger ließ schon vor dem ersten Bully seine Muskeln spielen. "Ich habe ein Haus gekauft, das kernsaniert werden muss. Da habe ich die Abbrucharbeiten geleistet", berichtet Patrick Reimer schmunzelnd: "Zu Hause den Hammer zu schwingen, war Teil der Vorbereitung."

Seine Kraft wird der Nationalspieler brauchen, wenn er ab Freitag in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit den Nürnberg Ice Tigers den Meister Red Bull München jagt. Denn die Aufgabe ist schwierig bis unlösbar: Der Titelverteidiger ist mit dem besten Kader und dem erfolgreichsten Trainer der Liga wieder Topfavorit.

"Erste Sahne" nennt der 34-Jährige das, was der Branchenprimus aufs Eis bringt. Die ohnehin exquisit besetzte Mannschaft, die 2016 und 2017 souverän durch die Play-offs marschiert war und den Silberpokal gewann, wurde durch Nationalspieler Patrick Hager noch einmal gezielt verstärkt - mit dem "wahrscheinlich komplettesten Spieler der Liga", wie Reimer meint.

EHC kaum zu stoppen - Wolfsburg, Köln und Berlin bissen sich die Zähne aus

Meisterkapitän Michael Wolf nimmt das Lob der Konkurrenten und Experten mit Humor. "Dann brauchen wir ja gar nicht mehr zu spielen", sagt der Ex-Nationalspieler, der im Herbst seiner Karriere in München sein Glück gefunden hat. Mit Startrainer Don Jackson an der Bande und dem teuersten Team der Liga auf dem Eis hat sich Wolf den Traum vom Titel erfüllt - gleich zweimal in Folge.

"Wir sind wahnsinnig gut besetzt", gibt der 36-Jährige zu und lobt Jackson, den mit sieben Meisterschaften erfolgreichsten Trainer der DEL-Geschichte: "Er hat ein System entwickelt, das es dem Gegner unglaublich schwer macht."

Wie schwer, spürte unter anderem Vizemeister Grizzlys Wolfsburg, der in den vergangenen beiden Spielzeiten nur eines von neun Finalspielen gegen München gewann. Auch die Mitfavoriten Kölner Haie (2016) und Eisbären Berlin (2017) bissen sich in den Halbfinals die Zähne aus. Ist der EHC überhaupt zu schlagen?

Schwerer Stand in der Deutschlands Fußball-Hauptstadt

Schwieriger ist für Wolf und Co. der Kampf um mehr Aufmerksamkeit in der Fußballstadt München. Zwar steigerte der Meister seinen Zuschauerschnitt in der Hauptrunde auf 4858, liegt aber nur im Mittelfeld der Liga. Die vom Geldgeber Red Bull geplante neue Arena, die zusammen mit den Basketballern des FC Bayern genutzt werden soll, lässt weiter auf sich warten. Über die Baukonzession wird noch verhandelt, die Ausschreibung, die Zustimmung des Stadtrates und die Prüfung des Bauantrages kommen danach. Frühestens im nächsten Jahr könnte der erste Spatenstich erfolgen, ein Umzug zur Saison 2019/20 ist eher unwahrscheinlich.

Vorerst müssen die Münchner weiter in der veralteten Olympia-Eishalle spielen, dreimal ziehen sie im kommenden Winter in die 10.000 Besucher fassende Olympiahalle um. "Wir finden immer mehr Zuspruch", meint Wolf.

Ein Rennen hat der Stürmer allerdings schon aufgegeben. 302 Tore hat der frühere Iserlohner in seiner DEL-Karriere erzielt, drei weniger als Rekordschütze Reimer. "Patrick wird am Schluss gewinnen", glaubt Wolf, "weil er ein bisschen jünger ist und in den letzten Jahren das eine oder andere Tor mehr geschossen hat." Vielleicht auch, weil er zu Hause den Hammer geschwungen hat.

SID

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