Biathlon in Östersund

Sturmabsage und treffsichere deutsche Männer

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Arnd Peiffer lief in Östersund aur Rang fünf.

Östersund - Für die zuletzt so gescholtenen Biathleten war der Samstag beim Weltcup in Östersund eine Art Befreiungsschlag. Am Sonntag fegte der Sturm durch das Stadion, das Damen-Rennen wurde abgebrochen, das Männer-Rennen abgesagt.

Arnd Peiffer musste sein Biathlon-Gewehr erst gar nicht schultern, Evi Sachenbacher-Stehle stand vor dem Sturmabbruch erstarrt am Schießstand von Östersund. „Das Stehendschießen, das erste, das war einfach nicht machbar. Da hat der Wind geblasen. Ich bin da ewig gestanden, und habe gedacht, ich kann nicht abdrücken. Das hatte nichts mehr mit einem fairen Wettkampf zu tun“, sagte die Langlauf-Olympiasiegerin, die sich als Skijägerin immer besser macht.

Bis zu dem von allen Seiten gelobten Abbruch während des dritten Schießens und der dann folgenden Absage der Männer-Verfolgung am Sonntag hatten Evi Sachenbacher-Stehle, Andrea Henkel, Miriam Gössner, Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Laura Dahlmeier genau wie ihre Konkurrentinnen kaum eine Scheibe getroffen. „Es war zu schwierig zu schießen, da macht es keinen Sinn“, sagte Rennleiter Borut Nunar.

Die Wettkampf-Jury zeigte wie schon bei der Verlegung des Damen-Einzels am Mittwoch Rückgrat und sammelte mit der Entscheidung für die Athleten erneut Sympathiepunkte. „Wenn nach Außen rüberkommt, die Athleten haben gar nichts mehr drauf, die treffen ja keine Scheibe mehr, dann ist das nicht gut für unseren Sport“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

„Das war nur richtig und konsequent. Man kann nicht sagen, wir probieren es noch mal, wenn sich die Bedingungen nicht entscheidend verbessert haben“, meinte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner. Dabei hatte sein Team im Verfolger alle Chancen auf den ersten Podestplatz im Olympia-Winter. Nachgeholt wird das Rennen nicht.

Mit einer guten Treffer-Quote am Schießstand hatten sich am Vortag im Sprint vor allem Arnd Peiffer (Platz 5/1 Fehler), Erik Lesser (7/0), Daniel Böhm (15/1), Christoph Stephan (16/1) und Florian Graf (20/2) viel Selbstvertrauen geholt. Seinen zweiten Saisonsieg im zweiten Rennen feierte der Franzose Martin Fourcade.

Nach den vielen Fahrkarten mit dem Gewehr gerade in der letzten Saison haben die Skijäger gezeigt, dass sie ihr Handwerk doch beherrschen. Neben der achtmaligen Weltmeisterin Henkel haben sich bereits Peiffer, Lesser und Böhm die Olympia-Norm gesichert.

Nach zunächst nicht ganz so starken Leistungen in der Mixed-Staffel und in den beiden Einzel-Wettbewerben zeigte das Männerteam vor allem im Sprint-Wettkampf bei minimaler Fehlerquote mit den fünf Top-20-Plätzen eine feine mannschaftliche Leistung. „Für das Selbstvertrauen war das gut. Wir waren häufig bei denen, die zu viele Fehler geschossen haben. Es war ganz wichtig, dass sie gezeigt haben, dass es besser geht“, sagte Kirchner.

Im Männerteam ist die Konkurrenz groß. Die erkrankten Andreas Birnbacher und Simon Schempp wollen beim nächsten Weltcup in Hochfilzen wieder ins Team zurückkehren. Mit zwei Siegen im IBU-Cup hat sich zudem Benedikt Doll für einen Einsatz empfohlen. „Es kann sich keiner von uns sicher fühlen. Das treibt uns nach vorne“, sagte Böhm. Spannend wird sein, wie Kirchner und Fritz Fischer ihr Team aufstellen werden.

dpa

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