Finale um den DEL-Titel

"Ein bisschen Feuer" zwischen München und Wolfsburg

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EHC-Coach Don Jackson (r.) wurde schon sechs Mal Deutscher Meister.

München - Vier Siege noch. Dann ist entweder München oder Wolfsburg deutscher Eishockey-Meister. Der EHC geht als Favorit in die Final-Serie und hat einen Erfolgsgaranten in seinen Reihen. Die Grizzlys wählen für den Coup neue Wege.

Eine Premieren-Meisterfeier hat das deutsche Eishockey sicher. Ob nun der zum Finanz-Krösus aufgebaute EHC München oder die seit Jahren konstanten Grizzlys Wolfsburg den Silberpokal gewinnen - ein Klub kürt sich in jedem Fall zum ersten Mal zum Titelträger. Um die Historie schert sich DEL-Rekordtorjäger Michael Wolf jedoch herzlich wenig. Eine Besonderheit sieht der Münchner Kapitän in der Final-Serie vor dem Auftakt an diesem Freitag (19.30 Uhr ServusTV und im Live-Ticker auf Merkur.de) deswegen nicht. „Beide Mannschaften schauen nur darauf, was sie erreichen wollen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Mit 35 Jahren will er seine erste Titel-Chance nutzen und seine Karriere krönen. Auch der von Red Bull großzügig ausgestattete EHC steht nach dem Aufstieg 2010 erstmals in den Endspielen. Mit dem größten Etat der Deutschen Eishockey Liga (DEL) von geschätzten 12,5 Millionen Euro und Don Jackson als erfolgreichstem Coach der 14 Klubs hat sich München zum Sieganwärter Nummer eins entwickelt. „Es war klar, dass wir die Favoritenstellung haben. Aber ich denke, die Chancen sind ziemlich ausgeglichen“, sagte Wolf zwar bescheiden.

Erfolg für die Aufmerksamkeit

Doch nach dem Selbstverständnis des Hauptsponsors hat der Titel am Ende der Best-of-Seven-Serie nur beim Vorrunden-Sieger etwas verloren. Der Anspruch des Trainers Jackson, der mit Berlin fünf Titel in sechs Jahren gewann, ist das sowieso. München stellte 1994 mit dem EC Hedos und 2000 mit den Barons schon einmal den Meister. Eishockey ist allerdings trotz der Ambitionen nicht etabliert, die Konkurrenz im Fußball und Basketball ist enorm. „Es würde helfen, wenn wir den Meistertitel holen. Der Erfolg würde vielen Leuten Recht geben und mehr Aufmerksamkeit einbringen“, erklärte Wolf.

In der Hauptrunde kamen im Schnitt 4603 Besucher in die rund 6100 Zuschauer fassende Olympia-Eishalle. Mit Arenen wie in Berlin und Köln, in die regelmäßig mehr als 12 000 Leute strömen, kann keiner der beiden Titel-Kandidaten mithalten. Die Grizzlys werden in der Statistik auf dem letzten Platz geführt. So wird das DEL-Finale 2016 eine Serie mit einer Minuskulisse.

Grizzlys geben Team "bestmögliche Bedingungen"

In der niedersächsischen Auto-Stadt ist die Vorfreude auf die zweiten Endspiele der Vereinsgeschichte groß. Diesmal soll es anders laufen als bei der Niederlage gegen Berlin 2011. „Diese Mannschaft hat etwas Besonderes“, lobte Trainer Pavel Gross. „Wir blocken so viele Schüsse wie selten zuvor. Jeder macht es, jeder will den Erfolg.“

Für die Sensation will Manager Karl-Heinz Fliegauf seinem Team bestmögliche Bedingungen“ bieten. Ausnahmsweise steigt der Hauptrunden-Vierte für die Auswärtsspiele von Braunschweig aus in den Flieger, statt wie sonst mit dem Bus durch das Land zu touren. Das sei „ein Zeichen an die Mannschaft, betonte Fliegauf.

Unter seiner Führung hat sich der vom VW-Konzern mitfinanzierte Klub in der Liga Respekt verschafft. Kein Team trat in den vergangenen Jahren so konstant auf, viermal nacheinander erreichten Gross' Profis mindestens das Halbfinale - und überraschten dabei schon den EHC.

Im Viertelfinale 2015 gewannen die Wolfsburger alle vier Partien gegen den Mitfavoriten und ließen dessen Saison im Desaster enden. „Wir wissen, dass wir das Werkzeug haben, um unseren Job zu erledigen“, stellte Münchens Jackson jetzt klar.

Die Final-Serie zwischen dem EHC Red Bull München und den Grizzlys Wolfsburg

Spiel 1: EHC Red Bull München - Grizzlys Wolfsburg 2:1 nach Overtime

Spiel 2: Grizzlys Wolfsburg - EHC Red Bull München

dpa

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