Winterspiele in Sotschi 2014

Biathlon-Paukenschlag: Russland droht Olympia-Disqualifikation - Deutschland könnte profitieren

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 holte die deutschen Biathleten Simon Schempp (l.), Erik Lesser (2.v.l.), Arnd Peiffer (2.v.r.) und Daniel Böhm (r.) Staffel-Silber.
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Bei den Olympischen Winterspielen 2014 holte die deutschen Biathleten Simon Schempp (l.), Erik Lesser (2.v.l.), Arnd Peiffer (2.v.r.) und Daniel Böhm (r.) Staffel-Silber.

Die deutschen Biathlon-Männer könnten nachträglich Staffel-Gold von den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi erhalten. Wegen eines Dopingfalls droht den damals siegreichen Russen die Disqualifikation.

  • Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi holten die deutschen Biathleten Silber in der Staffel.
  • Wegen eines Dopingfalls könnte Deutschland nun nachträglich Gold bekommen.
  • Im deutschen Lager spricht man von einem „faden Beigeschmack“.

Antholz - Im Februar 2014 grinsten Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp mit ihren Silbermedaillen um den Hals in die Kameras. Sechs Jahre später winkt der deutschen Biathlon-Staffel nachträglich sogar Gold von den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Wie der Weltverband IBU am Samstag im Rahmen der WM in Antholz mitteilte, werden Jewgeni Ustjugow, mit der russischen Staffel vor sechs Jahren Olympiasieger wurde, wegen des Verstoßes gegen Anti-Doping-Regeln alle Ergebnisse zwischen dem 27. August 2013 und dem Ende der Saison 2013/14 aberkannt. Als Grund nannte die IBU die Verwendung des anabolen Steroids Oxandrolon.

Biathlon: Bekommt Deutschland nachträglich Olympia-Gold?

Das deutsche Quartett hatte in Sotschi den zweiten Platz belegt, Schlussläufer Schempp hatte sich im Zielsprint dem Russen Anton Schipulin um 3,5 Sekunden geschlagen geben müssen. Nun könnte es doch noch Gold werden - die Entscheidung über eine nachträgliche Disqualifikation der russischen Staffel und eine Neuvergabe der Medaillen kann aber nur das Internationale Olympische Komitee (IOC) treffen.

Die IBU hatte im November 2018 auf Grundlage der Daten aus dem Moskauer Labor-Informations- und Management-System (LIMS) Verfahren gegen Ustjugow, der 2010 bereits Olympiagold im Massenstart gewonnen hatte, und drei weitere russische Biathleten eingeleitet.

Darunter war auch die ebenfalls bereits zurückgetretene Swetlana Slepzowa, Staffel-Olympiasiegerin von 2010. Deren Resultate strich die IBU ebenfalls für den Zeitraum vom 22. März 2013 bis zum Ende der Saison 2013/14 wegen Verwendung des Anabolikums Ostarin aus den Ergebnislisten. Sowohl Ustjugow als auch Slepzowa haben 21 Tage Zeit, das Urteil der IBU vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anzufechten.

Derweil ist die Biathlon-WM 2020 in Antholz in vollem Gange. Am Samstag steht der Sprint der Herren auf dem Programm. Diesen können Sie im Live-Ticker von chiemgau24.de* verfolgen.

Biathlon-Weltverband IBU eröffnet weiteres Verfahren gegen Russen Ustjugow

Erst am Donnerstag hatte die IBU bekannt gegeben, dass gegen Ustjugow wegen Unregelmäßigkeiten in dessen biologischem Pass zwischen Januar 2010 und Februar 2014 ein weiteres Verfahren eröffnet wurde. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS hat der 34-Jährige, der seine Karriere nach der Saison 2013/14 beendet hatte, bei einem Gericht in Österreich Klage gegen die in Salzburg ansässige IBU eingereicht.

Im vergangenen Dezember am Rande des Weltcups in Hochfilzen hatte die ARD-Dopingredaktion berichtet, dass unter anderem Ustjugows Daten im Moskauer Kontrolllabor manipuliert worden sein sollen. „Wir haben die Beweise, wir haben auch festgestellt, dass Daten gelöscht worden sind. Teilweise konnten wir sie wiederherstellen“, sagte Chefermittler Günter Younger von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Biathlet Erik Lesser: „Würde mich freuen, als Olympiasieger meine Karriere beenden zu können“

Bereits damals war die leise Hoffnung auf einen nachträglichen Olympiasieg im deutschen Lager erwachsen. „Wenn es so kommen sollte, würden wir alle die Siegerehrung zu Hause im Garten nachspielen. Ich würde mich natürlich freuen, als Olympiasieger meine Karriere beenden zu können“, sagte Lesser. Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter bei den deutschen Biathleten, sah jedoch einen „faden Beigeschmack“ und erklärte: „Es ist nicht so, wie man sich das als Athlet wünscht. Es ist nicht wie bei Olympia mit dem ganzen Drumherum und der Atmosphäre.“

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionnetzwerks.

SID

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