Auch Dahlmeier stark

Biathlet Lesser schafft es aufs Podest

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Von links: Erik Lesser, Johannes Thingnes Boe und Anton Shipulin

Le Grand-Bornand/Berlin - Skijäger Erik Lesser glänzt beim Weltcup in Frankreich mit Platz zwei, Laura Dahlmeier überzeugt mit Platz fünf.

Erleichtert streckte Erik Lesser die Arme in die Luft und lief schon fast wie ein Sieger über die Ziellinie. Mit seinem zweiten Platz in der Verfolgung beendete der Thüringer die Durststrecke der deutschen Biathleten und sorgte in Le Grand-Bornand endlich für den ersten Einzel-Podestplatz des Olympiawinters. In den letzten Rennen vor der Weihnachtspause überzeugten die Skijäger in Frankreich fast auf ganzer Linie, Laura Dahlmeier feierte bei den Frauen als Fünfte das beste Ergebnis ihrer jungen Karriere.

„Bis zur vierten Runde hat es richtig Spaß gemacht, danach dann nicht mehr. Am letzten Anstieg bin ich eingegangen“, sagte der entkräftete Lesser im ZDF. Ohne Schießfehler hatte der Frankenhainer hinter dem erneut siegreichen Norweger Johannes Thingnes Boe (1 Fehler), der bereits im Sprint triumphiert hatte, aber so viel Vorsprung, dass ihn niemand mehr abfangen konnte. Der 25-jährige Lesser gab auf den letzten Kilometern alles und feierte mit 37,5 Sekunden Rückstand das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. „Ich bin sehr zufrieden, das Wochenende war durchweg positiv“, sagte Lesser, der am Freitag mit der Staffel auf Rang zwei gelaufen war.

Auch Teamkollege Christoph Stephan (Oberhof/1 Fehler) war glücklich. Der 27-Jährige schaffte als Siebter überraschend die Norm für die Winterspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar). „Es ist ein Erfolg, wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben“, sagte der ehemalige Vize-Weltmeister im Einzel, der drei Jahre darum kämpfte, in die DSV-Mannschaft zurückzukehren.

Vollkommen zufrieden war auch die 20 Jahre alte Dahlmeier. Nachdem sie die deutsche Staffel am Donnerstag als Schlussläuferin bereits zum ersten Saisonsieg geführt hatte, leistete sich die 20-Jährige aus Partenkirchen keinen einzigen Schießfehler und brachte alle ihre 40 Schüsse in den Wettkämpfen ins Ziel. Zur Belohnung gab es mit den Plätzen zehn (Sprint) und fünf (Verfolgung) ihre bisher besten Resultate. „Der Weltcup war wirklich super, es hat richtig viel Spaß gemacht“, sagte Dahlmeier.

Auch Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) und Franziska Preuß (Haag) hatten bei traumhaften Bedingungen und strahlendem Sonnenschein Grund zum Jubeln. Das Duo belegte am Samstag im Sprint ohne Schießfehler den geteilten sechsten Platz und erfüllte damit ebenfalls die Olympianorm. „Es ist schön, dass das Thema jetzt abgehakt ist“, sagte Hildebrand. Preuß meinte: „Das ist cool! So richtig kann ich das noch gar nicht glauben.“

Die Routiniers Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) hatten hingegen wenig Grund zur Freude. Beim Sieg der Ukrainerin Walj Semerenko reichte es am Sonntag nach schwachen Vorstellungen am Schießstand nur zu den Plätzen 31 und 32. Auch für Andreas Birnbacher (Schleching) auf Platz 27 und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) auf Rang 43 endete der dritte Weltcup der Saison im Verfolger enttäuschend. Simon Schempp (Uhingen) schaffte es als 19. immerhin noch unter die Top 20.

Aus der Heimat musste Miriam Gössner die letzten Rennen des Jahres verfolgen. Wegen zu starker Rückenschmerzen war die 23-Jährige vorzeitig aus Garmisch abgereist. Die Folgen ihres schweren Mountainbike-Unfalls, bei dem sie sich mehrere Rückenwirbel gebrochen hatte, quälen die Garmischerin weiter. „Miri hat uns gesagt, dass sie hier auf keinen Fall laufen will. Die Schmerzen waren zu groß“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Die kurze Weihnachtspause will Gössner nutzen, ehe es Anfang Januar mit den Heim-Weltcups in Oberhof (3. bis 5. Januar) und Ruhpolding (8. bis 12. Januar) weitergeht. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen soll die zweimalige Staffel-Weltmeisterin dann wieder an den Start gehen. „Wir werden sehen, ob sie in Oberhof einsatzfähig ist. Wir entscheiden jetzt von Tag zu Tag“, sagte Müssiggang.

sid

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