WM als Abschiedstour: Krupps Vertrag läuft aus

Die Zukunft von Bundestrainer Uwe Krupp ist mehr als ungewiss
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Die Zukunft von Bundestrainer Uwe Krupp ist mehr als ungewiss

Gelsenkirchen - Die Heim-WM als Abschiedstournee: Für Uwe Krupp hat mit der Weltmeisterschaft im eigenen Land wohl die letzte Mission als Eishockey-Bundestrainer begonnen. Die Nachfolge-Debatte schwelt längst.

“Vier Jahre sind eine lange Zeit, egal, wo man als Trainer ist“, sagte der 44-Jährige schon vor dem Eröffnungsspiel gegen die USA am Freitag. Sein Vertrag läuft nach dem Turnier aus, mit einer weiteren Amtszeit rechnet kaum jemand. Die Nachfolge-Debatte schwelt längst, Altmeister Hans Zach und der langjährige Schweiz-Coach Ralph Krueger gelten als heißeste Kandidaten.

Auf dem Eis und an der Bande brennt Krupp wie eh und je für seinen Job, doch die harte Kritik der vergangenen Monate und die Dauer-Fehde mit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben ihn zermürbt. Hinzu kommen private Sorgen um seine krebskranke Frau Valerie, die ihn kurz vor den Titelkämpfen schon an den Rand des Rücktritts brachten. Er machte nur weiter, weil sie ihn dazu überredete. “Was nach der WM ist, ist völlig offen“, betonte Krupp jedoch.

Erst nach Turnierende soll es ein Gespräch mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) geben. “Wir müssen abwarten, was er will“, meinte Verbandschef Uwe Harnos. DEB-Generalsekretär Franz Reindl beteuerte: “Ich wäre glücklich, wenn wir mit Uwe Krupp weiterarbeiten könnten.“ Schließlich ist der einstige Weltklasse-Verteidiger einer der wenigen internationalen Stars des WM-Gastgebers, bestritt mehr als 800 Spiele in der nordamerikanischen NHL und gewann als bislang einziger Deutscher den Stanley Cup.

Als Bundestrainer musste Krupp jedoch nach hoffnungsvollem Start zuletzt bittere Rückschläge verdauen. Die WM in Bern im Vorjahr wurde zum Desaster, nur die Gastgeber-Rolle in diesem Jahr rettete die DEB-Auswahl vor dem Abstieg. Von Olympia in Vancouver blieben vier Niederlagen in vier Spielen und die Erkenntnis, dass das deutsche Eishockey weiter entfernt ist von der Weltspitze als je zuvor.

Der Umgang mit dem Misserfolg fällt Krupp sichtlich schwer. “Irgendwann kommt ein Punkt, wo Du nicht mehr liest, was in der Zeitung steht, was im Internet steht“, behauptete er zwar. Doch im Vergleich zu seinen ersten Jahren im Amt ist der Coach dünnhäutig, misstrauisch und zuweilen einsilbig geworden.

Bereits vor Olympia in Vancouver hatte Krupp von der Heim-WM als “Abschluss“ gesprochen. Der Kölner ist den Streit mit der DEL um die Nachwuchsarbeit, die starren Strukturen im Verband und die oft überzogenen Ansprüche der Öffentlichkeit leid. Schon lange nennt Krupp einen Cheftrainer-Posten in der NHL als Ziel, auch wenn der Weg dorthin beschwerlich ist.

Sollte sich der DEB tatsächlich nach einem neuen Bundestrainer umsehen müssen, ist mit dem frischgebackenen Meistermacher Zach wohl ein alter Bekannter erste Wahl. “Wenn jemand etwas von mir will, kann er mich anrufen“, sagte der “Alpen-Vulkan“ nach dem Titelgewinn mit den Hannover Scorpions.

Der 61-Jährige war bereits von 1998 bis 2004 Bundestrainer und 2003 für den bislang letzten Viertelfinal-Einzug eines DEB-Teams bei einer WM verantwortlich. Bei der Eröffnungsparty “auf Schalke“ am Freitag kehrte Zach schon auf die deutsche Bank zurück - als Trainer beim “Spiel der Legenden“.

dpa

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