Temperaturen machen Probleme

"Manche hatten gar nichts drunter"

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Sehr sommerlich angezogen: US-Langläuferin Sophie Caldwell.

Sotschi - Die frühlingshaften Temperaturen bei den Olympischen Winterspielen werden allmählich zum Problem - zumindest für die Athleten.

Langläuferinnen im Sommer-Outfit, erste Heuschnupfen-Attacken und Sonnencreme als wichtiges Utensil: Der Frühling hält die Olympischen Winterspiele in Sotschi immer fester im Griff. Bei knapp 20 Grad und strahlend blauem Himmel gerieten Athleten und Zuschauer am Donnerstag mächtig ins Schwitzen - und kleideten sich mitunter ausgesprochen leger.

„Es waren Amerikanerinnen dabei, die hatten gar nichts drunter“, sagte Langlauf-Bundestrainer Frank Ullrich über seine genauen Beobachtungen während des 10-km-Rennens der Frauen im klassischen Stil. Stefanie Böhler verschaffte sich während des Wettkampfes auf andere Weise zusätzliche Erfrischung: Der deutsche Mannschaftsarzt Andreas Kindt war vor dem Start als Schneider gefragt, mit seiner Schere schnitt er kurzerhand die Ärmel an den Trikots ab. „Der Doc hat schnipp-schnapp gemacht“, sagte Böhler.

Die Organisatoren in Sotschi geben sich trotz der für Winterspiele unpassenden Witterung weiter betont gelassen, auch wenn es zu einer ersten Änderung im Wettkampf-Programm kommt. Die Rennjury entschied, die Kombinations-Abfahrt der Männer am Freitag um eine Stunde auf 7.00/10.00 Uhr MEZ/OZ vorzuverlegen.

Den Mit-Favoriten Bode Miller besänftigte aber auch diese Maßnahme nicht, der Amerikaner sieht angesichts der immer weicheren Piste seine Felle davonschwimmen. Bei den Verhältnissen und der leichten Verkürzung der Strecke sei die Abfahrt so einfach geworden, „dass sie überhaupt keine Herausforderung mehr darstellt“, schimpfte Miller, mittlerweile eher Abfahrts- als Slalomspezialist.

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Sein hitziger Ausbruch ließ die Organisatoren kalt. „Wir haben noch keine großen Einschränkungen erfahren. Bislang konnten alle Wettbewerbe nach Plan durchgeführt werden“, sagte OK-Sprecherin Alexandra Kosterina, während IOC-Sprecher Mark Adams betonte, dass man die Wetterlage „entspannt und wachsam“ beobachte.

Sportler und Fans stellten sich auf die warme Witterung in Sotschi und der Bergregion Krasnaja Poljana schnell ein. Während zahlreiche Langläuferinnen ihr Rennen auf rund 1400 m Höhe im Frühlings-Look absolvierten und Kombinierer Björn Kircheisen ein Sonnenbad nahm („fast wie im Urlaub“), verfolgten drei kanadische Fans den Slopestyle-Sieg des Amerikaners Joss Christensen mit freiem Oberkörper. Erkältungsgefahr bestand nicht, da bereiteten die ersten Heuschnupfenattacken schon größere Probleme.

Olympiasieger Eric Frenzel betrachtet das Wetter in der kaukasischen Bergwelt für seine weiteren Goldangriffe in der Nordischen Kombination aber mit Sorge. „Für uns Athleten ist das eine Umstellung. Der Körper ist kalte Luft gewöhnt, jetzt kommt trockene, warme Luft. Das ist ein bisschen unangenehm“, sagte Frenzel.

Die Organisatoren weisen hingegen lieber darauf hin, dass es bei anderen Winterspielen wesentlich größere Witterungseinflüsse gegeben habe. „In Calgary (Anm. d. Red.: 1988) kam es durch das Wetter in 33 Wettbewerben zu zeitlichen Veränderungen“, sagte Kosterina und versicherte erneut, dass man auf alles vorbereitet sei: „Wir haben sehr viel Schnee aus dem vergangenen Jahr in Silos gespeichert. Davon haben wir aber noch keinen einsetzen müssen.“

sid

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