Sie trägt die Fahne

Rothfuss lästert über Paralymics-Outfits

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Andrea Rothfuss - bei der Eröffnungsfeier wird sie deutlich bunter aussehen.

Sotschi - Andrea Rothfuss wird bei der Eröffnungsfeier der Paralympics die deutsche Fahne tragen. Die Vergabe der Spiele nach Sotschi sieht die Skirennfahrerin kritisch - und sie hat ein modisches Problem.

„Cool“, platzte es aus Andrea Rothfuss heraus. Die Skirennfahrerin wird die deutsche Mannschaft bei der Eröffnungsfeier der 11. Winter-Paralympics am Freitag als Fahnenträgerin anführen. Wenn die Goldhoffnung das riesige Fischt-Stadion von Sotschi betritt, werden alle Augen auf ihr ruhen. In dem Regenbogen-Outfit wird Rothfuss ja auch nicht zu übersehen sein. Für die 24 Jahre alte Blondine ist die grellbunte Mannschaftskleidung allerdings ein modischer Fehlgriff.

„Blümchenhose und gestreifte Jacke? Das erste, was ich als Frau gelernt habe: Niemals zwei verschieden gemusterte Teile tragen“, sagte Rothfuss mit einem etwas abschätzigen Lächeln im Gesicht dem SID. Aber natürlich wird die Soziologie-Studentin ihre Eitelkeit für diesen großen Moment in ihrer Karriere zurückstellen. „Das ist eine riesige Ehre, als Erste der Mannschaft ins Stadion einzulaufen. Ich freue mich sehr und werde unser Team stolz anführen“, sagte das bekennende „Schwarzwaldmädel“, dem seit der Geburt die linke Hand fehlt

Doch die Freude über den Beginn der Paralympics ist nicht nur bei Rothfuss getrübt. Das gesamte deutsche Team ist besorgt über die drohende Eskalation in der Krim-Krise. Auch der zweifelhafte Umgang in Russland mit dem Thema Menschenrechte, „löst schon etwas in mir aus“, sagt Rothfuss. Die Vergabe der Spiele an die russische Schwarzmeerküste kann sie nicht nachvollziehen: „Das ist schon schade. Das IOC sagt immer, es wolle neue Wege gehen, aber es handelt nicht. Ich hätte einen anderen Ort gut gefunden, etwas mehr Tradition wäre schön gewesen.“

Doch nun ist die ehrgeizige Rothfuss, die in ihrer Freit begeisterte Köchin ist und gerne häkelt, schon mal da - und dann will sie auch unbedingt endlich Gold holen. „Das ist mein Traum und mein Ziel. Gold fehlt mir noch in meiner Sammlung. Es wird Zeit“, sagt Rothfuss, die vor vier Jahren in Vancouver Silber im Slalom und Riesenslalom gewann.

Nun will sie unbedingt ihrem großen Idol Katja Seizinger nacheifern. Die dreimalige Sportlerin des Jahres gewann 1994 und 1998 insgesamt dreimal Olympia-Gold. „Ich habe mir ihre Weltcup-Rennen früher im Fernsehen angeschaut, wollte auch immer diesen Zebra-Rennanzug und fand ihre gebogenen Stöcke cool“, sagt Rothfuss, die mit sechs Jahren erstmals Ski fuhr. „Ein paar Jahre später bin ich aus dem Lift gefallen, habe mich mit meinem Skistock abgestützt und hatte endlich auch meinen gebogenen Stock“, erzählt sie. Nur das mit dem Zebra-Skianzug hat nie geklappt. Und jetzt muss sie sich ausgerechnet im größten Moment ihrer Laufbahn auch noch mit dem ungeliebten Regenbogen-Outfit der Welt präsentieren ...

sid

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