"Fünf-Ringe-Zirkus eines Diktators"

Schachgenie Kasparow greift das IOC an

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Garri Kasparow hat das IOC und Wladimir Putin wegen der olympischen Spiele in Sotschi scharf angegriffen

Sotschi - Einen Tag vor der Eröffnung der olympischen Winterspiele in Sotschi wird die Veranstaltung scharf kritisiert. Diesmal greift ein Ex-Schachweltmeister das IOC an.

Der frühere Schachweltmeister und russische Oppositionsführer Garri Kasparow hat einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi zum verbalen Rundumschlag ausgeholt und die Macher der Großveranstaltung aufs Schärfste kritisiert. „Ich verstehe es nicht, wenn IOC-Präsident Thomas Bach behauptet, dass Sport keine Politik sei“, teilte Kasparow über den Kurznachrichtendienst Twitter am frühen Donnerstagmorgen mit: „Wenn man einer Diktatur solch eine riesige Plattform für Propaganda und Korruption bietet, ist das sehr wohl Politik.“

Ein Dorn im Auge ist dem Kreml-Kritiker vor allem die Verschwendung der Gelder und die seiner Meinung nach inakzeptable Bürde, die man die Anwohner der Region durch die Veranstaltung tragen lässt. „51 Milliarden Dollar werden für den Fünf-Ringe-Zirkus eines Diktators verschwendet. Berge von Müll und verschmutztes Wasser sind die Folge“, monierte der 50-Jährige und beschrieb die Situation am Schwarzen Meer als „Ausnahmezustand“.

Und wenn die Journalisten nach den Spielen mit ihren „lustigen Geschichten“ wieder nach Hause reisen, würde sich Sotschi laut Kasparow sowieso wieder mit seinen alten Problemen wie „Müll, Schulden und Gaunertum“ herumschlagen müssen.

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Auch deshalb nahm er die internationalen Medienvertreter vor dem Auftakt der Spiele in die Pflicht. Sie sollten der seiner Meinung nach fehlenden Redefreiheit „ebenso große Aufmerksamkeit schenken wie den fehlenden Türgriffen oder dem nicht vorhandenen WiFi“ in den Unterkünften. Letztlich sollten sich die Journalisten fragen, warum 51 Milliarden Dollar und sieben Jahre Arbeit nicht zur Lösung aller Hindernisse ausreichen würden.

Kasparow selbst hat seine persönliche Antwort auf diese Frage bereits gefunden: „Weil dieses Mafia-System die gleiche Effizienz besitzt wie der Kommunismus. Es gibt keinen Wettbewerb, sondern nur die Treue zum Boss.“

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SID

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