Fluch der Kombinierer

0,3 Sekunden fehlen Frenzel und Co. zu Gold

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Eric Frenzel, Björn Kircheisen, Johannes Rydzek und Fabian Riessle bei der Blumen-Zeremonie

Sotschi - Die deutschen Kombinierer haben ihren Gold-Fluch wieder nicht besiegt: Um die Winzigkeit von 0,3 Sekunden musste sich das Quartett im Teamwettbewerb dem großem Rivalen Norwegen geschlagen geben.

Deutschlands Nordische Kombinierer haben ihr erstes Olympia-Gold im Team-Wettbewerb seit 1988 um 0,3 Sekunden verfehlt. Schlussläufer Fabian Rießle verlor den Zielsprint nach 4x5 km denkbar knapp gegen Norwegens Jörgen Graabak, der sich zwei Tage zuvor Gold von der Großschanze gesichert hatte. Bronze ging an Österreich (+3,4 Sekunden). Topstar Frenzel, der nach seinem Virusinfekt vorsichtshalber an Position eins aufgeboten worden war, Björn Kircheisen, Johannes Rydzek und Rießle hatten nach dem Springen noch geführt, der gesamte Skilanglauf war dann ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der drei favorisierten Teams.

Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi

„Es hat nicht sollen sein. Letztlich hat sich die Cleverness der Norweger durchgesetzt“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der als 1987 als Athlet das deutsche Team zu letzten WM-Titel geführt hatte. Ein Jahr später wurden Hans-Peter Pohl, Rydzek-Entdecker Thomas Müller und Hubert Schwarz Olympiasieger, danach begann die mehr als ein Vierteljahrhundert dauernde Durststrecke.

Frenzel verpasste zudem nach seinem krankheitsbedingten zehnten Platz von der Großschanze die Chance, als erster deutscher Kombinierer zwei Olympiasiege in einem Jahr zu feiern.

Mit sieben Sekunden Vorsprung auf Österreich und 25 Sekunden vor den Norwegern war das deutsche Team in die Loipe gegangen. Frenzel, der sich „deutlich besser als noch vorgestern“ fühlte, lief ein kontrolliertes Rennen. Österreichs Lukas Klapfer und Norwegens Magnus Moan, der vor dem Rennen noch in Richtung Deutsche ausgeteilt hatte („Super-Clowns“), schlossen nach zwei Kilometern auf. Frenzel musste kämpfen, hielt aber Anschluss. „Ich habe versucht, dran zu bleiben, eine Lücke konnte ich leider nicht reißen“, sagt Frenzel: „Die trockene Luft war nicht gut für meine Lunge.“

Kircheisen versuchte an Position zwei, sich von den vermeintlich schwächeren Läufern Haavard Klemetsen und Christoph Bieler zu lösen, hatte aber keinen Erfolg. Auch im dritten Part mit Rydzek für Deutschland änderte sich die Situation an der Spitze nicht. Rießle, der am Dienstag Einzel-Bronze gewonnen hatte, versuchte alles, gegen den ausgebufften Graabak reichte es aber im Finale nicht ganz.

Die deutschen Medaillengewinner in Sotschi

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Für Kircheisen und Rydzek gab es zudem kein goldenes Happy End. Der 30 Jahre alte Kircheisen hatte bereits 2002 und 2006 Silber sowie 2010 Olympia-Bronze im Team geholt, war achtmal Vizeweltmeister - der ersehnte große Sieg blieb ihm erneut verwehrt. Rydzek durfte sich zwei Tage nach seinem Sturz im Einzel und der damit verpassten Medaille immerhin über den größten Erfolg seiner Karriere freuen.

SID

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