Olympia-Grundstücke: Keine Einigung in Sicht

Garmisch-Partenkirchen - Münchens Olympia-Bewerbung steht auf der Kippe, weil viele Landwirte in Garmisch-Partenkirchen ihr Land nicht zur Verfügung stellen wollen. Die Staatsregierung kämpft um eine Lösung des Streits - bislang vergeblich.

Im festgefahrenen Streit um die dringend benötigten Grundstücke für Olympia 2018 in Garmisch- Partenkirchen ist weiter keine Lösung in Sicht. Die Staatsregierung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) demonstrierten am Dienstag zwar Optimismus. Dennoch bleibt weiter offen, wie die Widerstände überwunden und zweifelnde Landwirte umgestimmt werden sollen. Fest steht: Münchens Olympia-Bewerbung droht zu scheitern, sollten die Bauern in Garmisch-Partenkirchen sich querstellen und ihre Grundstücke nicht freigeben. Das Problem: Eine Lösung muss zwingend in den nächsten Monaten gefunden werden, weil im Januar das Münchner Bewerbungsbuch abgegeben werden muss.

Als Zieldatum für eine Einigung gab Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Ende August aus. “Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir am Ende unsere Bewerbung zum Erfolg führen können“, sagte Seehofer nach einer lange geplanten Kabinettssitzung in Garmisch-Partenkirchen. Man werde die begonnenen Gespräche besonnen und in aller Ruhe weiterführen und sich nicht “in eine falsche Hektik drängen lassen“. “Das geht nicht im Hauruck, sondern es geht mit Vernunft und einem klaren Kompass.“ Seehofer warb mit eindringlichen Worten für die Winterspiele. Er sprach von einem “großen patriotischen Anliegen“ und von einer “riesigen Chance für alle beteiligten Kommunen, für Bayern und für Deutschland“.

Die Staatsregierung werde alles tun, damit diese Chance genutzt werde. “Viele technische Dinge mögen wichtig sein - aber das Allerwichtigste ist, die Herzen der Menschen zu gewinnen“, sagte er. Der Widerstand der Landwirte ist aber bislang ungebrochen. “Meiner Kenntnis nach hat fast keiner unterschrieben“, sagte der Chef der Weidegenossenschaft Garmisch, Josef Glatz, der Nachrichtenagentur dpa. Die Staatsregierung wisse aber um die Wünsche und Sorgen der Bauern und müsse nun fleißig arbeiten. “Wir haben die Ruhe - wir können warten.“ Seehofer sicherte zu, in der Debatte um Olympia werde jedes Argument ernst genommen. Und wenn es Alternativen für bestimmte Planungen gebe, würden diese ernsthaft geprüft. Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) sagte, auf Wunsch der Weidegenossenschaft könnte eventuell auf bestimmte Flächen zur Errichtung des Mediendorfes verzichtet werden - wenn Alternativen gefunden würden.

Der Präsident des DOSB, Thomas Bach, befürchtet derweil keine negativen Auswirkungen der festgefahrenen Grundstücks-Debatte auf die Olympia-Bewerbung Münchens. “Am Ende werden sie erleben, dass wir ein wettbewerbsfähiges, olympisches Dorf in Garmisch vorweisen können.“, sagte Bach im ZDF-Morgenmagazin. Dass es bei einer solchen Bewerbung vorher Diskussionen über Grundstücksfragen gebe, sei normal, sagte Bach, der auch Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist. “Das wird sich regeln.“

dpa

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