Zeitung: Geschlechtstest bei Semenya vor der WM

Caster Semenya hat bei der Leichtathletik-WM Gold geholt.
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Caster Semenya hat bei der Leichtathletik-WM Gold geholt.

Johannesburg - Bei der umstrittenen 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya hat der südafrikanische Verband offenbar doch schon vor den WM in Berlin einen Geschlechtstest vorgenommen.

Dies geht zumindest aus einem E-Mail-Wechsel hervor, über den die Zeitung “Guardian Weekly“ am Freitag berichtete. Demnach gab es zwischen Molatelo Malehepo, dem Generalsekretär des Verbandes (ASA) und dem Mannschaftsarzt Harold Adams einen Schriftwechsel, in dem darauf Bezug genommen wird.

Adams machte darin zwei Vorschläge, wie man mit der heiklen Angelegenheit umgehen könne: “Wir haben ein medizinisches Gutachten und nehmen es mit nach Berlin“ oder: “Wir machen nichts und werden die Angelegenheit behandeln, falls sie in Berlin aufkommt.“ Malehepo habe daraufhin Adams vertraulich gebeten, die Tests fortzusetzen.

Caster Semenya: Mann? Frau? Beides?

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Bisher hatte die ASA abgestritten, dass bei der Athletin ein Geschlechtstest vor der WM durchgeführt worden sei. Semenyas früherer Coach Wilfred Daniels hatte dies jedoch behauptet. ASA-Präsident Leonard Chuene wollte den Pressebericht nicht kommentieren und verwies auf eine Pressekonferenz an diesem Samstag: “Dann legen wir den Bericht vor“, sagte er der Deutschen Presse Agentur dpa.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte wegen der rapiden Leistungsentwicklung und der männlichen Erscheinung der 18-jährigen Läuferin noch einen Geschlechts-Test bei Semenya während der WM in einer deutschen Klinik angeordnet. Der Fall hat für großes Aufsehen gesorgt und zu sportpolitischen Verwicklungen geführt. Am 19. August hatte Semenya im Berliner Olympiastadion WM-Gold über 800 Meter erkämpft.

Der südafrikanische Sportminister Makhenkesi Stofile hatte zuletzt auf Enthüllungen in den Medien, Semenya sei ein Zwitter, brüsk reagiert und bei einem eventuellen IAAF-Startverbot der Läuferin in Frauen-Rennen mit einem “dritten Weltkrieg“ gedroht. Die IAAF will die Ergebnisse des Geschlechts-Tests nicht vor November öffentlich machen und sie zunächst durch Experten prüfen lassen.

dpa

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