Halbfinale verpasst

Volleyball-EM: Deutscher Medaillentraum geplatzt

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Bundestrainer Vital Heynen

Danzig/Köln - Aus der Traum vom goldenen Herbst: Die deutschen Volleyballer sind bei der EM in Polen und Dänemark im Viertelfinale gescheitert.

Fünf Tage nach dem 3:2-Erfolg in der Vorrunde unterlag das Team des Bundestrainers Vital Heynen im zweiten Duell mit dem Olympia-Vierten Bulgarien 1:3 (30: 28, 25:27, 22:25, 20:25) - die Sehnsucht nach der ersten EM-Medaille überhaupt bleibt unerfüllt. Wie schon bei den Olympischen Spielen in London waren die Bulgaren in der Runde der letzten Acht Endstation.

„In einem Viertelfinale geht es nicht darum, gut zu spielen. Man hat uf beiden Seiten gesehen, dass es ein Match mit Endspielcharakter war. In London haben wir im Viertelfinale nicht selbst gespielt, als es gegen die Bulgaren ging, heute dagegen schon“, sagte Heynen. Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) beendete die EM auf dem sechsten Platz und muss weiter auf ihren ersten Halbfinaleinzug seit 1993 warten. Nur zweimal ist es einer gesamtdeutschen Mannschaft gelungen, in die Runde der letzten Vier vorzustoßen.

DVV-Präsident Thomas Krohne zog trotzdem ein positives Fazit: „Das Abschneiden der Männer ist ein toller Erfolg. Wir sind direkt für die EM 2014 qualifiziert. Es war ein wichtiger Schritt im Lernprozess Richtung Rio. Bulgarien war schlagbar, leider gab es am Ende zuviele Eigenfehler“, sagte er. Nach den zum Teil herausragenden Leistungen in der Vorrunde mit Erfolgen gegen Olympiasieger Russland, Bulgarien und Tschechien konnte das Team um den Diagonalangreifer Georg Grozer den Trend im ersten K.o.-Spiel nicht bestätigen. Immer wieder schlichen sich kleinere Schwächephasen ein, die sich gegen einen derart hochklassigen Gegner rächten.

Wie im ersten Aufeinandertreffen machten die Bulgaren von Anfang an Druck. Das deutsche Team hatte Schwierigkeiten, Diagonalangreifer Zwetan Sokolow in den Griff zu bekommen. Auch der Block der Bulgaren, die erst am Vortag in einem Fünf-Satz-Krimi den Co-Gastgeber Polen aus dem Turnier geworfen hatten, stand sehr gut. Deutschland hingegen agierte zunächst verhalten im Angriff und geriet im ersten Satz in Rückstand.

Jetzt galt es, die einzelnen Spielelemente stabilisieren, ins eigene Spiel zu finden und sich das Selbstvertrauen zurückzuholen. „Ich will kein Ass, ich will keinen Killerblock, ich will, dass ihr spielt“, forderte Vital Heynen und bewies mit seinen Personalentscheidungen erneut ein gutes Händchen. Sowohl Sebastian Schwarz als auch Markus Steuerwald brachten neue Impulse aufs Feld, der vierte Satzball zum 1:1 saß.

Das Team um Senkrechtstarter Tim Broshog, der im zweiten Satz sowohl im Block als auch im Angriff sehr gute Arbeit leistete, fand etwas besser in die Partie. Die deutsche Mannschaft gab keinen Ball verloren und kämpfte um jeden Zentimeter, doch der zweite Durchgang ging knapp an den Gegner.

Im dritten Durchgang konnte sich das Heynen-Team zunächst absetzen, hatte dann aber eine Schwächephase und brachte die Angriffe nicht mehr konsequent durch. Bulgarien auf der anderen Seite lieferte eine Reihe hervorragender Aufschläge und setzte sich durch.

Das Aus tut Heynen nicht sonderlich weh. Bereits vor Turnierbeginn hatte der Belgier immer wieder betont, seine verjüngte Mannschaft sei noch nicht so weit, Saisonhöhepunkt sei die WM-Qualifikation im Winter. Dass sich Deutschland in der „Todesgruppe“ als Gruppensieger durchsetzte, hatte auch den Bundestrainer überrascht. Nun gilt es für den 44-Jährigen, die begonnene Arbeit weiterzuführen und seinem Team die nötige Kaltschnäuzigkeit zu verleihen, um das Ticket für die WM 2014 zu lösen.

Zuletzt hat eine deutsche Mannschaft 1993 ein EM-Halbfinale erreicht, kam aber wie 1991 über den vierten Rang nicht hinaus. Die DDR-Auswahl holte 1967 und 1971 jeweils den vierten Platz.

sid

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