Tour de France

Froome rechnet mit Attacken in den Alpen - Dutzende Doping-Tests

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Chris Froome trägt derzeit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.

Hilterfingen - Chris Froome nimmt bei der Tour de France mit einem großen Vorsprung die Alpen in Angriff. Der Gesamtsieg scheint dem Titelverteidiger kaum noch zu nehmen.

Umringt vom malerischen Postkarten-Panorama des Thunersees lächelte Chris Froome die unliebsame Frage nach dem Doping weg. "Wie oft ich bislang kontrolliert wurde, kann ich nicht genau sagen. Im Gelben Trikot jedenfalls an jedem Tag", sagte der Gesamtführende der 103. Tour de France und überließ seinem Teamchef das Rechnen.

13-mal, das brachte David Brailsford noch während der Sky-Pressekonferenz am Ruhetag eilig mit dem Smartphone in Erfahrung, sei der Titelverteidiger der Frankreich-Rundfahrt allein außerhalb der Rennen auf verbotene Mittel getestet worden.

Hinzu kämen obligatorische Tests nach den Etappen. So sei Froome etwa nach jedem Tagesabschnitt im Gelben Trikot noch im Zielbereich kontrolliert worden. Tests in den Nachtstunden habe es allerdings nicht gegeben. Das Kontrollsystem, da waren sich Froome und Brailsford dennoch einig, funktioniert.

Froome veröffentlichte Leistungsdaten

Die vereinzelten Nachfragen brachten das Duo am Dienstag nicht aus der Ruhe. Glichen Auftritte der beiden in den Vorjahren regelrechten Verhören, steht bei der Tour 2016 zumeist das Sportliche im Vordergrund. Öffentliche Dopinganschuldigungen gegen den Tour-Dominator? Gibt es kaum.

Brailsford sieht den Grund dafür in im Vorjahr veröffentlichten Leistungsdaten des 31-Jährigen. Diese analysierten etwa die maximale Sauerstoffaufnahme Froomes, die angibt, wie viele Milliliter Sauerstoff der Körper im Belastungszustand maximal pro Minute verwerten kann. "Froomes Werte sind dicht an dem, was wir für das Maximum bei Menschen halten", sagte Phillip Bell, ein leitender Sportwissenschaftler des Testzentrums in London, das Froome untersuchte, damals. Einen Beleg für Doping fand er nicht.

Froome sieht die geringer gewordenen Zweifel auch als Anerkennung seiner Einstellung. "Ich bin noch immer hungrig und habe den Willen, zu gewinnen. Ich ordne diesem Rennen alles unter", sagte Froome am Dienstag. Dass er auf den Bergetappen vereinzelt ausgebuht wurde, störte ihn nicht. "Man muss nur zum Fußball schauen, auch dort werden Spieler ausgepfiffen. So ist der Sport", sagte er.

Froome erwartet Attacken seiner Konkurrenten

Auch in den Alpen wird Froome wohl der Widerstand der Fans treffen. Womöglich fällt dieser sogar größer aus als der seiner Gegner auf dem Rad. "Ich rechne damit, dass sie den Druck erhöhen", sagte der zweimalige Tour-Champion, fügte jedoch selbstbewusst an: "Wir sind bereit für die Herausforderung und freuen uns auf den letzten Block. Mein Ziel war es, in der dritten Woche mein Leistungsmaximum zu erreichen. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg."

Am Mittwoch steht die erste schwierige Alpenetappe an. Über 184,5 führt der Kurs von Bern zur Bergankunft in Finhaut-Emosson. Froome führt das Gesamtklassement mit 1:47 Minuten vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segadredo) an. Eigene Angriffe plant Froome deshalb vorerst nicht. "Wenn ich attackiere, muss ich dafür einen guten Grund haben", sagte er.

SID

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