Ketten-Panne kostet Schleck das Gelbe Trikot

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Andy Schleck muss Gelb abgeben

Bagnères-de-Luchon - Eine technische Panne des Luxemburgers Andy Schleck hat seinem Herausforderer Alberto Contador das Gelbe Trikot beschert.

Der neue Spitzenreiter der 97. Tour de France holte sich am Montag im Ziel der 15. Etappe in Bagnères-de-Luchon zum ersten Mal in diesem Jahr das Trikot und geht mit einem Vorsprung von acht Sekunden auf Schleck in die dritte Pyrenäen-Etappe am Dienstag.

Schlecks Widersacher hatte ohne Rücksicht auf Verluste in dem Moment attackiert, als dem unglücklichen Luxemburger kurz vor dem Gipfel des letzten Anstiegs hinauf zum Port de Balès die Kette vom Zahnkranz gesprungen war. Ganz die feine englische Art war der Angriff des Vorjahressiegers nicht. “Alberto konnte gar nicht anders, als in dem Moment mitzugehen, weil es Menschow und die anderen auch taten. Alle gaben 100 Prozent“, versuchte Contadors Teamkollege Alexander Winokurow die Attacke zu rechtfertigen.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

Auf der 21,5 Kilometer langen Abfahrt Richtung Ziel hatte der neue Träger des Gelben Trikots seinen Vorsprung, den Schleck auf dem letzten Teil des Anstiegs schon etwas reduziert hatte, wieder ausgebaut. Der 27-jährige Madrilene rettete die entscheidenden Sekunden vor dem alten Spitzenreiter ins Ziel. Trotzdem fiel sein Jubel eher verhalten aus.

Den Tagessieg nach 187,5 Kilometern sicherte sich der Franzose Thomas Voeckler, der sich am letzten Berg aus einer ursprünglich zehnköpfigen Ausreißergruppe 29,5 Kilometer vor dem Ziel gelöst hatte. Er feierte einen umjubelten Solosieg.

Viele Ausreißversuche waren zu Beginn der 15. Etappe im Keim erstickt worden. Nach rund 75 Kilometern klappte es schließlich: Zehn Profis konnten sich auf der Pyrenäen-Tour mit insgesamt vier Anstiegen der moderateren Art vom Hauptfeld absetzen. Zum ersten Mal während der Tour schaffte mit Luke Roberts auch ein Fahrer der viel gescholtenen Milram-Equipe den Absprung.

Der Australier, der Sprinter Gerald Ciolek sonst in den Massensprints zur Seite steht, hatte das richtige Näschen und kam weg. Die prominentesten Mitglieder der Ausreißergruppe waren neben dem französischen Landesmeister und Publikumsliebling Voeckler auch Ex-Weltmeister Alessandro Ballan (Italien), der mit ähnlichen Aktivitäten schon auf der Mende-Etappe aufgefallen war, und der Russe Sergej Iwanow.

Vor dem letzten Aufstieg auf den 1755 Meter hohen Port de Balès hatten die Ausreißer immer noch fast zehn Minuten Vorsprung, so dass ihre Chancen auf ein Durchkommen gestiegen waren. Zwar verloren sie auf dem Schlussanstieg noch viel von ihrem Vorsprung, aber die meisten von ihnen kamen durch. Roberts musste auf der Schlusssteigung abreißen lassen.

Die Tour passierte am Montag auf dem Col de Portet d'Aspet auch die Stelle, an der 1995 der italienische Armstrong-Teamkollege Fabio Casartelli zu Tode gestürzt war. Einige Fahrer bekreuzigten sich, als sie an dem mit Blumen geschmückten Gedenkstein vorbeifuhren. 60 Kilometer später ereignete sich ein Sturz, in den drei Fahrer verwickelt waren, aber offensichtlich mit leichteren Verletzungen davonkamen.

dpa

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