Tischtennis-Herren im EM-Halbfinale

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Timo Boll und das deutsche Team stehen im Halbfinale.

Stuttgart - Titelverteidiger Deutschland steht bei der Tischtennis-Europameisterschaft in Stuttgart nach einem 3:1-Sieg gegen Schweden erneut im Herren-Halbfinale.

Ein schwer verdaulicher Schweden-Happen hat Timo Boll und seinen Kollegen Appetit auf mehr gemacht. Durch ein umkämpftes 3:1 gegen den 14-maligen Europameister aus Skandinavien qualifizierte sich das Herren-Team des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Montagabend für das EM-Halbfinale in Stuttgart. Bronze ist sicher, doch der Erfolgshunger ist beim Titelverteidiger nicht gestillt. “Wir wollen ins Endspiel“, sagte der überragende Weltranglisten-Dritte Boll. Letzte Hürde vor dem dritten Finaleinzug in Folge ist an diesem Dienstag (19.00 Uhr) Kroatien oder Rumänien. Das zweite Halbfinale bestreiten Dänemark und Österreich.

Auch die DTTB-Damen können von einer Medaille träumen. Ein Jahr nach dem enttäuschenden Rang zehn in St. Petersburg qualifizierte sich das Team um Spitzenspielerin Jiaduo Wu (Kroppach) für das Viertelfinale gegen Polen. “2008 war ein Seuchenjahr, wir mussten viele Rückschläge wegstecken. Jetzt sind wir froh und spielen weiterhin auf Sieg“, erklärte Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio nach dem 3:0 im letzten Gruppenmatch gegen Italien. “Polen ist der schwerste Gegner, aber auch die können wir schlagen“, sagte Kristin Silbereisen (Busenbach) zu der Auslosung für die K.o.-Runde.

Mehr Losglück hatten die DTTB-Herren. Die besten Zeiten der Schweden liegen einige Jahre zurück, dennoch warnte der Trainerstab mit Recht vor der jungen und ehrgeizigen Mannschaft. Christian Süß (Düsseldorf) vergab bei der Fünf-Satz-Niederlage gegen Pär Gerell im Auftakteinzel einen Matchball. Doch Boll, der zuvor beim 3:0 gegen Spanien geschont wurde, bezwang auf “flinken Füßen“ sowohl Robert Svensson als auch den Ochsenhausener Bundesliga-Akteur Gerell.

An Position drei holte Dimitrij Ovtcharov (Charleroi) in einem Fünf-Satz-Krimi den wichtigen dritten Punkt. Nach vier vergebenen und einen abgewehrten Matchball verwandelte “Dima“ seine fünfte Siegchance gegen Außenseiter Fabian Akerström. 2500 Fans feierten die Nummer 13 der Weltrangliste.

“Unser Plan ist aufgegangen, doch die Gegner werden jetzt noch stärker“, sagte Herren-Coach Richard Prause. Er hatte zuvor im bedeutungslosen Spanien-Spiel erstmals Patrick Baum (Grenzau) und Bastian Steger (Frickenhausen) eingesetzt, um ihnen die Möglichkeit zu geben, vor dem Einzelturnier ihren Rhythmus zu finden. Gegen Schweden mussten sie trotz ordentlicher Leistungen wieder auf der Bank Platz nehmen. “Es bringt nichts, sich zu Tode zu rotieren“, sagte Prause.

Auch Bitzigeio hat in Jiaduo Wu, Kristin Silbereisen und Zhenqi Barthel (Holsterhausen) seine Stammformation gefunden. “Wu hat die Führungsrolle übernommen“, lobte der Trainer die gebürtige Chinesin, die bei der EM eine 5:0-Bilanz aufweist und auch abseits des Tisches mehr Verantwortung trägt. Zudem unterstützt die ehemalige Cheftrainerin und derzeitige DTTB-Jugendkoordinatorin Eva Jeler das Damen-Team als Betreuerin. “Ich mache das gerne. Bis auf Wu sind die Spielerinnen bei mir groß geworden“, sagte Jeler.

dpa

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