Aufgrund der Tordifferenz

THW Kiel zum 19. Mal deutscher Meister

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Die THW-Spieler feiern.

Kiel - Packender konnte es nicht sein. Mit dem knappsten Vorsprung der Bundesliga-Geschichte hat der THW Kiel seinen 19. Meistertitel in der Handball-Bundesliga gewonnen.

Der Wahnsinn hat einen Sieger: Der THW Kiel ist zum 19. Mal deutscher Handball-Meister. Im packendsten Finale der Bundesliga-Geschichte holte der Titelverteidiger einen Sieben-Tore-Rückstand gegen die Rhein-Neckar Löwen auf und krönte eine spannende Saison. Kiel deklassierte am Samstag in eigener Halle die Füchse Berlin mit 37:23 (17:8), während zur gleichen Zeit die Löwen nur mit 40:35 (21:19) gewannen. Bei jeweils 59:9 Punkten hat Kiel nach 34 Spieltagen die um zwei Treffer besser Tordifferenz.

„Sowas habe ich noch nicht erlebt. Und ehrlich gesagt, ich hatte damit auch nicht gerechnet“, sagte Kiels Trainer Alfred Gislason, der nach Schlusspfiff erstmal nur ungläubig guckte, weil er den Endstand in Gummersbach nicht kannte. „Ich dachte, das letzte Gegentor war unser Tod. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, mit welchem Willen sie gekämpft hat“, sagte der verschwitzte Coach dem TV-Sender Sport 1.

Während die Kieler wie im Rausch vor Freude durch die Halle rannten, waren in Gummersbach die Rhein-Neckar Löwen fassungslos. Statt des ersten Meistertitels blieb wieder nur die Verliererrolle. „Ich bin einfach total leer und am Boden zerstört“, gestand Nationalspieler Uwe Gensheimer, „am Ende lag es daran, dass wir nicht das Maximum leisten konnten.“

Um 17.51 Uhr überreichte Holger Kaiser, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, ein Duplikat der Meisterschale an Kiels Kapitän Filip Jicha. Das Original hatte die HBL nach Gummersbach gebracht. „Heute wird richtig gefeiert auf dem Rathausplatz“, verkündete THW-Rückraumspieler Christian Zeitz.

Die Löwen setzten ihren Vollgas-Handball der letzten Spieltage von der ersten Minute an in der Schwalbe-Arena fort, um den Sieben-Tore-Vorteil gegenüber Kiel zu verteidigen. Gummersbach hielt zwar nach Kräften dagegen, konnte aber das Handicap des verletzt fehlenden Nationaltorhüters Carsten Lichtlein wegen eines Hexenschusses nicht ausgleichen.

Zur gleichen Zeit taten sich die Kieler in der heimischen Halle gegen die Berliner zunächst schwer. Auch ohne Spielmacher Bartlomiej Jaszka, der wegen Schulterproblemen ausfiel, und Rückraum-Ass Konstantin Igropulo bot der DHB-Pokalsieger dem Gastgeber Paroli. Vor allem dank der tollen Paraden von Torhüter Silvio Heinevetter waren die Füchse zunächst ein ebenbürtiger Kontrahent. Erst ab Mitte der ersten Halbzeit zog Kiel davon. Nach dem 9:6 (18.) enteilte der Titelverteidiger bis zur Pause auf 17:8 - und hatte zu diesem Zeitpunkt den Rückstand von sieben Toren auf die Löwen aufgeholt.

Denn die Mannheimer wurden mit zunehmender Spielzeit fahriger gegen die engagierten Gummersbacher. Vom Vier-Tore-Vorsprung beim 18:14 (22.) blieb zur Pause nur ein 21:19. Nach 30 Minuten im Saisonfinale hätte es erstmals zwei Entscheidungsspiele um den Titel gegeben. „Wir müssen jetzt wesentlich besser spielen und den Turbo einschalten, sonst wird es nichts mit dem ersten Meistertitel“, sagte Löwen-Manager Thorsten Storm.

Die Mannheimer setzten die Forderung ihres Managers um. Bis zur 41. Minute setzten sie sich auf 29:21 ab. Doch auch Kiel drückte weiter aufs Tempo: In der 34. Minute lag der Rekordmeister mit 20:8 in Führung. Und keiner der Protagonisten ließ nach. Und Kiel drehte zum Ende richtig auf und wurde Meister.

Vergleichsweise unspektakulär verliefen die anderen Partien. Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich Platz drei und einen Platz in der Champions-League-Qualifikation durch ein mühevolles 26:20 (13:9) beim Absteiger ThSV Eisenach. Vierter wurde der vom Lizenzentzug bedrohte HSV Hamburg nach einem 30:23 (16:11) gegen Absteiger TV Emsdetten.

dpa

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