Bolt siegt in 9,90 Sekunden

Spiegelburg glänzt beim Jackpot-Triumph

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Silke Spiegelburg gewinnt das Diamond-League-Meeting in Zürich.

Zürich - Acht von 17 Weltmeistern verließen Zürich als Verlierer, darunter Robert Harting, Christina Obergföll und David Storl. Für die „ewige Vierte“ Silke Spiegelburg wurde ihr Saisonfinale zum glanzvollen Happy End.

Usain Bolt sprintete in 9,90 Sekunden zu einem farblosen Sieg, dafür strahlte die „ewige“ Vierte zahlreicher Medaillenschlachten vor Glück. Silke Spiegelburg, vor zwei Wochen in Moskau noch in Tränen aufgelöst, hätte die Welt umarmen können. Während das deutsche Gold-Trio mit Robert Harting, David Storl und Christina Obergföll in Zürich zu den acht geschlagenen Weltmeistern zählte, gewann die Leverkusener Stabhochspringerin auch die zweite WM-Revanche. Damit kassierte die 27-Jährige zum dritten Mal in Serie den Jackpot der Diamond League - mehr schaffte keine andere Frau.

„Ich bin einfach nur happy nach diesem letzten Start mit Sieg und Saisonbestleistung von 4,79 m. Und ich freue mich schon aufs Wintertraining und das nächste Jahr“, sagte Silke Spiegelburg, die 2014 bei der EM an gleicher Stelle den ersten großen Titel gewinnen könnte. Dann ist Jelena Issinbajewa, in den Zürich-Disziplinen einzige fehlende Weltmeisterin, wohl nicht mehr dabei. Und die großen Rivalinnen kommen ohnehin aus Übersee.

So wie Jarisley Silva, die ihr in Moskau im letzten Augenblick die erhoffte Bronzemedaille weggeschnappt hatte. Doch Silke Spiegelburg schlug zurück: Vor einer Woche gewann sie bereits die WM-Revanche von Stockholm im Stechen gegen die Kubanerin. In Zürich schnappte sie da Silva (3.), als Spitzenreiterin im Diamond Race angereist, den Jackpot weg.

„4,86 m waren dann für uns zu hoch“, sagte die Olympia- und WM-Vierte, die als Gesamtsiegerin im Diamond Race 40.000 Dollar (30. 000 Euro) einstrich, zudem die gleiche Summe für drei Siege sowie die Ränge drei und vier bei weiteren Meetings. Rund 60.000 Euro sind für das Medaillenpech ein nettes Trostpflaster, dennoch gibt Silke Spiegelburg den Traum vom großen Sieg noch nicht auf.

„Silke hat am Beispiel Christina Obergföll gesehen, dass sie irgendwann mal dran ist mit Gold“, sagt Manager Marc Osenberg, dessen Vater Gerd einst Heide Rosendahl und Ulrike Meyfarth zu Olympiasiegen führte. Osenberg: „Wer den letzten Versuch über 4,86 m gesehen hat, der weiß, dass Silke ihren bei 4,82 m stehenden deutschen Rekord über 4,90 m hinausschrauben kann.“

Die deutschen WM-Stars litten unter Spannungsabfall. Robert Harting kassierte im Diskusring statt des greifbar nahen Jackpots mit eher bescheidenen 66,83 m gegen Estlands Peking-Olympiasieger Gerd Kanter (67,03) die dritte Saison-Niederlage. „In Berlin will ich am Sonntag nochmal was zeigen“, meinte Harting mit Blick auf das ISTAF mit allen sieben deutschen WM-Medaillengewinnern und insgesamt elf neuen Weltmeistern.

Christina Obergföll nutzten auch die Anfeuerungsrufe ihres Offenburger Fanklub nichts. Die Speerwurf-Weltmeisterin verlor mit mäßigen 63,36 m wie zuvor in Stockholm die WM-Revanche gegen Russlands Ex-Weltmeisterin Maria Abakumowa (68,94). „Ich habe WM-Gold und den Jackpot gewonnen, mir fehlt jetzt die richtige Spannung“, sagte die 32-Jährige, die bei fünf Meeting-Erfolgen 2013 in der Königsklasse rund 100.000 Dollar (75.000 Euro) einstrich.

Beim vorgezogenen Kugelstoßen hatte auch der Chemnitzer Weltmeister David Storl (21,18) gegen den WM-Zweiten Ryan Whiting (USA/22,03) verloren. Parallel zur Gala im Letzigrund wurde Deutschlands vierter Weltmeister ebenfalls Zweiter: Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) unterlag bei den Leverkusener Stab-Classics höhengleich mit 4,82 m Brasiliens Supertalent Thiago da Silva.

Usain Bolt, im Vorfeld der große Star, passte sich nach schwachem Start mit seinen 9,90 den wenig spektakulären Leistungen in Zürich an. „Ein weiterer Sieg für meine Fans“, meinte er nach dem erneuten Erfolg über den WM-Zweiten Justin Gatlin (USA/3.), der ihn im Juni in Rom geschlagen hatte. „Eins fehlt noch“, sagte ein müder Bolt mit Blick auf sein Saisonfinale kommenden Freitag in Brüssel.

SID

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