Schleck gewinnt "Königsetappe" - Contador in Gelb

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Tagessieger Andy Schleck gibt Fans Autogramme.

Col du Tourmalet - Andy Schleck (Luxemburg) hat am Donnerstag die “Königsetappe“ der 97. Tour de France gewonnen. Aber sein großer Rivale Alberto Contador hat noch alle Trümpfe für seinen dritten Gesamtsieg in der Hand.

Im dichten Nebel auf dem Tourmalet hat Alberto Contadors dritter Toursieg klare Formen angenommen. Der 27 Jahre alte Spanier musste im Showdown auf der “Königsetappe“ in den Pyrenäen seinen Herausforderer Andy Schleck zwar den Tagessieg mit Zentimeter- Vorsprung überlassen, verteidigte aber sein Gelbes Trikot. Auf 2115 Meter Höhe fuhr Contador am Donnerstag als Etappen-Zweiter zeitgleich mit Schleck, der seine zweiten Etappe gewann, über die Ziellinie.

Dank des Einzelzeitfahrens am Samstag, bei dem Schleck kaum Chancen eingeräumt werden, spricht nun alles für Contador. Der Kampf gegen die Uhr ist der große Trumpf des Vorjahressiegers, die 52 Kilometer am Samstag von Bordeaux nach Pauillac sind eindeutig das Terrain des Spaniers. Hinter Fabian Cancellara und Tony Martin ist er sogar ein Kandidat für den Etappensieg.

Beide Rivalen hatten sich 10 Kilometer unter dem Gipfel des Col du Tourmalet nach einer Schleck-Initiative abgesetzt. Contador verharrte im Nebel und im gleißenden Scheinwerferlicht der Begleitmotorräder am Hinterrad seines Herausforderers. 3,6 Kilometer vor dem Ziel versuchte er wegzuspringen, Schleck parierte die Attacke aber und feierte seinen zweiten Etappensieg nach dem Erfolg von Avoriaz. Im Ziel umarmten sich die beiden Tour-Helden vom Tourmalet, und Contador zwinkerte Schleck freudestrahlend zu.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

Zum 100. Jubiläum der ersten Pyrenäen-Überquerung der Tour de France wurden Schlecks Hoffnungen auf den großen Coup nicht erfüllt. Der 25-jährige Radprofi hätte der vierte Gesamtsieger der “Großen Schleife“ aus Luxemburg werden können, der erste seit Charly Gaul im Jahr 1958.

Nach den Hitzeschlachten der vergangenen Wochen hatten herbstliche Temperaturen auch den prominentesten Gast nicht von einem Besuch des Tourmalet abgehalten, der erst zum zweiten Mal in der 107-jährigen Geschichte Zielort war. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sakorzy begleitete die 17. Etappe über 174 Kilometer und lobte besonders den auch am Donnerstag abgeschlagenden Lance Armstrong für dessen Kampfgeist auf dem 16. Teilstück nach Pau.

Eine kontroverse Attacke lancierte Carlos Sastre, nachdem sein Landsmann Samuel Sanchez gestürzt war. Contador versuchte, Sastre zu bremsen und redete auf ihn ein. Aber der Toursieger von 2008 wollte von Solidarität nichts wissen und ließ sich nicht in die Parade fahren. Er löste sich aus dem Peloton, um sich auf die Verfolgung einer siebenköpfigen Spitzengruppe um Marcus Burghardt zu machen.

Die Position zwischen Hauptfeld und Spitzengruppe wurde dem Spanier, der nur kurz von seinem Teamkollegen Ignatas Konovalovas unterstützt wurde, nach langer Solofahrt aber zum Verhängnis. Beim langsam beginnenden Aufstieg zum Tourmalet wurde er 24 Kilometer vor dem Gipfel vom Feld gestellt. Schleck und Contador konzentrierten sich nur auf den 18,6 Kilometer langen Schlussanstieg auf den legendären Pyrenäen-Riesen.

Von Andreas Zellmer und Manuel Schwarz

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