Doping-Skandal in Russland

Leichtathletik-Präsident: "Alle Anschuldigungen falsch"

Moskau - Walentin Balachnitschew, Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes, hat den Vorwurf eines staatlich unterstützten Doping- und Korruptionssystem in Russlands Sports zurückgewiesen.

„Nach unseren Untersuchungen sind alle Anschuldigungen falsch“, sagte Balachnitschew der ARD. „Ich habe mit den Athleten gesprochen. Alle Informationen entsprechen nicht der Wahrheit.“ Die speziell gegen den russischen Leichtathletik-Verband ARAD gerichteten Vorwürfe waren in der ARD-Reportage „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ geäußert worden.

Vor allem die Kronzeugenaussagen von Julia Stepanowa, derzeit wegen Dopings gesperrte 800-m-Läuferin, und ihrem Mann Witali Stepanow, zwischen 2008 und 2011 Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, hatten die Sportwelt erschüttert. Die ARAD erwägt eine Verleumdungsklage.

 Balachnitschew, Schatzmeister des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, war zudem vorgeworfen worden, in einen Schmiergeld-Skandal um die derzeit gesperrte russische Marathon-Läuferin Lilia Schobuchowa verwickelt zu sein. Diese hatte vor laufender Kamera erklärt, dass sie sich durch eine Zahlung von umgerechnet 450.000 Euro ihren Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London erkauft hatte. Ein Teil dieses Geldes sei ihr über eine Firma aus Singapur zurückgezahlt worden.

Nach neuen ARD-Informationen war der Sohn des mächtigen IAAF-Präsidenten Lamine Diack (Senegal), Papa Diack, eng mit dieser Firma verbunden.

SID

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