"Dieser Titel fehlt mir noch"

Harting: Auch in Berlin nicht zu bremsen

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Robert Harting feiert ausgelassen seinen Sieg in Berlin.

Berlin - Robert Harting wurde beim ISTAF in Berlin frenetisch gefeiert. Und obwohl der Diskus-Riese nach einer langen Saison am Ende seiner Kräfte ist will er noch einen Titel gewinnen.

Das Berliner Olympiastadion war schon fast menschenleer, da schrieb Robert Harting noch immer fleißig Autogramme. Nach seinem überlegenen Heimsieg beim ISTAF erfüllte der Diskus-Weltmeister artig alle Wünsche, machte unzählige Fotos und suchte den Kontakt zu seinen Fans. Kurz vor dem Ende einer kraftraubenden Saison, die vor drei Wochen mit dem Gewinn des WM-Titels in Moskau gekrönt wurde, genoss der extrovertierte Riese das Bad in der Menge - und freute sich schon auf das nächste Heimspiel.

„Ich will dort eine geile Show liefern“, sagte Harting mit Blick auf das ISTAF Indoor. In der Arena am Ostbahnhof wird es am 1. März 2014 erstmals seit 1968 wieder ein großes Hallen-Meeting in der Hauptstadt geben, der 28-Jährige soll als großer Star im Mittelpunkt stehen. „Es war auch meine Idee. Man muss die Dinge anpacken und dann umsetzen“, sagte Harting dem SID. Das ehrwürdige Olympiastadion bezeichnet er gerne als sein „Wohnzimmer“, die moderne Multifunktionsarena im Stadtteil Friedrichshain soll künftig sein „Kinozimmer“ werden, meinte der Olympiasieger von London: „Wir müssen uns da natürlich noch einige Sachen anschauen, damit es nicht gefährlich und richtig actiongeladen wird. Aber das wird auf jeden Fall was für Adrenalin-Junkies.“

70-m-Würfe seien in der Heimspielstätte der Basketballer von Alba Berlin und der deutschen Eishockey-Meisters Eisbären Berlin problemlos möglich. „So früh im Jahr werfen wir im Normalfall auch noch nicht so weit. Ich sehe da keine Schwierigkeiten“, meinte Harting. Auch die Deckenhöhe sei absolut ausreichend, 10.000 Zuschauer sollen dabei sein.

Selbst sein ISTAF-Siegwurf hätte für keine Probleme gesorgt. Zum fünften Mal hatte Harting am Sonntag beim größten deutschen Meeting gewonnen, die Weite von 69,02 m habe ihn dabei selbst überrascht. „Die Saison lief insgesamt nicht so stabil, deswegen bin ich schon etwas verwundert, aber wirklich glücklich“, betonte der Berliner. Auch wenn es in Russland mit WM-Gold die Krönung des Jahres gegeben hatte, sei jeder Auftritt in der Hauptstadt etwas ganz Besonderes: „Mir geht hier immer richtig die Düse, wie bei keinem anderen Wettbewerb.“ Sechs Tassen Kaffee habe er am Morgen vor dem Wettkampf getrunken, sonst seien es „nur“ vier.

Bei der Athletenparty ließ der 2,01-m-Hüne seinen umjubelten Auftritt vor mehr als 50.000 Fans in der Heimat am Sonntagabend ausklingen, beendet ist die Saison aber noch nicht. Obwohl Harting nach eigenen Angaben schon „ganz schön platt ist“ und die Kräfte immer mehr schwinden, steht am 15. September noch die Militär-EM in Warendorf auf dem Programm.

Hartings „Problem“: Dort muss der Sportsoldat erneut gegen Vize-Weltmeister Piotr Malachowski antreten. „Er ist beim polnischen Militär beschäftigt, ich bei der Bundeswehr“, sagte Harting. Trotz der starken Konkurrenz will er den Titel unbedingt gewinnen, denn: „Der fehlt mir noch.“

Viele Termine verhindern jedoch eine optimale Vorbereitung. „Mein Terminkalender vom 2. bis 14. September ist voll, irgendwo muss ich noch ein bisschen Training einschieben“, sagte der dreimalige Weltmeister.

SID

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