Entscheidung des DLV

Keine EM für behinderten Weitspringer Rehm

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Der EM-Traum für Markus Rehm ist geplatzt.

Frankfurt/Main - Der unterschenkelamputierte Weitspringer Markus Rehm (25) darf bei der EM in Zürich nicht starten. Diese Entscheidung gab der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Mittwoch bekannt.

Paralympics-Sieger Markus Rehm ist nicht für den Weitsprung bei den Europameisterschaften in Zürich nominiert worden. Diese Entscheidung gab der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Mittwoch in Frankfurt/Main bekannt. "Wir leben Inklusion. Es besteht aber der deutliche Zweifel, dass Sprünge mit Beinprothese und mit einem natürlichen Sprunggelenk vergleichbar sind", erklärte DLV-Präsident Clemens Prokop. Den dritten deutschen EM-Startplatz erhält Julian Howard (Karlsruhe). Unstrittig war die Nominierung von Christian Reif (Rehlingen) und Sebastian Bayer (Hamburg).

Rehm hatte bei den nationalen Meisterschaften am Samstag in Ulm nicht nur den Titel gewonnen, sondern mit 8,24 Metern auch die Norm für die EM vom 12. bis 17. August erfüllt. Daraufhin war eine Debatte ausgebrochen, ob die Beinprothese dem unterschenkelamputierten Leverkusener einen Vorteil verschafft. Bei den Titelkämpfen waren biomechanische Messungen vorgenommen worden.

Rehm wird nicht auf EM-Teilnahme drängen

Paralympics-Sieger Markus Rehm will nicht auf juristischem Weg seine Teilnahme an der Leichtathletik-EM erreichen, drängt aber auf weitere Analysen. „Die EM in Zürich, das Thema ist für mich durch“, sagte der unterschenkelamputierte Weitspringer am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Er habe „Respekt“ für die anderen Sportler, wolle nicht weiter für Verwirrung sorgen und „fair bleiben“.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte sich gegen eine Berücksichtigung des behinderten Sportlers entschieden, der bei den deutschen Meisterschaften der Nichtbehinderten den Titel gewann und die WM-Norm mit 8,24 Metern erfüllte. Grundlage für die DLV-Entscheidung waren biomechanische Messungen bei den nationalen Titelkämpfen.

Diese seien zwar „sehr gut gemacht worden, aber nur zur Hälfte“, sagte Rehm. So werde sein möglicher Nachteil durch eine geringere Anlaufgeschwindigkeit nicht berücksichtigt. „Wir wollen weitere Schritte einleiten, wir wollen weitere Untersuchungen“, betonte der Leverkusener. Er kritisierte, dass das Thema nach weiten Sprüngen in der Vergangenheit nicht vor der Meisterschaft vom DLV geklärt wurde. „Da wurde es vielleicht nicht ganz so ernst genommen“, sagte Rehm.

dpa

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