Peter will K.o. und reizt Klitschko: Mädchenboxen

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Gespannte Atmosphäre: Schwergewichts-Boxweltmeister Wladimir Klitschko aus der Ukraine (links) steht am Montag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main seinem Herausforderer Samuel Peter aus Nigeria gegenüber.

Frankfurt - Wladimir Klitschko schlägt wieder zu. Er will seine WM-Titel gegen Samuel Peter verteidigen. Der Nigerianer hatte Klitschko vor fünf Jahren schon dreimal zu Boden geschickt, aber verloren. Am Samstag will er ihn k.o. hauen.

Kurz vor der Box-Weltmeisterschaft gegen Wladimir Klitschko hat Herausforderer Samuel Peter eine verbale Breitseite abgefeuert. “Die Klitschko-Brüder machen das Schwergewicht kaputt mit ihrer Art Mädchenboxen. Was die treiben, gehört eher in untere Klassen“, tönte der 30-jährige Nigerianer vor dem Duell am Samstag (22.10 Uhr/RTL) in der Frankfurter Commerzbank-Arena und kündigte einen Sieg in den ersten sechs Runden an. Er riet allen, rechtzeitig am Ring zu sitzen, “denn ihr werdet einen ganz schnellen, wunderschönen K.o. erleben, der in die Geschichte eingehen wird“.

Vor der Neuauflage des Schwergewicht-Duells ist Klitschko nicht bange. Dabei hätten die meisten Beobachter Verständnis, sollten den Titelverteidiger Bauchschmerzen befallen. Vor fünf Jahren hatte ihn der Nigerianer bei einem Kampf in Atlantic City dreimal zu Boden geschlagen. Letztlich siegte aber Klitschko nach Punkten. “Es war damals einer der schwierigsten und wichtigsten Kämpfe, die ich jemals hatte - ein Meilenstein in meiner Karriere“, erklärte Klitschko, der in den Jahren zuvor empfindliche K.o.-Niederlagen gegen den Südafrikaner Corrie Sanders und Lamon Brewster aus den USA eingesteckt hatte.

Die besten Boxer-Sprüche

"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde." Eckhardt Dagge (rechts), Superweltergewichts-Weltmeister 1976. © dpa
George Foreman auf die Frage eines Interviewers, warum seine fünf Söhne alle "George" heißen: "Stellen Sie sich mal mit Ali, Frazier oder Holyfield in den Ring und halten den Kopf hin. Dann sind sie froh, wenn sie sich später nicht so viele Namen merken müssen." © dpa
"Falls Du davon träumst, mich zu schlagen, dann wachst Du besser sofort auf und entschuldigst Dich bei mir!" Muhammad Ali © getty
"Ich weiß, wie ich Mike Tyson schlagen kann!" Das verkündete Peter Mc Neeley 1995 vor seinem Kampf gegen Mike Tyson (links). Tyson haute McNeeley (rechts) anschließend in der ersten Runde K.o. © dpa
"Er war unheimlich schnell als Champion. Er war so schnell, dass er das Licht löschte und im Bett war, bevor es im Schlafzimmer dunkel wurde..." George Foreman (links) über Muhammad Ali (rechts). Foreman wurde bei dem legendären Fight der beiden 1975 in Zaire ausgeknockt. © AP
"Es gibt schlaue Deutsche und schlaue Polen, aber Du bist ein dummer Pole. Mit Dir kann man nicht diskutieren, Du bist zu dumm..“ Graciano "Rocky" Rocchigiani (rechts) zu Dariusz "Tiger" Michalczewski (links) auf einer Pressekonferenz vor dem Kampf im Januar 2000. © dpa
„Er ist ein Asozialer. Der sollte sich auf der Straße prügeln". “ Der Tiger im April 2000 über Rocky. © dpa
Muhammad Ali wurde in einem Flugzeug vor dem Start von einer Stewardess aufgefordert, den Gurt anzulegen. Ali prahlte: "Superman braucht keinen Gurt." Die Stewardess konterte: "Superman braucht kein Flugzeug." © dpa
"Einmal machte ich zwei Wochen lang Diät. Alles was ich verloren habe, waren zwei Wochen." George Foreman © dpa
"In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal." Vitali Klitschko rechnete sich gute Chancen für sein Comeback aus. © dpa
Auf die 1939 gestellte Frage, ob er eigentlich wisse, wer William Shakespeare sei, antwortete Schwergewichtsboxer Tony "The TNT Kid" Galento: "Shakespeare? Ich habe noch nie von ihm gehört. Ich vermute mal, er ist einer dieser ausländischen Schwergewichtler. Die sind alle lausig. Eins ist sicher, ich vermöbel den Penner." Da war die Dichterlegende nur schon fast ein halbes Jahrtausend tot. © dpa
Vor seinem letzten Profi-Kampf gegen  Trevor Berbick (links) 1981 war  Muhammad Ali (rechts) schon deutlich von seiner Parkinsonkrankheit gezeichnet. Die Bedenken, ob er überhaupt noch antreten solle, kommentierte Ali trocken: "Noch nie in der Weltgeschichte haben sich so viele weiße Menschen um einen Neger solche Sorgen gemacht." © dpa
Alis Humor ist legendär: Nachdem er durch einen IQ-Test der US-Armee fiel, meinte er nur: “Ich sagte, ich bin der Größte. Ich sagte nicht, ich bin der Klügste” © dpa
Halbschwergewichtler Willie Pastranos kassierte böse Treffer bei einem Kampf in New York . Als er vom Ringarzt gefragt wurde, ob er überhaupt wisse, wo er sei, sagte Pastrano: “Davon kannst Du verdammt noch mal ausgehen. Ich bin im Madison Square Garden , wo ich gerade die Scheiße aus mir herausgeprügelt bekomme” © dpa
Ralf Rocchigiani lästerte: “ Torsten May ist nicht WM-würdig. Der trinkt und raucht nicht” © dpa
Mike Tyson hörte von einem Reporter, dass sein Gegner Bruce Seldon über beeindruckende athletische Fähigkeiten verfüge. Tyson meinte nur: "Was will er tun, wenn ich ihn voll treffe? Hürdenlaufen?" Einen Tag später haute er Seldon in der ersten Runde die Lichter aus. © dpa
Mittelgewichts-Legende Hector "Macho" Camacho über seine Vorlieben: "Meine Frau buht mich aus, wenn wir Sex haben. Sie weiß, dass mich das anmacht." © dpa
Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis erzählte, wie er sich an seine einzige KO-Niederlage 1994 gegen Oliver McCall erinnert: "Plötzlich wachte ich auf, lag auf dem Boden und der Ringrichter starrte mir ins Gesicht und brüllte: sechs, drei, sieben, fünf!" © dpa
"Iron-Mike" Tyson über sich selbst: "Ich weiß, ich bin ein Arschloch, aber das ist nun mal mein Stil." © dpa
Bundeskanzler Konrad Adenauer zu Hein ten Hoff, als der 1952 Europameister im Schwergewicht geworden war und auf USA-Reise ging: "Nun boxen Sie mal schön, aber vergessen Sie nicht, daß wir mit den Amerikanern jetzt befreundet sind." © dpa
"Das Ohr ist durch einen Schlag abgeflogen", erklärte Mike Tyson (links), nachdem er Evander Holyfield (rechts) 1997 ein Stück seines Ohrs abgebissen hatte. Das Foto beweist das Gegenteil... © dpa
Der frühere britische Europa- und Weltmeister im Mittelgewicht, Alan Minter , meinte leicht verharmlosend: "Sicher, es gab Verletzungen und Todesfälle im Boxsport. Aber keine ernsthaften." © Getty
"Man weiß ja nicht, wie groß das bei einem da unten alles ist." Premiere-Kommentator und Ex-Profi Axel Schulz während des "Tiefschlag-Festivals" zwischen John Ruiz und Kirk Johnson . © dpa
"Er ist ein Typ der morgens um sechs Uhr aufsteht, egal welche Uhrzeit es ist." Coach Lou Duva 1996 über das harte Training von Andrew Golota (links). © Getty
"Ich werde dieses In terview sofort abbrechen, wenn Sie nicht ihr Maul halten!" US-Kommentatorenlegende Larry Merchant (Foto) während eines Interviews mit Hector Camacho Jr . zu Promoter Dan Goossen - der sagte Camacho die Antworten vor. © Screenshot: Youtube
Auf die Reporter-Frage, wie es denn zu seinem WM-Gewinn kam, antwortete Ralf Rocchigiani: “Ich habe es mal mit Training versucht” © dpa
"Ich finde, die Deutschen sind wunderbare Leute." Promoter-Legende Don King 1995 nach dem Skandal-Kampf zwischen Axel Schulz und Francis Botha , bei dem die aufgebrachten Zuschauer den Ring bewarfen. © dpa
„Warum sind Sie Boxer?“ wurde der irische Federgewichts-Champion Barry McGuigan (links) gefragt. Seine Antwort: „Weil ich kein Dichter bin. Ich kann keine Geschichten erzählen.“ © Getty
Mike Tyson über seine Ring-Strategie: "Ich versuche, die Nasenspitze meines Gegners zu treffen. Ich will ihm das Nasenbein ins Gehirn treiben." © Getty
Vor seinem Kampf gegen Rocky Marciano (Foto) verkündete Schwergewichts-Weltmeister "Jersey" Joe Walcott 1952: "Ihr könnt meinen Namen aus den Annalen streichen, wenn Marciano mich besiegt!" Marciano haute Walcott in der ersten Runde um. © AP
"Warum glaubte irgendjemand, dass er schlauer rauskommt? Er war drei Jahre im Knast - nicht auf der Uni." Promoter Dan Duva über Tyson, der sich vertraglich wieder an Don King band, kaum dass Tyson wieder ungesiebte Luft atmete. © dpa
"Mann am Bo den - jutet Jefühl" Lebensweisheit des Philosophen und Boxers Graciano "Rocky" Rocchigiani. © dpa
"Keiner versteht, warum Holyfield gegen Tyson kämpfen will. Wäre es nicht einfacher, sich vor einen fahrenden Zug zu stellen?" Das fragte sich Schwergewichtler Michael Moorer. Doch entgegen seiner Prognose besiegte Holyfield Tyson 1996 per K.o. © dpa
"Wir sind verheiratet, wie Vater und Sohn." So beschrieb Promoter Don King sein Verhältnis zu Halbmittelgewichtler Julio César Chavez.  © dpa
Quizmaster und TV-Legende Robert Lembke ("Was bin ich?") befand: "In dieser Welt sind die einzigen Menschen, die noch die Rechte anderer beachten, die Berufsboxer." © dpa
"Foreman kann mich gar nicht getroffen haben, die Hallendecke muß heruntergekommen sein." "Smokin'" Joe Frazier (links) wurde von Foreman (rechts) 1973 mit einem linken Aufwärtshaken ausgeknockt. Frazier hob bei diesem Treffer mit beiden Beinen vom Boden ab. © Getty

Der 34 Jahre alte Gürtelträger von WBO und IBF hält es mit der Volksweisheit “Was mich nicht tötet, macht mich nur härter“. Heute sei er ein Champion, eben ein ganz anderer Kerl als vor fünf Jahren. “Ich bin in den letzten Jahren härter geworden und viel konsequenter in der Umsetzung meiner Strategie, um den Gegner zu beherrschen“, befand Klitschko. Heute strotzt er vor Selbstbewusstsein und Ruhe. Heute füllt er Fußball-Stadien, weil die Hallen mittlerweile zu klein geworden sind. Heute sehen die Experten die Klitschkos konkurrenzlos, weil es dem Schwergewicht an gleichwertigen Könnern mangelt.

Und dennoch gibt es die Mär vom Glaskinn: Wird Klitschko erst mal an selbigem getroffen, wird es zappenduster. Peter ist so einer, dem Technik unwichtig, aber Schlaggewalt - vor allem in den ersten Runden - heilig ist. So weit die Theorie. “Er hat enorm abgespeckt“, beurteilte Klitschko seinen zwölf Zentimeter kleineren Rivalen. “Von Natur aus ist er ein Brocken.“ Dennoch wolle er alles tun, “um ihm den Zahn frühzeitig zu ziehen“.

Die größten Sensationen der Sportgeschichte

Weinheim 1990 - Bayern-Blamage in der Provinz, die Erste: Der große FC Bayern traf am 4. August 1990 in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den badischen Oberligisten FV 09 Weinheim. Feinblechner Thomas Schwechheimer erzielte vor der Pause per Elfmeter das 1:0 für die Amateure. Der amtierende Deutscher Meister mit fünf Weltmeistern im Kader fand kein Rezept gegen die Provinzkicker und kassierte eine Sensationsniederlage. Geschockt verließ Klaus Augenthaler (Foto) das Spielfeld. © AP
Vestenbergsgreuth 1994 - Bayern-Blamage in der Provinz, die Zweite: Am 14. August 1994 musste der fränkische Regionalligist Vestenbergsgreuth (ein 1500-Seelen-Dorf) in der ersten Runde des DFB Pokals gegen den Deutschen Meister FC Bayern ran. Das Spiel wurde aufgrund des großen Interesses ins Nürnberger Frankenstadion verlegt, das ZDF übertrug live. Hatte der Sender im Vorfeld geahnt, dass sich eine Sensation anbahnte? © dpa
In der 43. Spielminute erzielte Roland Stein, Betriebsschlosser bei einer Teefirma, mit einem Kopfballtor das 1:0 für die Dorfkicker. In der zweiten Halbzeit mauerten die Vestenbergsgreuther wie die Wahnsinnigen, den Bayern-Superstars wollte nichts gelingen. Vestenbergsgreuth gab den Sieg nicht mehr aus der Hand. © dpa
„Die Schande ist groß, wir müssen mit der Schmach leben", gestand nach dem Abpfiff ein sichtlich verstörter Lothar Matthäus dem ZDF-Reporter Dieter Kürten. Noch heute läuft Bayern-Fans ein Schauer über den Rücken, wenn sie den Namen „Vestenbergsgreuth“ hören.  © dpa
Nagano 1998 - Der unzerstörbare „Herminator“: Bei diesem Unfall hielt jeder Fernsehzuschauer den Atem an. Am 17. Februar 1998 stand bei den Olympischen Spielen von Nagano (Japan) der Abfahrtslauf der Herren an. Nach 18 Sekunden Fahrzeit hob der Österreicher Hermann Maier in einer S-Kurve ab, und segelte fast 40 Meter waagrecht durch die Luft. © dpa
Anschließend krachte Maier durch drei Sicherheitszäune und blieb schließlich im Tiefschnee neben der Piste liegen. Maier hatte einen Schutzengel: Bei dem Horror-Sturz wurde er nur leicht an Knie und Schulter verletzt. © Screenshot: Youtube
Trotz seiner Schmerzen holte Maier nur drei Tage später Gold im Super-G. Damit nicht genug: Auch im Riesenslalom ließ Maier seinen Konkurrenten keine Chance und gewann sein zweites Olympia-Gold. Das Image vom unzerstörbaren „Herminator“ (angelehnt an schmerzunempfindlichen Super-Roboter „Terminator“) war geschaffen. © AP
Als Maier gefragt wurde, was er während seines Sturzes dachte, meinte er: „Wenn ich jetzt noch Gold gewinne, bin ich unsterblich!“ Erst ein grauenhafter Motorradunfall im Sommer 2001 beendete die bis dahin ungebrochene Dominanz Maiers im Skisport. © AP
Wimbledon 1985 - Die Geburtsstunde einer Tennislegende: Im Sommer 1985 kämpfte sich ein 17-Jähriger aus dem badischen Leimen ins Finale des größten Tennisturniers der Welt. Sein Name: Boris Becker. Am 7. Juli stand der rothaarige Teenager auf dem Centre Court in Wimbledon dem Südafrikaner Kevin Curren gegenüber. © AP
Und Boris schaffte das Tennis-Wunder: In 3:1 Sätzen zwang er den gestandenen Profi in die Knie. Um Punkt 17.26 Uhr verwandelte Becker seinen Matchball. Auf dem Platz beklatschen 13.118 Zuschauer den Senkrechtstarter. Vor dem Fernsehgerät jubelte ganz Deutschland. © dpa
Paris 1989 - Changs größter Triumph: Vier Jahre später verblüffte abermals ein 17-Jähriger Teenager die Tennis-Welt. Der Amerikaner Michael Chang gewann die French Open in Paris. Damit wurde er zum jüngsten Gewinner eines Grand-Slam-Turniers aller Zeiten. (Chang war wenige Monate jünger als Boris Becker bei seinem Wimbledon-Sieg 1985) © AP
Legendär bei diesem Turnier ist Changs Achtelfinal-Sieg gegen den damaligen Weltranglisten-Ersten Ivan Lendl. Chang lag schon mit 0:2 Sätzen gegen den Tschechen zurück - dann drehte er das Match. Von Krämpfen geplagt, brachte er Ivan Lendl mit Aufschlägen von unten und mit Mondbällen aus dem Rhythmus - und bezwang den dreimaligen French Open-Champion. © AP
Im Endspiel besiegte der US-Boy den Schweden Stefan Edberg (rechts) in fünf Sätzen. Im Gegensatz zu Boris Becker konnte Michael Chang seinen Grand-Slam-Erfolg allerdings nicht wiederholen. 2003 beendete der Amerikaner seine Profi-Karriere. 2008 wurde er in die „Tennis Hall of Fame“ aufgenommen. © AP
Miami Beach 1964 - „I am the Greatest!“: Für die Sportjournalisten gab es keine Zweifel: Der junge Herausforderer Cassius Clay (22) würde in seinem Kampf gegen den amtierenden Boxweltmeister Sonny Liston (31) eine vernichtende Niederlage kassieren. © AP
Der bullige Ex-Knacki Liston galt als gefürchteter K.O.-Schläger. Clays damaliger Trainer Angelo Dundee meinte fast vier Jahrzehnte später: “Liston war so stark - der würde noch heute die gesamte Weltspitze weghauen.“ © AP
Doch gegen den extrem flinken und technisch versierten Clay fand Liston in Miami (Florida) kein Mittel. Obwohl Clay provzierend seine Fäuste runterhängen ließ, gelang es Liston kaum, ihn zu treffen. Im Gegenzug traktierte der Herausforderer den Champion ständig mit seiner blitzschnellen Führungshand. Nach der sechsten Runde gab Liston frustriert auf. © AP
Clay war Welteister. In tumultartigen Szenen brüllte er immer wieder „ Ich habe die Welt zum Beben gebracht!“ und „Ich bin der Größte!“ in die Mikrofone. Viele Sport-„Experten“ taten Clay als Eintagfliege ab und warteten auf den Rückkampf.  © AP
Der fand am 25. Mai 1965 in Lewiston (Maine) statt. Clay (der mittlerweile zum Islam konvertiert war und sich nun Muhammad Ali nannte) haute Liston bereits in der ersten Runde nach nur 105 Sekunden um. Legendär: Sein so genannter  „Phantomschlag“. Ali traf Liston derart schnell, dass die meisten Zuschauer am Ring den Schlag gar nicht sahen. © AP
Ali brüllte den am Boden liegenden Liston an: „Komm hoch, du Penner!“ Doch Liston blieb unten. Er hatte bereits im Fallen das Bewusstsein verloren. Es ist bis heute der schnellste K.O. eines ehemaligen Schwergewichtsweltmeisters im Ring. © AP
Kinshasa 1974 - The Rumble in the Jungle: Muhammad Ali wurde im April 1967 der Weltmeistertitel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. Erst 1970 durfte er wieder in den Ring steigen. Vier Jahre später bekam der 32-Jährige einen Titelkampf gegen den damaligen Weltmeister George Foreman (25). © AP
Foreman war in 40 Profikämpfen ungeschlagen und hatte die meisten seiner Gegner innerhalb weniger Runden K.O. gehauen. Wie vor zehn Jahren gegen Liston war Ali der krasse Außenseiter, diesmal auch der Ältere. Wieder räumten die „Experten“ Ali nicht die geringste Chance ein. Der Kampf fand im afrikanischen Kinshasa statt und wurde als „Rumble in the Jungle“ bezeichnet. © AP
Ali zeigte die wohl beste Taktik, die man bislang in einem Boxring gesehen hatte: Er legte sich mehrere Runden lang in Seile und blockte Foremans brutale Schläge. Während sich der Weltmeister an Alis Deckung müde schlug provozierte der Foreman: „Ist das alles, George? Ich habe mehr erwartet! Ist das alles, was Du drauf hast?“ © AP
Kurz vor Ende der 8. Runde haute Ali mit zwei schnellen Links-Rechts-Kombinationen und insgesamt neun aufeinander folgenden Kopftreffern Foreman um. © AP
Foreman taumelte, drehte sich zur Hälfte um seine eigene Achse - dann fiel er zu Boden. Der Champion wurde ausgezählt und Ali brach das ungeschriebene Gesetz des Boxens: „They never come back“! © AP
Lake Placid 1980 - Das Wunder auf dem Eis: Bei den Olympischen Winterspielen von Lake Placid (New York) trat am 22. Februar 1980 ein Team von US-Amateurspielern gegen die als unschlagbar geltende sowjetische Nationalmannschaft an. Was dann passierte, kam für viele Fans einem Wunder gleich. © AP
Die Sowjets gingen zu Anfang erwartungegemäß in Führung. Doch die US-Boys spielten sich kurz vor Ende eine 4:3-Führung heraus. Dann starteten die Sowjets in den letzten Spielsekunden eine Schlussoffensive - die Amis stellten alle Feldspieler vors eigene Tor. © AP
Legendär der TV-Kommentar von Reporter Al Michaels, der die letzten Sekunden herunterzählte: „Elf Sekunden, noch zehn Sekunden, der Countdown geht jetzt richtig los ... Morrow vor auf Silk ... fünf Sekunden noch in diesem Spiel! Noch vier! Glauben Sie an Wunder? Ja!!! Unglaublich!“ Die Amerikaner hatten die Sowjets tatsächlich besiegt. © AP
Im Endspiel gegen Finnland erkämpften die US-Außenseiter dann sogar die Goldmedaille. Die Vereinigten Staaten jubelten. Der Triumph hat sich bis heute ins nationale Gedächtnis gebrannt.  © AP
Emotionalste Szene: US-Torwart James Craig lief nach dem Spiel, in die amerikanische Flagge gehüllt, über das Eis und suchte im Publikum seinen Vater. Kurz zuvor war Craigs Mutter gerstorben. Sie hatte sich gewünscht, dass ihr Sohn bei den Olympischen Spielen dabei sein durfte. © AP
Bern 1954 - Das Wunder von Bern: Die Deutschen haben ihr eigenes Sportwunder -  und zwar die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Im Finale besiegte die deutsche Mannschaft sensationell die hochfavorisierten Ungarn mit 3:2. In der Vorrunde hatten die Ungarn die DFB-Elf noch mit 8:3 geschlagen. © dpa
Im Finale trafen beide Mannschaften wieder aufeinander. Und die DFB-Elf zeigte, was den deutschen Fußball ausmacht: Kampfgeist, Durchhaltevermögen und totaler Einsatz bei den Zweikämpfen. Seit jeher das beste Rezept der deutschen Mannschaften gegen technisch überlegene Gegner.  © dpa
Die Radio-Übertragung Herbert Zimmermanns ging in die Geschichte ein. Sein Kommentar zu Helmut Rahns Siegtor: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ © AP
Er zeigte Größe in der Niederlage: Ungarns Mannschaftskapitän Ferenc Puskas (rechts) gratulierte dem deutschen Spielführer Fritz Walter zum Gewinn des Weltmeistertitels. © dpa
Göteborg 1992 - Danish Dynamite: Eigentlich war Dänemark nicht für die Fußball-EM 1992 qualifiziert. Doch weil Jugoslawien wegen des Bürgerkrieges ausgeschlossen wurde, rückte der Zweitplatzierte der Qualigruppe ins Turnier nach. Sensationell: Im Halbfinale kickten die Dänen den Noch-Europameister Holland raus. Im Finale trafen sie auf den Weltmeister Deutschland. © AP
Von Anfang an dominierten die Dänen die Deutschen.  Im Angriff machten sie laufend Druck (Bild: Michael Laudrup gegen Thomas Hässler) hinten hielt Torhüter Peter Schmeichel souverän. Am Ende hieß es in Göteborg 2:0 für Dänemark. © AP
Dänemark war Europameister, das Land versank im Freudentaumel. Doch nach der EM verabschiedeten sich die Dänen schnell von der internationalen Fußball-Bühne. Sie scheiterten schon an der Qualifikation für die WM 1994 in den USA. © dpa
Lissabon 2004 - König Otto und seine Griechen: Bei der Europameisterschaft 2004 überraschte abermals ein krasser Außenseiter die Fußballwelt. Dieses Mal waren es die Griechen, die bis dato noch kein Spiel bei einer EM oder WM gewonnen hatten. 2004 kickten sie sich nach Siegen über Frankreich, Tschechien und Portugal ins Finale - alle Gegner galten als Turnierfavoriten. © dpa
Die Hellas-Mannschaft besiegte im Finale EM-Gastgeber Portugal mit 1:0. Bereits in der Vorrunde hatten die Griechen die Potugiesen geschlagen. Das entscheidende Final-Tor erzielte Angelos Charisteas vom SV Werder Bremen. © dpa
Als Vater des Turniersiegs gilt der erfahrene deutsche Fußballehrer Otto Rehhagel. Er genießt seit dem Finalsieg 2004 Heldenstatus in Griechenland. Sportjournalisten warfen ihm eine antiquierte Defensivtaktik vor. Rehhagel konterte: „Modern ist, wer gewinnt.“ © dpa
Rehhagel, von der deutschen Presse in Anlehnung an den griechischen Halbgott Herakles aus der Göttersage auch „Rehakles“ genannt, hatte schon sechs Jahre zuvor eine Mannschaft aus Nobodies zu einem sensationellen Titel gecoacht. © dpa
Kaiserslautern 1998 - Nach dem Aufstieg die Schale: Die Bundesliga erlebte 1998 ein Novum: Ein Aufsteiger aus der zweiten Liga holte die deutsche Meisterschaft: Der 1. FC Kaiserslautern gewann unter Trainer Otto Rehhagel die Schale. © AP
Lautern setzte sich früh in der Saison 1997/98 an der Tabellenspitze fest. Zu Anfang der Rückrunde baute der 1. FCK seinen Vorsprung auf Verfolger Bayern München zeitweise sogar auf neun Punkte aus. Die Bayern scheiterten bei ihrer Aufholjagd. Am 33. Spieltag war Lautern Meister © AP
Rehhagel landete mit dem 1. FC Kaiserslautern noch zweimal auf dem UEFA-Cup-Platz fünf. Im Oktober 2000 wurde Rehhagel rausgeworfen. Ein besserer Trainer kam danach nicht mehr in die Pfalz. Die Talfahrt des 1. FCK (mittlerweile in der zweiten Liga) hält bis heute an. © dpa
Lillehammer 1994 - Wasis doppelter Gold-Triumph: Mit seinen 31 Jahren hatte Skifahrer Markus Wasmeier für viele „Experten“ seine besten Zeiten längst hinter sich, als er 1994 bei den Olympischen Winterspielen teilnahm. © AP
Ein enttäuschender 36. Platz in der Abfahrt schien diese Einschätzung zu bestätigen. Doch dann drehte „Wasi“ auf: Er siegte völlig unerwartet im Super-G und im Riesenslalom - und holte Doppel-Gold. © AP
Wasi war nach 58 Jahren der erste deutsche Skirennläufer, der Olympiasieger wurde. Nach dem Ende der Weltcupsaison 1993/94 erklärte der größte deutsche Skifahrer aller Zeiten seinen Rücktritt vom Profi-Sport. © AP
München 1972 - Der Kran von Schifferstadt:  Olympische Spielen 1972 in München: Der deutsche Ringer Wilfried Dietrich trat gegen den 200 Kilo schweren und zwei Meter großen Amerikaner Chris Taylor an. Dietrich packte den Koloss Taylor, warf ihn über sich und schulterte ihn. Für viele Beobachter der "Griff des Jahrhunderts". © dpa
Die Aktion brachte dem Pfälzer Dietrich (nach seinem Herkunftsort) den Spitznamen „Der Kran von Schifferstadt“. Obwohl er in München keine Medaille gewann, ist Dietrich der erfolgreichste deutsche Ringer aller Zeiten. Fünf Medaillen holte er bei fünf Olympischen Spielen seit 1956, darunter Gold und Silber 1960 in Rom. Außerdem gewann er 30 nationale Meistertitel. © dpa

Eine Lehrvorführung hat ihm in der Vorbereitung Bruder Vitali geliefert. Der große Klitschko hatte Peter vor zwei Jahren nach allen Regeln der Kunst in acht Runden zermürbt. Doch Klitschko-Trainer Emanuel Steward warnt vor ollen Kamellen. “Seine Niederlagen haben ihn zu einem kompletten Kämpfer gemacht. Er ist mental und physisch ganz verändert“, beschrieb der Amerikaner den Herausforderer. Wladimir steht mittlerweile bei 54 Siegen in 57 Profi-Kämpfen und bringt es dabei auf 49 K.o.-Erfolge. Peters Bilanz weist 34 Siege (27 K.o.) in 37 Auseinandersetzungen aus.

Mit 40 000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena, wo sonst die Eintracht Fußball spielt, rechnen die Veranstalter. Mehr gehen nicht rein, weil rund 11 000 Plätze wegen der Beleuchtungstechnik gesperrt wurden. Die Gäste im Rund und an den TV-Schirmen dürfen sich laut Steward auf ein spannenderes Gefecht als zuletzt freuen. Klitschko soll Peter instinktiver und aggressiver attackieren. Soll heißen: Nicht lange überlegen, schlagen! Was Bruder Vitali zu der Warnung veranlasste: “Wenn Wladimir mit so viel Killerinstinkt boxt, wie du das willst, landen wir alle im Gefängnis.“

Von Franko Koitzsch

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