Laurel Hubbard

Olympische Sommerspiele: Erstmals Transperson für Kader nominiert

Die Neuseeländerin Laurel Hubbard wird als erste Transgender-Athletin an Olympia teilnehmen.

Tokio - Mehr als fünf Jahre nachdem Olympia die Regeln für transsexuelle Athlet:innen geändert hat, wird erstmals eine Transperson an den Wettbewerben teilnehmen. Neuseeland hat Gewichtheberin Laurel Hubbard für den Kader der Superschwergewichtsklasse der Frauen nominiert.

„Ich bin dankbar und demütig ob der Güte und Unterstützung, die mir so viele im Land entgegengebracht haben“, sagte Hubbard in einer Erklärung des neuseeländischen Olympiakomitees. Die ersten 35 Jahre ihre Lebens hatte die 43-Jährige als Mann gelebt. Olympia in Tokio* wird ihr erster internationale Gewichtheber-Wettbewerb sein.

Olympia: Teilnahme von Laurel Hubbard sorgt für Kritik

Die belgische Gewichtheberin Anna Vanbellinghen tritt in derselben Gewichtsklasse wie Hubbard an und hatte eine mögliche Teilnahme Hubbards als „schlechten Scherz“ bezeichnet, wie die Deutsche Welle sie zitiert. Sie wolle damit auddrücklich nicht Hubbard selbst oder die Transgender-Gemeinschaft kritisieren, allerdings sei eine Teilnahme „unfair gegenüber dem Sport und den Athletinnen“.

Die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard ist die erste Trans-Athletin in der Geschichte der Olympischen Spiele.

Kritiker der Inklusion von Transfrauen bei Sport-Wettbewerben hatten beklagt, dass unter anderem die Knochen- und Muskelstruktur Vorteile bringen könnte, wenn eine Athletin zuvor als männliche Person gelebt hat.

„Wir haben eine starke Kultur des Respekts und der Inklusion. Wir haben uns verpflichtet, alle teilnahmeberechtigten Athletinnen und Athleten zu unterstützen“, wird das neuseeländische Olympische Komitee zititert.

Olympia änderte 2015/16 die Regeln für Trans-Athletinnen

Hubbards wurde entsprechend der Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitees* nominiert. Diese wurden 2015/16 angepasst, um Diskriminierung vorzubeugen.

Das Testosteron-Level einer Transgender-Athletin muss demnach mehr als zwölf Monate lang unter einem bestimmten Wert gelegen haben. Zudem muss die Athletin mindestens vier Jahre zuvor erklärt haben, dass ihre Geschlechtsidentität weiblich ist.

Dies gilt unabhängig von geschlechtsangleichenden Operationen. Entsprechend des „Stockholm Consensus on Sex Reassignment in Sports“ aus dem Jahr 2003 durften Transgeder-Athlet:innen nur dann an Männer- beziehungsweise Frauen-Wettbewerben teilnehmen, wenn alle anatomischen Operationen abgeschlossen sind. (Tanja Koch) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/dpa

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