IOC unter Druck

32 russische Athleten ziehen wegen Olympia-Einladung vor den CAS

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32 russische Athleten wollen ihre Einladung für die Winterspiele in Pyeongchang vor dem Sportgerichtshof CAS erzwingen. 

Der Doping-Skandal um Russland soll Folgen haben. Das Internationale Olympische Komitee kündigte nach der Kritik an der Rechtssprechung des Sportgerichts CAS Reformen an. Zu spät. 32 russische Athleten klagten beim CAS.

Pyeongchang - Das Internationale Olympische Komitee will als Konsequenz aus dem russischen Doping-Skandal die Regeln und das Rechtssystem im Anti-Doping-Kampf umfassend reformieren. „Die Herausforderung wird sein, wie wir die Integrität einer Organisation wie das IOC mit seinen 206 Mitgliedern managen und schützen können“, sagte Präsident Thomas Bach am Dienstag bei der IOC-Session in Pyeongchang. Dazu gehöre auch, wie man der „wachsenden Macht individueller Rechte“ begegnen könne.

Das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS in der Berufungsverhandlung von 39 Athleten aus Russland, die gegen ihren vom IOC als Folge des Doping-Skandals in ihrem Land verhängten lebenslangen Olympia-Bann klagten, hatte viel Kritik ausgelöst. In 28 Fällen hob das CAS die Sperre auf, in elf reduzierte es die IOC-Sanktionen.

Unterdessen versuchen weitere 32 russische Sportler, auf dem juristischen Weg den Start bei den Winterspielen zu erreichen. Die Athleten haben Klage beim Schweizer Bundesgericht und beim Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen ihren Ausschluss von den Spielen in Südkorea eingelegt. Dies bestätigte das Ad-hoc-Gericht des CAS in Pyeongchang. Neben Shorttrack-Star Viktor Ahn und Biathlet Anton Schipulin wehren sich auch die Top-Ski-Langläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow sowie Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa gegen den Olympia-Bann.

Bisher sind 169 Athleten aus Russland zu den Spielen eingeladen worden. Aus dem Kreis der 28 Russen, deren Sperren vom CAS aufgehoben wurden, hatten 15 nachträglich die Teilnahme beantragt. Sie wurde vom IOC abgelehnt.

IOC-Mitglied Pound: Müssen Russland zurück in die olympische Familie bringen 

„Trotz der schwierigen Situation gibt es auch noch die schöne Seite des Lebens“, sagte Bach. „Denn es kann der Beginn von Veränderungen werden in der Welt-Anti-Doping-Agentur, im CAS und auch im IOC. Wir haben die Diskussion darüber begonnen.“

Bei den Winterspielen sind einzelne Sportler als „Olympische Athleten aus Russland“ ohne Fahne und Hymne am Start. Das Nationale Olympische Komitee des Landes wurde vom IOC in Folge des Doping-Skandals suspendiert, kann aber vor Ende der Winterspiele wieder als Mitglied aufgenommen werden.

Eine entsprechende Empfehlung für die Wiederaufnahme wird das Einladungskomitee unter der Leitung Nicole Hoevertsz an das IOC-Exekutivkomitee geben. Es wird während der Spiele beobachten, ob sich die russischen Athleten, aber auch die Fans oder die Medien entsprechend des olympischen Geistes verhalten.

„Es ist unmöglich, jeden einzelnen russischen Teilnehmer und jeden Vorfall zu beobachten“, erklärte sie. „Wir schauen auf das generelle Verhalten.“ Falls ein Athlet die russische Fahne irgendwo tragen sollte, hieße dies nicht, der Bann werde aufgehoben oder nicht. Hoevertsz betonte aber auch: „Es ist wie einem Fußballclub: Er ist auch für das Verhalten seiner Fans mitverantwortlich.“ Jeder russische Starter musste einen umfassenden Verhaltenskodex akzeptieren und unterschreiben.

„Ich stimme zu, dass wir Russland zurück in die olympische Familie bringen müssen, aber zu unseren Bedingungen, nicht zu seinen Bedingungen der Leugnung und des Angriffs“, sagte IOC-Mitglied Richard Pound während der langen Debatte bei der Session und kritisierte auch das Verhalten des IOC in der Causa Russland: „Ein großer Teil der Welt glaubt, dass das IOC versagt hat und die Athleten sauber gemacht hat.“ Bisher habe man im IOC mehr geredet als bewegt. „Unsere Zukunft hängt davon ab, was wir tun, aber nicht, was wir sagen“, meinte der frühere WADA-Präsident.

dpa

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