Entscheidung im Ringen

"Nahkampfmaschine" Stäbler: Bereit für den großen Tag

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Frank Stäbler.

Rio de Janeiro - Frank Stäbler will für die deutschen Ringer am Dienstag das erste Olympia-Gold nach 24 Jahren gewinnen. Der Schwabe gilt als "Nahkampfmaschine".

Ein Spruch von Muhammad Ali hat es Frank Stäbler besonders angetan. "Egal, ob es regnet, stürmt oder schneit - du wirst jeden Tag Weltmeister sein und mit einem Lächeln aufstehen." Diese positive Lebenseinstellung eines Champions hat sich auch der deutsche Ringer-Weltmeister zu eigen gemacht. Am Dienstag will der 27-Jährige dem "Größten" nacheifern - und Olympiasieger werden.

Stäbler, die selbsternannte "Nahkampfmaschine", ist im Ringer-Deutschland die Ausnahme-Erscheinung seiner Generation. Er kann, ja er soll der etwas angestaubten Kampfsportart zu neuem Glanz verhelfen. Im vergangenen Herbst bescherte er dem deutschen Ringen mit seinem Triumph in Las Vegas nach 21 Jahren wieder einen WM-Triumph. In Rio könnte er das erste Olympia-Gold nach 24 Jahren für den Deutschen Ringer-Bund (DRB) holen.

"Die Tagesform entscheidet"

Stäbler selbst bleibt vorsichtig und zeigt großen Respekt vor seinen Gegnern. "Es gibt fünf, sechs Kämpfer, die sich alle auf einem Niveau bewegen. Da entscheidet die Tagesform", sagte der Schwabe, den ein unbändiger Wille auszeichnet. "Er war eigentlich nie das große Bewegungstalent, doch er wusste früh, was er wollte", sagte sein Heimtrainer Andreas Stäbler, der mit dem Weltmeister nicht verwandt oder verschwägert ist.

Der Ausnahmeringer kam über einen Zufall zu seinem Sport. Weil das Mutter-Kind-Turnen im heimischen Musberg ausgebucht war, brachte seine Mutter den Vierjährigen kurzerhand in den Ringer-Kindergarten. Aus der Verlegenheitslösung wurde ein Volltreffer, in der schwäbischen Ringerhochburg reifte das Bewegungstalent zu einem der besten seiner Zunft.

Familie als Basis des Erfolgs

Die Familie im heimischen Musberg in der Nähe von Stuttgart war und ist für den bodenständigen Athleten die Basis des Erfolgs. Immer noch begleiten ihn Freundin, Eltern, Tanten, Onkel und Bruder zu den Wettkämpfen; auch nach Rio. Ganz wichtig ist die Mama, die ihm jedes Mal Tafelspitz in Fleischbrühe mit Nudeln kocht - als Belohnung für all die Schinderei bis zum Kampf.

Mit dem Gewichtmachen hat der gebürtige Böblinger nämlich seine liebe Not. "Das ist jedes Mal ein Gang durch die Hölle", sagte er. In acht Tagen nimmt der griechisch-römisch-Stilist acht Kilo ab, eine Quälerei - wenig essen, in den letzten Tagen kaum noch trinken, immer wieder saunieren.

Auch vor Rio musste sich Stäbler wieder der Prozedur unterziehen, um in der Klasse bis 66 kg zu starten. Das kann er am besten zu Hause, weshalb er erst am Freitag anreiste. Nach kurzer Eingewöhnung fiebert er der bislang größten sportlichen Herausforderung seines Lebens entgegen, wie DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis meinte: "Er ist bereit für den großen Tag."

Unser Live-Ticker zu den Olympischen Spielen in Rio.

SID

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