Nach Grand-Slam-Titel im Januar

Kerber nach Odyssee am Zuckerhut gelandet: "Gold wäre ein Traum"

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Angelique Kerber.

Rio de Janeiro - Angelique Kerber ist nach einer mehrtägigen Odyssee in Rio angekommen. Ab Samstag startet ihre olympische Medaillen-Mission.

Auch von einer Odyssee mit ungeplantem Zwischenstopp im Big Apple ließ sich Angelique Kerber nicht die Vorfreude auf ihre Medaillen-Mission am Zuckerhut verhageln. Zwinkernd saß die Australian-Open-Siegerin mit über zwei Tagen Verspätung im Shuttlebus zum Olympischen Dorf und twitterte erleichtert: "Endlich in Rio angekommen." Nur wenig später trainierte Kerber bereits mit Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic im Tennis-Stadion im Olympia-Park.

Nach ihrem Halbfinal-Aus beim WTA-Turnier in Montréal am vergangenen Wochenende gegen Simona Halep (Rumänien) hatte Kerber wie andere Kolleginnen eigentlich via Miami nach Rio reisen wollen, nachdem Direktflüge von Kanada nach Brasilien wegen technischer Probleme nicht möglich waren. Aber in Florida spielte das Wetter nicht mit. Also "strandeten" die Kielerin und die Polin Agnieszka Radwanska in New York, wobei es die Nummer fünf der Welt danach noch härter traf: Radwanska musste einen Zwischenstopp Lissabon einlegen, um drei Tage später als geplant in Rio zu landen.

Die Russin Jelena Wesnina, die zusammen mit Jekaterina Makarowa zu den Mitfavoritinnen im olympischen Doppel zählt, musste wegen des Flugchaos ihren 30. Geburtstag sogar am Airport Montréal verbringen. Die Spielerinnen machten ihrem Ärger über die anscheinend heillos überforderte Fluglinie American Airlines bei Twitter Luft.

Olympia 2012 war "Gänsehaut pur"

Doch Kerber hatte die Odyssee schnell weggesteckt. Zu groß ist der Hunger der 28-Jährigen auf das Abenteuer Olympia. "Als ich mit der ganzen Mannschaft bei meinen ersten Spielen 2012 in London ins Stadion gelaufen bin, das war Gänsehaut pur. Ich habe damals auf der Stadionrunde mitgefilmt. Und die Sequenzen schaue ich mir auch heute noch immer mal wieder an", sagte Kerber dem Sport-Informations-Dienst (SID) und meinte zu ihren Zielen: "Ich möchte eine Medaille holen, Gold wäre natürlich ein absoluter Traum." In Rio ist sie hinter Branchenführerin Serena Williams an Position zwei gesetzt.

Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner, die am Mittwoch noch vor Kerber mit Co-Trainer Dirk Dier und Annika Beck auf dem Flughafen Galeão ankam, traut ihrer Nummer eins bei den Sommerspielen viel zu. "Angie ist fit und gesund. Sie ist mit den Matches von Montréal gut vorbereitet für Rio", sagte Rittner. Selbst der jüngsten Niederlage gegen Halep (0:6, 6:3, 2:6) misst Rittner nicht viel Bedeutung bei. "Wichtig war es für Angie, vor Olympia noch ein paar Spiele auf Hartplatz zu bestreiten."

Doppel-Duo mit Andrea Petkovic

Im Doppel wird Hoffnungsträgerin Kerber mit Andrea Petkovic (Darmstadt) antreten. Ob sie auch im Mixed starten wird, soll erst in den kommenden Tagen entschieden werden.

Kerber weiß noch nicht, wie schwer es sein wird, die Balance zwischen dem sportlichen Ehrgeiz und dem Genuss des olympischen Klassenfahrt-Gefühls im Dorf zu finden. "Es wird interessant sein, das herauszufinden. Der Wettkampf hat natürlich Priorität. Aber ich hoffe, das olympische Flair in Rio auch genießen zu können", meinte die Wimbledonfinalistin. Wenn Zeit bleibt, will sich Kerber Wettbewerbe im Schwimmen, Hockey, Volleyball oder Handball anschauen.

Bei den deutschen Tennis-Männern indes sind die Medaillen-Aussichten nach den Absagen von Alexander Zverev (Unwohlsein) und Philipp Petzschner (Virus) alles andere als rosig. "Aber insbesondere Philipp Kohlscheiber ist vielleicht eine Überraschung zu zutrauen", sagte Dirk Hordorff, Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und Teamchef in Rio.

SID

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