Medaillenkandidaten enttäschen

Durchwachsener Start für deutsche Leichtathleten

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Robert Harting hatte sich den Olympia-Auftakt sicher anders vorgestellt.

Rio de Janeiro - Die deutschen Leichtathleten haben bei den Olympischen Spielen einen eher enttäuschenden Start hingelegt. 

Erst scheiterte Diskus-Star Robert Harting, dann patzte wenige Stunden später auch noch Gold-Hoffnung Christina Schwanitz mit der Kugel. "Ich habe verkackt", sagte die Weltmeisterin in der ARD.

Beim etwas überraschenden Sieg der Amerikanerin Michelle Carter, WM-Dritte 2015 in Peking, blieb die 30 Jahre alte Sächsin mit Platz sechs deutlich hinter ihren Ansprüchen zurück. Schwanitz, trotz Verletzungssorgen und Trainingsrückstand im Juli auch Europameisterin geworden, wirkte nach dem Wettkampf etwas ratlos. "Ich weiß auch nicht, ich glaube ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, ich bin überhaupt nicht reingekommen in den Wettkampf."

Guter Start von Siebenkämpferin Schäfer

Für einen Lichtblick sorgte hingegen Siebenkämpferin Carolin Schäfer. Die Friedrichsteinerin hat nach einem furiosen ersten Wettkampftag eine Medaille im Blick. Die 24-Jährige liegt nach vier Disziplinen mit 3936 Punkten auf Rang fünf. Sie hat nur 28 Zähler Rückstand auf Platz drei.

Mit 13,12 Sekunden über die 100 m Hürden und 14,57 m im Kugelstoßen stellte Schäfer zwei persönliche Bestleistungen auf. In Führung liegt London-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien) mit 4057 Punkten vor der Belgierin Nafissatou Thiam (3985) und Akela Jones (3964/Barbados).

Erfolge im Sprint und Hammerwerfen

Mit dem Hammer hat nur die frühere Weltrekordlerin Betty Heidler (Frankfurt) das Finale erreicht. Die EM-Zweite kam im ersten Versuch der Qualifikation auf eine Weite von 71,17 m und schaffte damit den Sprung in den Endkampf der besten Zwölf am Montag (10.40 OZ/15.40 MESZ). Für Kathrin Klaas (67,92/Frankfurt) war hingegen ebenso Endstation wie für Charlene Woitha (62,50/Berlin).

Über 100 m rannte die deutsche Meisterin Tatjana Pinto (Paderborn) in das Halbfinale am Samstag (21.00 Uhr OZ/2.00 Uhr MESZ). Die 24-Jährige schaffte es als Vorlaufzweite nach 11,31 Sekunden direkt in die nächste Runde. Das Finale findet ebenfalls am Samstag (22.35 Uhr OZ/3.35 MESZ) statt. "Ich habe nicht bis zum Ende gepowert, das muss morgen dann so sein", sagte Pinto: "Ich versuche, alles zu geben. Dann sieht man, was rauskommt."

Die großen Favoritinnen um Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce (10,96/Jamaika), Vize-Weltmeisterin Dafne Schippers (11,16/Niederlande) und die Jahresweltbeste Elaine Thompson (11,21/Jamaika) gaben sich beim ersten Aufgalopp ebenfalls keine Blöße.

Im Vorlauf über 1500 m der Frauen zeigte Shooting-Star Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) einen couragierten Auftritt. Im Rennen mit Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (4:10,61/Äthiopien) lief das Team-Küken in 4:11,76 Minuten auf Rang sechs und qualifizierte sich direkt für das Halbfinale am Sonntag (21.30 Uhr OZ/02.30 Uhr MESZ). "Ich habe gedacht, ich habe nix zu verlieren und mir gesagt: 'Renn einfach'", meinte Klosterhalfen. Die Frankfurterin Diana Sujew (4:09:07) kam als Zehnte ihres Vorlaufs noch über die Zeitregel weiter.

Im Weitsprung der Männer enttäuschten die Deutschen. Alyn Camara (Leverkusen) schied mit blamablen 5,16 m sowie zwei ungültigen Versuchen sang- und klanglos aus, Fabian Heinle (Stuttgart) fehlten mit seinen 7,79 m sechs Zentimeter zum Erreichen des Finales (Samstag, 20.50 Uhr OZ/01.50 Uhr MESZ). Olympiasieger Greg Rutherford (Großbritannien) zitterte sich mit im letzten Versuch erzielten 7,90 m weiter. Der Weltjahresbeste Jarrion Lawson (USA) hinterließ mit einen starken Eindruck.

Wir berichten rund um die Uhr von den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

sid

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