Fischer kritisiert Olympia-Marketing

So lebt Diskus-Paar Harting/Fischer in Rio

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Diskus-Paar Harting/Fischer treten bei Olympia an.

Rio de Janeiro - Manche Liebespaare lernen sich bei olympischen Spielen kennen, andere sind bereits gemeinsam dort. So auch Olympiasieger Robert Harting und seine Freundin Julia Fischer.

Olympiasieger Robert Harting und seine Freundin Julia Fischer schlafen bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro getrennt. „Wir gehen (...) nie zusammen auf ein Zimmer“, erklärte die Vize-Europameisterin in einem Interview der „Bild am Sonntag“. Das Diskus-Duo aus Berlin ist da ganz konsequent. „Im Trainingslager kommt dann irgendwann mal Urlaubs-Charakter auf“, erklärte Fischer. „Das machen wir nie so, auch bei keinem Wettkampf - besonders nicht in Rio.“

Jeder konzentriere sich auf sich. „Es ist auch so, dass wir uns nach der Saison wieder aneinander gewöhnen müssen“, meinte Fischer. Man sei zwar zusammen im Trainingslager, „aber es ist nicht so, dass wir Händchen haltend durch die Gegend laufen oder rumknutschen“. Der dreimalige Weltmeister Harting findet es dennoch „ganz cool“, zusammen mit seiner Lebensgefährtin bei Olympia zu starten: „Wir freuen uns beide.“

Fischer kritisiert Olympia-Marketing

Fischer kritisierte in dem Interview auch das ausufernde Marketing. "Die einzigen olympischen Momente, die es für mich noch gibt, sind die, wenn wir im Stadion sind", sagte die EM-Zweite. "Denn das ganze olympische Dorf ist mit Werbung zugeklatscht."

Sie sei bereits 2012 in London "richtig enttäuscht" gewesen, berichtete die 26-Jährige. "Im Dorf kam gar kein richtiges Flair auf. Nur, wenn man im Stadion ist und etwas Großes passiert, kriege ich noch Gänsehaut und denke: Wow, das ist das größte Sportereignis der Welt. Der Rest ist vom eigentlich olympischen Gedanken so weit weg, wie es nur geht."

Harting sieht sich nicht in Favoritenrolle

Er ist zwar Olympiasieger, aber dennoch genießt es Harting, dass er nicht der große Favorit in Rio ist. "Als Jäger hast du die Gegner immer im Blick. Es motiviert, wenn sie vor dir herrennen und du immer reagieren kannst", sagte der 31-Jährige der Bild am Sonntag: "Wenn du wegläufst, wie es bisher immer war, musst du dich absichern, immer 120, 130 Prozent geben. So ist es einfacher."

Für ihn seien 68,50 m drin, sagte Harting. "Das kann für Gold reichen, aber vielleicht auch nur zu Bronze." Die Leichtathletik-Wettbewerbe im Olympiastadion beginnen am Freitag (12. August).

Alle Ereignisse rund um Olympia finden Sie in unserem Ticker. Außerdem können Sie hier alle Ergebnisse vom ersten Tag im Überblick anschauen.

dpa

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