Nowitzki bringt Dallas kein Glück

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Dirk Nowitzki mit ungewohnt kleinem Ball: Der Basketball-Superstar brachte den Texas Rangers kein Glück.

Dallas/Boston - Basketball-Superstar auf Abwegen: Dirk Nowitzki hat den Texas Rangers im dritten Finalspiel der Major League Baseball (MLB) kein Glück gebracht.

Der deutsche Basketball-Star der Dallas Mavericks warf am Samstag (Ortszeit) im Heimspiel der World Series gegen die St. Louis Cardinals den obligatorischen ersten Ball (“First Pitch“), dennoch verloren die Rangers klar mit 7:16 und liegen in der “Best of seven“-Serie mit 1:2 zurück.

Noch genießt Dirk Nowitzki in Dallas seine ungewohnte Freizeit und drückt als Edelfan den Texas Rangers in der World Series der Major League Baseball (MLB) die Daumen. Sollte jedoch im Arbeitskampf der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA weiter keine Lösung gefunden werden, wird ein Wechsel des Superstars nach Europa immer wahrscheinlicher.

Was unser NBA-Star beim Freiwurf singt: So tickt Dirk Nowitzki

Was er beim Freiwurf singt: So tickt Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki ist weltweit einer der bekanntesten deutschen Sportler. Wir präsentieren Wissenswertes über den NBA-Superstar, das Sie überraschen könnten... © picture alliance / dpa
Sein ganzer Name lautet Dirk Werner Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist eine absolute Identifikationsfigur in Dallas, seiner zweiten Heimat nach Würzburg. Er hatte im Laufe der Jahre verschiedene Spitznamen, unter anderem German Wunderkind, Dirkules, Dirk Diggler oder Dunking Deutschman. © picture alliance / dpa
Nowitzkis Schwester Silke arbeitete fürs Liga-Fernsehen NBA TV. © picture alliance / dpa
Als Dirk Nowitzki zu den Dallas Mavericks kam, war seine Abwehrarbeit alles andere als meisterlich. Deswegen strichen spitzfindige Fans kurzerhand das D für Defense aus seinem Vornamen und nannten ihn frech "Irk". © picture-alliance / dpa/dpaweb
Im Urlaub legt sich Nowitzki nicht auf die faule Haut, sondern rackert mit seinem Mentor Holger Geschwindner in einer Turnhalle in Rattelsdorf nahe Bamberg. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde in den USA 1997 ein Begriff. Beim Nike Hoop Summit, bei dem eine NBA-Auswahl gegen eine Horde europäischer Talente antrat, dunkte der junge Deutsche über NBA-Legende Charles Barkley. Dieser fragte in der anschließenden Pressekonferenz nach Nowitzkis Namen und empfahl ihm, in die USA zu kommen. © picture alliance / dpa
Individuell am Höhepunkt: 2007 bekam Nowitzki den MVP-Award und wurde praktisch zum besten Spieler der Welt ernannt. © picture-alliance/ dpa
In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere war der kanadische Aufbauspieler Steve Nash Nowitzkis bester Kumpel. Beide wurden später unabhängig voneinander zum MVP ernannt, dem wertvollsten Spieler. © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki hätte möglicherweise auch als Tennisspieler Karriere machen können. In seiner Jugend zählte er zu den größten deutschen Talenten. Dann legte er den Schläger zur Seite und konzentrierte sich voll auf Basketball. © picture alliance / dpa
Beim US-Volkssport Baseball macht Nowitzki eher eine mittelprächtige Figur, aber Basketball liegt ihm in den Genen: Nowitzkis Mutter Helga spielte einst für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft, sein Vater Jörg war Handballer. © picture alliance / dpa
Der einzige gebürtige Deutsche, der außer Nowitzki jemals den großen Durchbruch in der NBA schaffte, war Detlef Schrempf (l.). Im Vergleich zu Schrempf war es Nowitzki stets ein Anliegen, die deutsche Nationalmannschaft selbst nach der antrengenden NBA-Saison bei wichtigen Turnieren zu vertreten. © AFP
Logische Konsequenz: Nowitzki durfte bei Olympia 2008 in Peking die deutsche Flagge tragen. © picture-alliance/ dpa
Nowitzki und die Haarpracht: Im Laufe der Jahre trug er so ziemlich alles vom Stoppellook über die Boygroup-Gelfrisur bis hin... © picture-alliance/ dpa
... zur Langhaar-Matte. Als er mal besonders lange nicht beim Friseur war, verkleideten sich einige Fans mit Wischmob auf dem Kopf als Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde beim NBA-Draft von den Milwaukee Bucks ausgewählt, für die er aber nie spielen sollte, weil er sofort zu den Dallas Mavericks weitertransferiert wurde. Dort trägt er bis heute die Nummer 41. © picture alliance / dpa
Nowitzki spielt in seiner Freizeit Saxophon und Gitarre. Entsprechende Videos kursieren im Internet. © picture alliance / dpa
2009 erlitt Nowitzki emotional Schiffbruch, als die Beziehung zu seiner Verlobten Crystal Taylor platzte. Sie führte ein kriminelles Doppelleben und musste ins Gefängnis. © picture-alliance/ dpa
Mittlerweile hat Nowitzki eine neue Liebe gefunden. Im Sommer 2012 gaben sich der Basketballer und die Schwedin Jessica Olsson in der Karibik das Ja-Wort. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist bekannt für seine Bescheidenheit. In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere leistete er sich als Multimillionär nicht mehr als eine Wohnung und einen geräumigen Gebrauchtwagen, in dem seine Körpergröße keine Probleme darstellte. © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki singt beim Freiwurf "Looking for Freedom" von David Hasselhoff. Natürlich nicht voller Inbrunst, sonder nur ganz leise, um sich besser konzentrieren zu können. © picture alliance / dpa

“Wenn der Lockout noch lange andauert, muss ich mir definitiv im Januar, Februar etwas dort suchen“, sagte Nowitzki am Samstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz beim dritten Finalspiel der MLB World Series zwischen den Rangers und den St. Louis Cardinals. Der Star der Dallas Mavericks hatte vor der Partie unter dem Jubel der 51 462 Zuschauer im Rangers Ballpark den obligatorischen ersten Ball (“First Pitch“) geworfen.

In der Vergangenheit hatte Nowitzki einen Wechsel in die Basketball-Bundesliga ausgeschlossen. In ALBA Berlin, Aufsteiger Bayern München und Meister Brose Baskets Bamberg gibt es in Deutschland drei Teams, die öffentlich Interesse an einer Verpflichtung des NBA-Champions bekundet hatten. “Aber dann müsste ich mich für einen Club entscheiden und die anderen beiden wären enttäuscht“, hatte Nowitzki bislang immer gesagt.

Nach seiner Aussage vom Samstag begann aber bereits wieder das Werben um den Blondschopf. “Wenn er wirklich in Deutschland spielen wollen würde, dann gäbe es für ihn eigentlich nur einen Verein: Den FC Bayern München“, sagte Münchens Trainer Dirk Bauermann. “Der FC Bayern ist eine Weltmarke und Dirk Nowitzki ist es auch“, meinte der frühere Bundestrainer. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte in der Vergangenheit gesagt, sollte es eine Möglichkeit geben, Nowitzki zu holen, werde er alles dafür tun. “Und wenn der Uli das sagt, dann ist das ein starkes Wort“, sagte Bauermann.

Nowitzki erklärte, er plane aufgrund des andauernden Tarifstreits zwischen den Clubeignern und der Spielervereinigung NBPA in den kommenden Wochen zurück nach Deutschland zu fliegen und dort das Training mit seinem Mentor und Privatcoach Holger Geschwindner wieder aufzunehmen. “Es wird einfach Zeit, dass ich zurück in meine Routine komme“, sagte der 33-Jährige.

Nowitzki zeigte sich enttäuscht davon, dass selbst das Einschalten des erfahrenen staatlichen Vermittlers George Cohen in dieser Woche keinen Fortschritt in die festgefahrenen Verhandlungsgespräche zwischen den Eignern und den Profis gebracht hat. “Wir hatten alle gehofft, dass mit ihm etwas passieren würde. Dass die Gespräche abgebrochen wurden, ist sehr bedauerlich. Hoffentlich bekommen wir bald etwas hin, aber es sieht nicht gut aus.“

dpa

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