Djokovic gegen Murray

Traumfinale in Wimbledon perfekt

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Novak Djokovic benötigte fast fünf Stunden, um Juan Martin del Potro zu besiegen

London - Novak Djokovic bezwingt Juan Martin del Potro im längsten Halbfinalmatch der Wimbledon-Geschichte. Am Sonntag trifft er auf Andy Murray, der damit erneut die Chance hat, den britischen Wimbledonfluch zu brechen.

Novak Djokovic überstand das längste Halbfinale der Turniergeschichte, Andy Murray das Aufschlag-Gewitter eines jungen Polen. Nachdem der Weltranglistenerste Djokovic nach 4:43 Stunden Juan Martin del Potro in die Knie gezwungen hatte, hielt der Weltranglistenzweite Murray gegen Jerzy Janowicz die britischen Hoffnungen auf den ersten Wimbledonsieg seit 77 Jahren am Leben. Am Sonntag bestreiten die beiden derzeit besten Spieler Tennisspieler der Welt das Traumfinale im All England Club.

„Das war eines der besten Matches, an dem ich jemals mitwirken durfte“, sagte Djokovic nach dem 7:5, 4:6, 7:6 (7:2), 6:7 (6:8), 6: 3 gegen del Potro: „Es war so eng, es war so aufregend. Ich bin einfach nur stolz, durchgekommen zu sein.“ Djokovic und del Potro schlugen derart intensiv auf sich ein, dass selbst BBC-Dampfplauderer Boris Becker nichts mehr einfiel.

„Es gibt kaum Worte, das zu beschreiben, was wir hier geboten bekommen“, sagte der dreimalige Wimbledon-Champion, der zuvor Teilhaber der Bestmarke für das längste Halbfinale an der Church Road war. Vor seinem dritten Titel 1989 bekämpfte er sich 4:01 Stunden mit Ivan Lendl.

Dass die Auseinandersetzung zwischen dem Serben und dem Argentinier fast eine Dreiviertelstunde länger dauerte, lag vor allem an del Potro, der sich einfach nicht geschlagen geben wollte. Knie, Hüfte und Rücken schmerzten, als sich der „Turm von Tandil“ im Tiebreak des vierten Satzes zwei Matchbällen gegenüber sah. Mit seiner unnachahmlichen Vorhand und einem krachenden Aufschlag wehrte der 1,98 Meter-Riese Djokovics Chancen auf einen früheren Feierabend ab.

Bis zum Halbfinale hatten beide Spieler im Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben, Djokovic hatte dabei Tommy Haas und den früheren Finalisten Tomas Berdych bezwungen. Del Potro, der ihn im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen im Match um die Bronzemedaille geschlagen hatte, war jedoch eine ganz andere Herausforderung. 2009 gewann del Potro die US Open, „und heute hat er gezeigt warum“, sagte Djokovic: „Immer wenn es eng war, kam er mit unglaublichen Schlägen.“

Del Potro sah es genauso: „Ich habe mehr als viereinhalb Stunden richtig gut gespielt, aber er war besser, sonst hätte er nicht gewonnen. Es war bestimmt unglaublich, uns zuzugucken, aber ich bin traurig, weil ich so nah dran war, ihn zu schlagen.“ Ob sich Djokovic bis zum Finale am Sonntag erholen könne? „Erst muss ich mich selbst erholen, dann wünsche ich Nole alles Gute. Er ist ziemlich stark, er wird fit sein.“

Djokovic bestreitet am Sonntag (15.00 Uhr/MEZ) sein zweites Wimbledonfinale und fühlt sich derzeit besser in Form als bei seinem Triumph 2011. Der 26-Jährige, der sich auf dem Heiligen Rasen bewegt wie kein Zweiter, ist die letzte Hürde auf Murrays Weg in die Geschichtsbücher. Der Schotte gewann gegen den 2,03 Meter großen Youngster Jerzy Janowicz 6:7 (2:7), 6:4, 6:4, 6:3 und war hörbar verärgert über den Halbfinal-Debütanten aus Polen.

„Es ist noch nicht einmal dunkel und er beschwert sich hier die ganze Zeit“, motzte Murray, nachdem Janowiczs Flehen zu Beginn des vierten Satzes erhört worden war und das Dach geschlossen wurde. Es folgten 30 Minuten Pause, die Murray allerdings nicht aus dem Rhythmus brachten. Im dritten Spiel nach der Unterbrechung gelang ihm das entscheidende Break, obwohl Janowicz weiterhin mit mehr als 220 km/h servierte. Nach 2:51 Stunden Spielzeit verwandelte der Olympiasieger seinen ersten Matchball, zog zum zweiten Mal in Folge ins Finale ein und lässt seine Landsleute weiter vom ersten britischen Wimbledontitel seit Fred Perry 1936 träumen.

sid

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