Neues Testfverfahren

Wird Doping im großen Stil vertuscht?

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Das IOC untersucht jetzt auch Proben von den olympischen Spielen 2006 in Turin

Köln - Hunderte positive Dopingtests, aber bislang nur 38 bekannt gewordene Fälle. Kritiker halten eine Vertuschung für denkbar. Das IOC prüft jetzt auch Proben von 2006.

Die Fahndungs-Erfolge durch die in Köln und Moskau entwickelten neuen Langzeit-Nachweisverfahren auf Anabolika-Klassiker stehen noch in krassem Gegensatz zu der Zahl bislang sanktionierter Athleten.

Laut der Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) waren alle nach dem neuen Verfahren analysierten Dopingproben deutscher Athleten bisher negativ. 3500 seien seit Ende 2012 in den Instituten in Köln und im sächsischen Kreischa auf diese Weise getestet worden. Zugleich teilte die NADA mit, sie plane Nachtests gelagerter Proben in ausgewählten Sportarten und Disziplinen. Die NADA bestätigte, die deutschen Labore hätten mit diesen Methoden zahlreiche positive Proben von ausländischen Sportlern entdeckt, die vorher nicht gefunden worden wären.

Der Kölner Laborchef Wilhelm Schänzer hatte dem Sport-Informations-Dienst (SID) am Montag erklärt, seit Anwendung des neuen Langzeitnachweises im November 2012 habe man 200 positive Fälle auf Stanozolol zusätzlich analysiert. Nach Informationen des WDR-Magazins sportinside hat die Flut von Doping-Nachweisen innerhalb eines Jahres in Köln und Moskau aber gerade einmal 38 Verfahren nach sich gezogen.

„Vertuschung ist nicht ausgeschlossen. Richard Pound, der nicht Chef der Anti-Doping-Weltagentur bleiben durfte, hat schon recht: Die Wahrheit wäre zu peinlich für Sportverbände“, sagte der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke dem SID.

Die positiven Proben, die auch im umstrittenen Doping-Labor in Moskau analysiert wurden, stammen laut sportinside vor allem aus dem Bereich der früheren Sowjetunion (Russland, Kasachstan, Armenien, Weißrussland, Moldawien) sowie aus der Türkei. Die Quantität stützt die Ergebnisse einer anonymen Umfrage unter den Teilnehmern der Leichtathletik-WM 2011 in Daegu/Südkorea. Aus der Erhebung war hervorgegangen, dass 29 bis 45 Prozent der Athleten im Vorfeld der Wettkämpfe verbotene Medikamente genommen hatten. Die weltweite Aufklärungsquote liegt deutlich unter ein Prozent.

Das IOC hatte am Montag dem SID bestätigt, dass die neuen Nachweisverfahren aus Köln und Moskau derzeit beim Nachtesten von Proben angewandt würden, die bei den Winterspielen 2006 in Turin entnommen worden waren. Der neue Test würde auch bei Wettkampf-Kontrollen der Spiele 2014 in Sotschi genutzt. Nachtests der Spiele 2010 in Vancouver (Winter), 2008 in Peking oder 2012 in London (jeweils Sommer) bestätigte das IOC jedoch nicht.

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SID

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