NBA-Finals

Miami Heat erleben historisches Debakel

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LeBron James war bedient

San Antonio/Boston - Den Meister blamiert, Superstar LeBron James degradiert - die San Antonio Spurs haben im Titelkampf der NBA gegen die Miami Heat ein Ausrufezeichen gesetzt.

Am Dienstag (Ortszeit) verpassten die Texaner dem Titelverteidiger Miami Heat eine beinahe schon historische Lektion. Vor allem dank einer denkwürdigen Dreier-Show gewannen die Spurs gegen den völlig überforderten Champion mit 113:77 und liegen in der Best-of-Seven-Finalserie mit 2:1 vorn. „Uns wurde der Hintern versohlt. Das war unsere schlechteste Leistung“, sagte Dwyane Wade.

„Ich habe mein Team heute nicht wiedererkannt. Wir haben bekommen, was wir verdienen“, meinte ein sichtlich konsterniert dreinblickender Heat-Trainer Erik Spoelstra. Nach einer 50:44-Halbzeitführung dominierten die Gastgeber den zweiten Durchgang nach Belieben, erlaubten Miami nur 33 Punkte und stellten mit 16 verwandelten Drei-Punkte-Würfen einen neuen NBA-Endspielrekord auf. Vor allem Danny Green mit sieben und Ersatzmann Gary Neal mit sechs Dreiern warfen sich in einen Rausch. „Ich wollte einfach aggressiv sein. Als Bankspieler musst du reinkommen und sofort in der Lage sein, deinen Rhythmus zu finden. Du hast keine Zeit, warm zu werden“, meinte Neal.

Im Blickpunkt standen jedoch nicht die erfolgreichen Spurs-Schützen, sondern die einmal mehr erschreckend schwache Leistung von LeBron James. Der viermalige Vorrunden-MVP wurde von Kawhi Leonard bestens verteidigt, kam auf für ihn indiskutable 15 Punkte, traf nur jeden dritten seiner 21 Würfe und erzielte auch im dritten Finalspiel weniger als 20 Zähler. „Ich muss ganz klar besser werden, kann nicht erwarten, dass wir gewinnen, wenn ich so wie heute spiele“, zeigte sich James selbstkritisch. Die NBA-Legende Earvin „Magic“ Johnson stellte fest: „Ich war sehr enttäuscht von LeBron. Wenn er sich nicht steigert, ist diese Serie ziemlich schnell vorbei.“

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Miamis Pleite geht als dritthöchste Niederlage in die NBA-Finalgeschichte ein. Vor allem das mit 14:35 abgegebene Schlussviertel war eines Meisters unwürdig. „Wir müssen herausfinden, was wir falsch gemacht haben - und das war heute jede Menge“, meinte James. Er fügte jedoch fast schon trotzig an: „San Antonio hat großartig gespielt, aber letztlich bekommen sie trotz der vielen Punkte nur einen Sieg.“

Einziger Wermutstropfen bei den Texanern ist eine mögliche Oberschenkelverletzung von Spielmacher Tony Parker. Der Franzose agierte in der zweiten Halbzeit sichtlich gehandicapt, wurde auch angesichts der klaren Führung frühzeitig ausgewechselt und kam lediglich auf sechs Punkte. Am Mittwoch soll eine Kernspintomographie Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. „Ich habe einen Schmerz gespürt, hoffentlich ist es nur ein Krampf oder eine Verspannung“, meinte Parker. Der Franzose könnte im Spiel vier am Donnerstag ausfallen.

dpa

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