Kommentar

Nach EM 2021: Rücktritt – „Querpass-Toni“ zu „Kroos“ für Deutschland

Die EM 2021-Niederlage der DFB-Elf gegen England – sie ist der Abpfiff. Nicht nur für Joachim Löw. Auch für Toni Kroos. Er hört im Nationalteam auf. Ein Kommentar.

Herzogenaurach/Madrid – Jetzt hat Hansi Flick den Salat. Salat? Wie? Was? Hier geht‘s doch um Fußball. Richtig. Aber das Sprichwort mit dem Grünzeug hat an dieser Stelle seine Berechtigung. Es geht um Toni Kroos. Der will künftig nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen. Der Abpfiff des Achtelfinal-Spiels bei der EM 2021* gegen England, das das letzte für Joachim Löw war, ist auch der Abpfiff für Toni Kroos in der Nationalmannschaft. Ja, richtig gelesen.

Und auch die Entscheidung ist richtig.

Auch, wenn Kroos ein richtig guter Fußballer ist.

Fußballspieler:Toni Kroos
Geboren:4. Januar 1990 (Alter: 31 Jahre) in Greifswald
Größe:1,83 Meter
Ehepartnerin: Jessica Kroos (verheiratet seit 2015)
Kinder:Amelie Kroos, Leon Kroos, Fin Kroos

Aus bei der EM 2021 ist auch das Aus für Toni Kroos in der Nationalmannschaft – der Rücktritt ist nachvollziehbar

„106 Mal habe ich für Deutschland gespielt. Ein weiteres Mal wird es nicht geben. Ich hätte mir sehnlichst gewünscht, und dafür habe ich nochmals alles gegeben, dass es am Ende 109 Länderspiele gewesen wären und dass noch dieser eine große Titel, der EM-Titel, zum Schluss dazugekommen wäre“, schreibt Toni Kroos bei Instagram. Eine Entscheidung, die er „schon länger gefällt“ habe. Er will nicht mehr dabei sein. Nicht mehr die WM 2022 in Katar spielen. Sondern sich voll und ganz auf seinen Verein konzentrieren.

Auf Real Madrid.

Und er werde sich „von nun an ganz bewusst auch mal Pausen gönnen, die es als Nationalspieler seit elf Jahren nicht mehr gab“, teilt Kroos mit. Er, den viele gerne den „Querpass-Toni“ nennen. Weil er den Ball auf dem Feld eben gern einfach mal quer zum Nebenmann schiebt. Nicht gerade spektakulär.

Tschüss, Nationalmannschaft: Toni Kroos beendet seine Karriere im DFB-Team und will sich in Zukunft auf Real Madrid konzentrieren und mehr Zeit für seine Familie haben.

Die Sicherheitsvariante eben.

Doch bei aller Kritik und diesem Spitznamen: Es darf nicht in Vergessenheit geraten, was dieser Toni Kroos auch kann. Geniale Pässe nach vorne spielen. Und Deutschland in Turnieren mit Freistoßtreffern den Ar***, pardon: den Allerwertesten, retten. Bei der WM 2018. Auch wenn es am Ende mit dem erneuten WM-Titel dann nichts wurde: Toni Kross ist wertvoll.

EM 2021 nach WM 2018 zweites Turnier ohne deutschen Erfolg – Kroos macht Platz für den Neubeginn

Deswegen die Sache mit dem Salat. Hansi Flick muss ohne einen Fußballer auskommen, der seiner Mannschaft vielleicht hervorragend zu Gesicht gestanden hätte. Der als Führungsspieler den einen oder anderen talentierten Kicker sinnbildlich an die Hand hätte nehmen und in Szene hätte setzen können.

Der hätte vorangehen können. Auch nach der EM 2021*.

Doch warum das Ganze? Kroos hat mit der DFB-Elf das Größte erreicht, was er erreichen konnte: den WM-Titel 2014. Sowieso: Kroos hat viel erreicht. Das meiste mit Real Madrid. Er, der Toni, ist vielleicht eine Nummer zu „Kroos“, upps: groß, für Deutschland.

Wie groß und dass der Name „Querpass-Toni“ ihm allumfänglich nicht gerecht wird – das wird man vielleicht erst feststellen, wenn er weg ist.

Fakt ist: Toni Kroos hat das Vertrauen von Joachim Löw besessen. Auch wenn er bei zwei Turnieren nacheinander nun nicht mehr den Esprit versprüht hat, der die Großen von den ganz Großen trennt. Es wäre zu Debatten um seine Person gekommen. Ob es für ihn noch reicht? Ob er noch gut genug für die Nationalmannschaft ist? Nebenschauplätze, die Toni Kroos dem DFB-Team und dem neuen Bundestrainer durch seinen Rücktritt erspart.

Er hat Hansi Flick & Co quasi den Ball zugepasst. Quer. Für eine gute Zukunft. Ohne Diskussionen. Und ohne Toni Kroos. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Uwe Kraft/imago images

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