Elwardt: Titel für "die Annalen"

Meisterfeier: Kiel steht Kopf

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Die Kieler feiern auf dem Rathausplatz.

Kiel - Eigentlich nichts Neues in Kiel: Die Mannschaft feierte mit den Fans vor dem Rathaus. Doch dieser Meistertitel hat es in sich. So spannend hatte es der THW noch nie gemacht. Der Fans waren aus dem Häuschen.

Erst verwandelten die Zuschauer die Kieler Sparkassen-Arena in ein Tollhaus, dann ging die Sause auf dem Rathausplatz der Stadt so richtig ab. 6000 Zuschauer hatten sich schon eine Stunde nach Spielschluss vor dem Rathaus versammelt. Und es wurden immer mehr. Was eigentlich als kleine Feier für den THW Kiel wegen des erwarteten zweiten Platzes in der Handball-Bundesliga geplant war, geriet zur riesigen Jubelparty. Plötzlich war der THW wieder Meister - und das zum 19. Mal. „Ich hätte nicht gedacht, dass das noch möglich ist“, sagte Rechtsaußen Christian Zeitz und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf.

Der THW hatte die Füchse Berlin in eigener Halle mit 37:23 deklassiert und damit die Rhein-Neckar Löwen auf der Zielgeraden abgefangen. Die Mannheimer siegten lediglich mit 40:35 beim VfL Gummersbach und verspielten ihren Sieben-Tore-Vorsprung, den sie sich bis zum Saisonfinale erarbeitet hatten.

Während des Spiels blickte der Co-Trainer der Kieler permanent aufs Handy. „Er hat immer gesagt: Es reicht nicht, es reicht nicht. Wir brauchen Tore, Tore, Tore ....“, berichtete Zeitz. Geschäftsführer Klaus Elwardt platzte beinahe vor Stolz: „Wir haben alle darauf gehofft, aber geglaubt hat vielleicht doch nicht jeder daran.“ Was die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit geleistet habe, „geht in die Annalen ein“, beteuerte Elwardt.

Die Mannschaft machte sich per Autokorso auf den Weg von der Halle zum Rathaus und musste sich laut hupend den Weg durch die jubelnden Massen bahnen. Es war eigentlich wie immer am Ende einer Saison in Kiel: Neunmal in den vergangenen zehn Jahren hat der THW die Meisterschaft gewonnen.

„Normalerweise bin ich immer der Eisblock. Aber heute ist doch die Möglichkeit da, ein bisschen aus sich herauszukommen“, erklärte Zeitz, der zum ungarischen Meister MKB Veszprem wechselt. Die Feier soll allerdings im Rahmen bleiben. Wegen des Final4 in der Champions League am nächsten Wochenende wolle die Mannschaft „mit angezogener Bremse Gas geben“, wie Zeitz erklärte. Er fügte zweifelnd hinzu: „Wenn das möglich ist bei einigen.“

Beim Final4 in Köln haben „die Zebras“ die Chance, zum vierten Mal die Champions League zu gewinnen. Dazu müssen sie am 31. Mai im Halbfinale aber zunächst Veszprem schlagen. Im anderen Halbfinale bekommt es die SG Flensburg-Handewitt mit dem FC Barcelona zu tun.

dpa

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