French-Open-Siegerin

Maria Scharapowa: Pokal statt Shoppen

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Maria Scharapowa will den Pokal nicht mehr loslassen.

Paris - Ausgerechnet Maria Scharapowa hat sich zum zweiten Mal zur Sandplatzkönigin von Paris gekrönt. Dabei fühlte sich die Russin auf Asche einst wie eine „Kuh auf Eis“. Jetzt ging ein Traum in Erfüllung - auch dank „Didi“ aus Sonthofen.

Nachdem die Kuh endgültig vom Eis war, wusste die frischgekrönte Sandplatzkönigin von Paris gar nicht, wohin mit ihren Glücksgefühlen. Maria Scharapowa herzte den Siegerpokal wie ein Baby und wollte die ganze Welt umarmen, bevor sie sich für ein paar Minuten in ihren eigenen Gedanken-Kosmos verabschiedete. „Didi“ sei dank.

Als ihr zu Ehren die russische Hymne auf dem Court Philippe Chatrier erklang, schloss die French-Open-Gewinnerin 2014 selig die Augen - und sah sich am Ziel einer lange Reise: „Das ist der Moment, von dem ich jeden Tag geträumt habe. Der Traum ist wahr geworden. Es war mein emotionalster Sieg in meinem härtesten Finale“, sagte Scharapowa nach dem 6:4, 6:7 (5:7), 6:4 gegen Simona Halep (Nr. 4) in einem der hochklassigsten Major-Endspiele seit Jahren. Die Rumänin hatte im Halbfinale Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 28) ausgeschaltet.

Und die an Position sieben gesetzte Scharapowa machte nach den beeindruckenden 3:02 Stunden keinen Hehl daraus, dass sie ihren fünften Grand-Slam-Triumph auch einem Mann aus dem bayerischen Sonthofen zu verdanken hat. „Danke Didi, mein toller deutscher Freund, dass du zu mir gehalten hast in dem schwierigen letzten Jahr“, rief die Tennis-Diva ihrem Hitting-Partner Dieter Kindlmann bei der Siegerehrung zu. Seit Anfang 2013 gehört der Ex-Profi dem Team Scharapowa an. „Das ist mein Traumjob“, meinte der 32-jährige Kindlmann.

In den Tagen von Paris hatte Scharapowa, die in der vergangenen Saison fünf Monate wegen einer Schulter-Verletzung pausieren musste, nichts dem Zufall überlassen. Und dabei sogar die Champs-Elysees gemieden. „Es gab einen Grund, warum ich nicht einmal shoppen war und nicht viele Macaroons gegessen habe“, sagte die 27-Jährige und zeigte auf den Coupe Suzanne Lenglen - ihr Baby, das sie nun schon zum zweiten Mal nach 2012 herzen durfte. Öfter als jede andere Major-Trophäe.

Ausgerechnet. Denn der Titel bei den French Open hatte „La Schara“ bis vor zwei Jahren noch als einziger im Grand-Slam-Portfolio gefehlt. Kein Wunder: Auf der roten Asche hatte sich die langgliedrige und auf den US-Hardcourts aufgewachsene Russin (1,88 m) lange so hilflos gefühlt „wie eine Kuh auf dem Eis“.

Doch es sagt viel aus über den unbändigen Ehrgeiz der bestverdienende Sportlerin der Welt (21 Millionen Dollar per annum), dass sie diese Scharte auswetzte. Mit harter Arbeit. „Denn für die gibt es keinen Ersatz. Aber wenn sie dann belohnt wird, gibt es kaum ein größeres Glücksgefühl“, beschrieb die Stuttgart-Siegerin Scharapowa ihr Motto. Auch Petkovic bewundert die Fähigkeiten der früheren Nummer eins: „Was für eine Athletin, was für eine Willenskraft.“

Judy Murray, die allseits präsente Mutter von Wimbledonsieger Andy Murray, veranschaulichte die große Gabe der Scharapowa jüngst mit einem besonderen Vergleich. „Maria ist wie ein Teebeutel. Tauche sie in heißes Wasser und du wirst herausfinden, wie stark sie ist.“ Soll heißen: Mit dem Rücken zur Wand läuft die neue Weltranglistenfünfte zur Höchstform auf. Beweis gefällig: Ihre letzten 20 Dreisatzspiele auf Sand hat Scharapowa allesamt gewonnen - darunter vier in Paris. Jemals aufgeben? „Nein“, sagte sie, „das will ich nicht. Denn ich schuffte einfach zu hart für den Erfolg.“

In der Players Lounge hält sich Scharapowa („Das ist nicht mein gesellschaftlicher Mittelpunkt“) dann auch immer nur kurz auf. „Sie kommt, macht ihren Job und geht wieder“, beschreibt Petkovic das typische Verhalten der Hünin mit eigener Fruchtgummi-Linie („Sugarpova“), die sehr loyal zu ihren Teammitgliedern ist. Auch zu Kindlmann. „Didi war am Anfang so nervös, das war lustig“, berichtete Scharapowa kichernd: „Es ist gut, dass er dabei ist.“

sid

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