Kohlschreiber siegt - Goodbye von Clijsters

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Philipp Kohlscheiber trifft nun auf den Franzosen Benoit Paire.

New York - Tommy Haas denkt trotz des bitteren Scheiterns bei den US Open nicht an Rücktritt. Kohlschreiber siegte und gab sich nach der Olympia-Absage geläutert. Clijsters sagte Goodbye.

Selbst Boris Becker konnte es kaum glauben. „Tommy Haas raus???“, fragte Becker via Twitter. Da hatte Haas nach dem schnellen US-Open-Aus auf Platz 17 gerade seine Tasche gepackt und nochmals kurz in die Menge gewinkt. Die Enttäuschung beim Routinier saß tief, nachdem er im Erstrunden-Match gegen den Letten Ernests Gulbis noch eine 2:0-Satzführung verspielt hatte. Besser lief es am Mittwoch (Ortszeit) in New York für Philipp Kohlschreiber, der sein Auftaktspiel gewann und sich nach der umstrittenen Olympia-Absage geläutert gab. Für immer von der Tennis-Bühne verabschiedet hat sich dagegen eine frühere Nummer eins: Kim Clijsters scheiterte überraschend schon in der zweiten Runde.

Tommy Haas dagegen will es, obwohl mit 34 fünf Jahre älter als die Belgierin, weiter versuchen. „Ich liebe dieses Spiel. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr noch mal hierher zurückkomme“, sagte Haas nach seinem kaum noch für möglich gehaltenen Aus in fünf Sätzen. „Die Niederlage tut weh, ist enttäuschend und frustrierend. Aber insgesamt gibt mir dieses Jahr Zuversicht, meine Karriere fortzusetzen.“

Nach zahlreichen Verletzungen und immer neuen Rückschlägen hat sich Haas in diesem Jahr wieder in der erweiterten Weltspitze etabliert. Neben dem Halle-Sieg stand er in Hamburg und Washington im Finale. Vor dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres war die einstige Nummer zwei auf Position 21 der Weltrangliste geklettert. Zuhause bei der Familie will Haas nun das 6:3, 6:4, 4:6, 5:7, 3:6 gegen Gulbis verarbeiten. „Jetzt muss ich daheim erst einmal runterfahren. Für die nächsten Tage werde ich in einer beschissenen Stimmung sein. Dieser Sport kann brutal sein“, sagte Haas. Der Stadionsprecher verabschiedete ihn mit den Worten: „Das waren seine 15. US Open - Tommy Haas!“.

In New York will er im nächsten Jahr zum 16. Mal aufschlagen. Ob es allerdings in seiner Geburtsstadt Hamburg noch einen Einsatz für das deutsche Davis-Cup-Team im Abstiegsspiel gegen Australien vom 14. bis 16. September geben wird, scheint momentan eher fraglich. „Ich weiß es wirklich noch nicht, die Entscheidung fällt mir schwer“, beteuerte Haas. Er betonte: „Eigentlich brauche ich eine Pause, ich werde in letzter Minute entscheiden.“

Neben Haas schieden am Mittwoch noch Tobias Kamke und Benjamin Becker aus. In der zweiten Runde der mit 25,526 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung stehen Kohlschreiber, Cedrik-Marcel Stebe, Philipp Petzschner, Björn Phau und Daniel Brands.

Kohlschreiber hat nach seiner umstrittenen, kurzfristigen Olympia-Absage erstmals Fehler eingeräumt. „Ich habe mich nicht optimal verhalten und mich nicht zu hundert Prozent richtig ausgedrückt“, sagte der 28 Jahre alte Augsburger nach seinem 7:6 (7:2), 4:6, 7:6 (7:4), 6:1 gegen den Franzosen Michael Llodra.

Kohlschreiber hatte Ende Juli nach seinem verlorenen Finale beim Sandplatz-Turnier in Kitzbühel in letzter Minute verletzt seine Teilnahme an den Olympischen Spielen abgesagt und war dafür teilweise heftig kritisiert worden. „Das hat mir wehgetan, dass Leute denken, dass ich nicht gerne für mein Land spielen würde oder ein Vaterlandsverräter wäre“, sagte der beste deutsche Tennisspieler.

Neben Altstar Becker hatten auch Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen und DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg die Absagen von Kohlschreiber und Florian Mayer kritisiert. Mayer hatte erklärt, Olympia passe nicht in seinen Turnierplan. Der Chef des Deutschen Tennis Bundes (DTB) forderte zuletzt sogar, Spieler, die Olympia verweigern, nicht mehr für den Davis Cup zu nominieren.

Mit Kühnen habe es am Sonntag in New York eine Aussprache gegeben. Dabei sei es auch um den Zoff zwischen den beiden während der Davis-Cup-Pleite gegen Argentinien im Februar gegangen. „Ich habe mir Luft verschafft. Für mich war das ein Schlussstrich“, sagte Kohlschreiber.

Den zog Kim Clijsters - zum zweiten Mal in ihrer Tennis-Karriere. Vier Grand-Slam-Turniere, darunter dreimal die US Open (2005, 2009, 2010) und 2011 die Australian Open, hat sie gewonnen. „Hier wurde 2005 einer meiner größten Träume wahr. Es ist der perfekte Ort, um zurückzutreten“, sagte die 29-jährige Flämin nach dem 6:7 (4:7), 6:7 (5:7) gegen die Britin Laura Robson. 2007 hatte Clijsters schon einmal aufgehört, feierte zwei Jahre später aber ihr Comeback. Einen abermaligen Rücktritt vom Rücktritt hat die verheiratete Mutter einer Tochter ausgeschlossen.

dpa

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