Klitschko "heiß" auf Käpt'n Huck

+
Wladimir Klitschko

Berlin - Wladimir Klitschko will sich mit Mariusz Wach nicht lange aufhalten - er hat einen Mega-Fight gegen "Käpt'n Huck" im Sinn.

 Nach der Titelverteidigung am 10. November gegen den ungeschlagenen Polen Wach könnte es für den ukrainischen Mehrfach-Boxchampion zum Top-Kampf gegen den gebürtigen Serben Marco Huck kommen, der mittlerweile in Berlin zu Hause ist.

`Huck ist ein interessanter Typ, der sich auch gut verkaufen lässt“, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte in Berlin. Der 28 Jahre alte Cruisergewichtler Huck hatte bereits im Februar einen Ausflug ins Schwergewicht gewagt. Allerdings unterlag er dem Russen Alexander Powetkin knapp nach Punkten. Am 3. November verteidigt Huck seinen Titel im Cruisergewicht in Halle/Westfalen gegen den ehemaligen WBA-Champion Firat Arslan.

Vor allem in Deutschland dürfte ein Kampf zwischen Klitschko und Huck eine gute TV-Quote bringen. Zuletzt kam wieder vermehrt Unmut auf, weil die Gegner der Klitschko-Brüder boxerisch nicht überzeugen und die Kämpfe einseitig verlaufen. „Huck ist ein mutiger Fighter, der die Leute begeistern kann“, sagte Bönte. Erste Gespräche mit Hucks Management Sauerland blieben aber noch erfolglos.

Doch zuvor muss Klitschko gegen Wach seinen Titel verteidigen. Das sollte dem Champion gelingen. Der aus Krakau stammende Mariusz „The Viking“ Wach ist mit 2,02 m zwar noch einige Zentimeter größer als der jüngere der Klitschkos, er hat alle seine 27 Profi-Kämpfe gewonnen. Allerdings gehörten seine Gegner auch nicht zur ersten Garde des internationalen Boxens.

Für Klitschko wäre ein erneuter K.o. gegen Wach wichtig. Von seinen 58 Siegen beendete er 51 vorzeitig. „Nach einem Punkturteil gibt es oft sehr lange Diskussionen. Außerdem ist die Gefahr groß, dass man bei längerer Kampfdauer einen Lucky Punch bekommt. Deshalb gilt: Je früher ich den Kampf beende, desto besser“, sagte „Dr. Steelhammer“.

In der kommenden Woche startet der 36-Jährige sein Vorbereitungslager. „Wir gehen wie immer in den vergangenen zehn Jahren nach Tirol“, sagte Klitschko. Da sein Gegner größer und schwerer ist, hat Klitschko zunächst geglaubt, viel Kraft trainieren zu müssen. „Aber das ist gar nicht so wichtig. Auch gegen Wach entscheiden am Ende Taktik, Technik und Strategie.“

Zum Training von Klitschko gehört immer auch ein intensives Video-Studium. „Immer, wenn ich im Trainingscamp in den Ring steige, laufen auf den Bildschirmen rundherum Kämpfe meiner Gegner. So kann ich ständig schauen: Wo sind ihre Fehler, wie kann ich sie schlagen“, sagte der Weltmeister der Verbände WBO und IBF und Super-Champion der WBA.

Wenig Verständnis zeigte Klitschko für den Protest von Schwergewichtsboxer Manuel Charr (Köln) nach dessen Abbruch-Niederlage gegen Wladimirs Bruder Witali in Moskau. Charr erlitt einen tiefen Cut und wurde nach eigenen Angaben in der falschen Ringecke untersucht. „Der Protest hat keinen Erfolg. Wenn er unbedingt noch einmal gegen einen Klitschko boxen will, soll er zu mir ins Sparring kommen“, sagte der Champion.

sid

Die besten Boxer-Sprüche

Die besten Boxer-Sprüche

"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde." Eckhardt Dagge (rechts), Superweltergewichts-Weltmeister 1976. © dpa
George Foreman auf die Frage eines Interviewers, warum seine fünf Söhne alle "George" heißen: "Stellen Sie sich mal mit Ali, Frazier oder Holyfield in den Ring und halten den Kopf hin. Dann sind sie froh, wenn sie sich später nicht so viele Namen merken müssen." © dpa
"Falls Du davon träumst, mich zu schlagen, dann wachst Du besser sofort auf und entschuldigst Dich bei mir!" Muhammad Ali © getty
"Ich weiß, wie ich Mike Tyson schlagen kann!" Das verkündete Peter Mc Neeley 1995 vor seinem Kampf gegen Mike Tyson (links). Tyson haute McNeeley (rechts) anschließend in der ersten Runde K.o. © dpa
"Er war unheimlich schnell als Champion. Er war so schnell, dass er das Licht löschte und im Bett war, bevor es im Schlafzimmer dunkel wurde..." George Foreman (links) über Muhammad Ali (rechts). Foreman wurde bei dem legendären Fight der beiden 1975 in Zaire ausgeknockt. © AP
"Es gibt schlaue Deutsche und schlaue Polen, aber Du bist ein dummer Pole. Mit Dir kann man nicht diskutieren, Du bist zu dumm..“ Graciano "Rocky" Rocchigiani (rechts) zu Dariusz "Tiger" Michalczewski (links) auf einer Pressekonferenz vor dem Kampf im Januar 2000. © dpa
„Er ist ein Asozialer. Der sollte sich auf der Straße prügeln". “ Der Tiger im April 2000 über Rocky. © dpa
Muhammad Ali wurde in einem Flugzeug vor dem Start von einer Stewardess aufgefordert, den Gurt anzulegen. Ali prahlte: "Superman braucht keinen Gurt." Die Stewardess konterte: "Superman braucht kein Flugzeug." © dpa
"Einmal machte ich zwei Wochen lang Diät. Alles was ich verloren habe, waren zwei Wochen." George Foreman © dpa
"In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal." Vitali Klitschko rechnete sich gute Chancen für sein Comeback aus. © dpa
Auf die 1939 gestellte Frage, ob er eigentlich wisse, wer William Shakespeare sei, antwortete Schwergewichtsboxer Tony "The TNT Kid" Galento: "Shakespeare? Ich habe noch nie von ihm gehört. Ich vermute mal, er ist einer dieser ausländischen Schwergewichtler. Die sind alle lausig. Eins ist sicher, ich vermöbel den Penner." Da war die Dichterlegende nur schon fast ein halbes Jahrtausend tot. © dpa
Vor seinem letzten Profi-Kampf gegen Trevor Berbick (links) 1981 war Muhammad Ali (rechts) schon deutlich von seiner Parkinsonkrankheit gezeichnet. Die Bedenken, ob er überhaupt noch antreten solle, kommentierte Ali trocken: "Noch nie in der Weltgeschichte haben sich so viele weiße Menschen um einen Neger solche Sorgen gemacht." © dpa
Alis Humor ist legendär: Nachdem er durch einen IQ-Test der US-Armee fiel, meinte er nur: “Ich sagte, ich bin der Größte. Ich sagte nicht, ich bin der Klügste” © dpa
Halbschwergewichtler Willie Pastranos kassierte böse Treffer bei einem Kampf in New York. Als er vom Ringarzt gefragt wurde, ob er überhaupt wisse, wo er sei, sagte Pastrano: “Davon kannst Du verdammt noch mal ausgehen. Ich bin im Madison Square Garden, wo ich gerade die Scheiße aus mir herausgeprügelt bekomme” © dpa
Ralf Rocchigiani lästerte: “Torsten May ist nicht WM-würdig. Der trinkt und raucht nicht” © dpa
Mike Tyson hörte von einem Reporter, dass sein Gegner Bruce Seldon über beeindruckende athletische Fähigkeiten verfüge. Tyson meinte nur: "Was will er tun, wenn ich ihn voll treffe? Hürdenlaufen?" Einen Tag später haute er Seldon in der ersten Runde die Lichter aus. © dpa
Mittelgewichts-Legende Hector "Macho" Camacho über seine Vorlieben: "Meine Frau buht mich aus, wenn wir Sex haben. Sie weiß, dass mich das anmacht." © dpa
Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis erzählte, wie er sich an seine einzige KO-Niederlage 1994 gegen Oliver McCall erinnert: "Plötzlich wachte ich auf, lag auf dem Boden und der Ringrichter starrte mir ins Gesicht und brüllte: sechs, drei, sieben, fünf!" © dpa
"Iron-Mike" Tyson über sich selbst: "Ich weiß, ich bin ein Arschloch, aber das ist nun mal mein Stil." © dpa
Bundeskanzler Konrad Adenauer zu Hein ten Hoff, als der 1952 Europameister im Schwergewicht geworden war und auf USA-Reise ging: "Nun boxen Sie mal schön, aber vergessen Sie nicht, daß wir mit den Amerikanern jetzt befreundet sind." © dpa
"Das Ohr ist durch einen Schlag abgeflogen", erklärte Mike Tyson (links), nachdem er Evander Holyfield (rechts) 1997 ein Stück seines Ohrs abgebissen hatte. Das Foto beweist das Gegenteil... © dpa
Der frühere britische Europa- und Weltmeister im Mittelgewicht, Alan Minter, meinte leicht verharmlosend: "Sicher, es gab Verletzungen und Todesfälle im Boxsport. Aber keine ernsthaften." © Getty
"Man weiß ja nicht, wie groß das bei einem da unten alles ist." Premiere-Kommentator und Ex-Profi Axel Schulz während des "Tiefschlag-Festivals" zwischen John Ruiz und Kirk Johnson. © dpa
"Er ist ein Typ der morgens um sechs Uhr aufsteht, egal welche Uhrzeit es ist." Coach Lou Duva 1996 über das harte Training von Andrew Golota (links). © Getty
"Ich werde dieses Interview sofort abbrechen, wenn Sie nicht ihr Maul halten!" US-Kommentatorenlegende Larry Merchant (Foto) während eines Interviews mit Hector Camacho Jr. zu Promoter Dan Goossen - der sagte Camacho die Antworten vor. © Screenshot: Youtube
Auf die Reporter-Frage, wie es denn zu seinem WM-Gewinn kam, antwortete Ralf Rocchigiani: “Ich habe es mal mit Training versucht” © dpa
"Ich finde, die Deutschen sind wunderbare Leute." Promoter-Legende Don King 1995 nach dem Skandal-Kampf zwischen Axel Schulz und Francis Botha, bei dem die aufgebrachten Zuschauer den Ring bewarfen. © dpa
„Warum sind Sie Boxer?“ wurde der irische Federgewichts-Champion Barry McGuigan (links) gefragt. Seine Antwort: „Weil ich kein Dichter bin. Ich kann keine Geschichten erzählen.“ © Getty
Mike Tyson über seine Ring-Strategie: "Ich versuche, die Nasenspitze meines Gegners zu treffen. Ich will ihm das Nasenbein ins Gehirn treiben." © Getty
Vor seinem Kampf gegen Rocky Marciano (Foto) verkündete Schwergewichts-Weltmeister "Jersey" Joe Walcott 1952: "Ihr könnt meinen Namen aus den Annalen streichen, wenn Marciano mich besiegt!" Marciano haute Walcott in der ersten Runde um. © AP
"Warum glaubte irgendjemand, dass er schlauer rauskommt? Er war drei Jahre im Knast - nicht auf der Uni." Promoter Dan Duva über Tyson, der sich vertraglich wieder an Don King band, kaum dass Tyson wieder ungesiebte Luft atmete. © dpa
"Mann am Boden - jutet Jefühl" Lebensweisheit des Philosophen und Boxers Graciano "Rocky" Rocchigiani. © dpa
"Keiner versteht, warum Holyfield gegen Tyson kämpfen will. Wäre es nicht einfacher, sich vor einen fahrenden Zug zu stellen?" Das fragte sich Schwergewichtler Michael Moorer. Doch entgegen seiner Prognose besiegte Holyfield Tyson 1996 per K.o. © dpa
"Wir sind verheiratet, wie Vater und Sohn." So beschrieb Promoter Don King sein Verhältnis zu Halbmittelgewichtler Julio César Chavez. © dpa
Quizmaster und TV-Legende Robert Lembke ("Was bin ich?") befand: "In dieser Welt sind die einzigen Menschen, die noch die Rechte anderer beachten, die Berufsboxer." © dpa
"Foreman kann mich gar nicht getroffen haben, die Hallendecke muß heruntergekommen sein." "Smokin'" Joe Frazier (links) wurde von Foreman (rechts) 1973 mit einem linken Aufwärtshaken ausgeknockt. Frazier hob bei diesem Treffer mit beiden Beinen vom Boden ab. © Getty

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kommentare