Triumph in Sparkassen-Arena

18. Titel: THW Kiel wieder Handballmeister

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Kiels Daniel Narcisse (l) verpasst seinen Mitspielern Momir Ilic und Torwart Thierry Omeyer (r) nach dem Spiel am Dienstag eine Bierdusche. Die Spieler feiern ihren Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen und den vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft.

Kiel - Der deutsche Handballmeister heißt wieder THW Kiel. Es war der 18. Streich der Norddeutschen. Auch der Tabellenzweite Rhein-Neckar Löwen konnte den THW nicht stoppen.

Mit einer Handball-Lektion für den ärgsten Verfolger hat der THW Kiel seine 18. deutsche Meisterschaft gewonnen. Schon lange vor dem Abpfiff rollte die schwarz-weiße Woge durch die Arena: Der Serienmeister demontierte gerade den Tabellenzweiten Rhein-Neckar Löwen, gewann mit 31:25 (15:7) und eroberte nach dem Pokal die nächste Trophäe. „Olé, Olé, deutscher Meister immer wieder, immer wieder THW“, sangen die Fans und schwenkten ihre Schals. Sie fanden: „Oh wie ist das schön!“

Als der Titel-Coup vollbracht war, schnaufte Trainer Alfred Gislason kräftig durch. „Es war eine sehr schwierige Saison“, sagte der Isländer und musste vor den Kameras des Fernsehsender Sport1 die obligatorische Bierdusche über sich ergehen lassen. „Es war klar, dass das nicht zu wiederholen ist, was wir im letzten Jahr geschafft haben“, meinte der Coach. Da hatte der THW die Bundesliga dominiert und keinen einzigen Punkt abgegeben. „Entscheidend war die Hartnäckigkeit. Entscheidend war, dass wir nie locker gelassen haben.“

THW Kiel wieder auf dem Thron

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Joachim "Jo" Deckarm wurde 1978 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Ein Jahr später verletzte sich der als bester Spieler der Welt geltende Rückraumriese bei einem Europapokalspiel des VfL Gummersbach in Ungarn. Nach einem Foul fiel Deckarm auf den Kopf und lag 132 Tage im Koma. Er kämpfte sich durch intensive Therapien zurück ins Leben, ist aber bis heute durch den Unfall gezeichnet. © dapd
Jochen "Scholle" Fraatz war einer der besten Linksaußen der Welt. Er spielte lange Jahre für TuSEM Essen, später für die HSG Nordhorn und den TBV Lemgo. 1984 gewann er mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Vor allem seine "Dreher" waren weltweit gefürchtet. Er ist mit 2.660 Toren Zweiter der ewigen Torschützenliste der Handball-Bundesliga. © getty
Florian Kehrmann wurde 2007 Weltmeister im eigenen Land. Der dynamsiche Rechtsaußen vom TBV Lemgo errang außerdem mit der "Goldenen Generation" um Daniel Stephan, Stefan Kretzschmar, Volker Zerbe und Christian Schwarzer 2004 den EM-Titel. 2003, 2005 und 2006 wurde er zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt. 2006 wurde er außerdem Zweiter bei der Wahl zum Welthandballer des Jahres. © dapd
Bernhard Kempa prägte den Handball in Deutschland wie kaum ein anderer Spieler. Der Feld- und Hallenhandballspieler errang mit seinem Heimatverein Frisch Auf Göppingen elf Meistertitel. Legendär ist der "Kempa-Trick", der nach "Monsieur Handball" benannt wurde. Nach seiner aktiven Karriere feierte er auch als Trainer große Erfolge und war Welt- und Europameister im Tennis der Senioren. © dpa
Vielen Handballfans ist Wieland Schmidt kaum ein Begriff. Der Torhüter feierte mit der olympischen Goldmedaille 1980 in Moskau seinen größten Erfolg. Der langjährige Nationaltorhüter der DDR galt in den 70er und 80er Jahren als einer der besten Keeper der Welt. Mit seinem Heimatverein SC Magdeburg feierte er u.a. sechs Meistertitel und und zwei  Europapokalsiege. Er wurde dreimal zum Handballer des Jahres der DDR gewählt. © dpa
Christian Schwarzer feierte mit der deutschen Nationalmannschaft seine größten Erfolge. Neben dem WM-Titel 2007 und dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 wurde er 2003 bei der Weltmeisterschaft in Portugal als Kreisläufer zum wertvollsten Spieler gewählt. Während seines Engagements beim FC Barcelona wurde der überragende Abwehrspieler Champions-League-Sieger (2000). © dapd
Daniel Stephan gilt als "der Unvollendete". Er war 1998 der erste Welthandballer Deutschlands (2004: Henning Fritz). Der Rückraumspieler hatte während seiner Karriere mit etlichen Verletzungen zu kämpfen und spielte deshalb nie eine Weltmeisterschaft. 2004 errang der dreimalige Handballer des Jahres (1997-1999) mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. Stephan war ein unglaublich vielseitiger Rückraumspieler. Neben seiner guten Übersicht zeichnete er sich als Spielmacher und Torjäger aus. © dapd
Andreas Thiel, genannt der "Hexer", gewann mit dem VfL Gummersbach fünf Deutsche Meisterschaften und zweimal den Europapokal der Landesmeister. Gefürchtet waren vor allem die Reflexe des siebenmaligen Handballer des Jahres. Er hielt in seiner Bundesligakarriere (528 Spiele) 430 Siebenmeterwürfe. © getty
Erhard Wunderlich ist Deutschlands "Handballspieler des Jahrhunderts". Im Alter von 21 Jahren gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft 1978 den Weltmeistertitel. Mit dem VfL Gummersbach sicherte er sich alle nationalen und internationalen Titel. In seiner Karriere wurde er dreimal mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der BRD, dem "Silbernen Lorbeerblatt", ausgezeichnet.  1981 und 1982 wurde er außerdem zum Handballer des Jahres gewählt. © getty
Volker Zerbe steht für außergewöhnliche Vereinstreue. Der 2,11 große Linkshänder spielte seine gesamte Karriere (1986-2006) beim TBV Lemgo. Zerbe galt als einer der weltbesten Abwehrspieler und zeichnete sich in der Nationalmannschaft vor allem durch sein blindes Verständnis mit Kreisläufer Christian Schwarzer aus. In der DHB-Auswahl feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 seinen größten Erfolg. Den TBV Lemgo führte der langjährige Kapitän u.a. zu zwei deutschen Meisterschaften, drei Pokalsiegen und drei internationalen Titeln. © getty

Der Spitzenreiter aus Kiel sicherte sich drei Spieltage vor Saisonende den nächsten Meistertitel in über weite Strecken eindrucksvoller Manier. Kein anderes Bundesliga-Team ist so erfolgreich wie der am 4. Februar 1904 gegründete Turnverein Hassee-Winterbek. Der VfL Gummersbach als nächstbester Verein bringt es auf zwölf Titelgewinne in der Bundesliga.

10.285 Zuschauer in der ausverkauften Sparkassen-Arena erhoben sich schon Minuten vor dem Ende der Partie von ihren Plätzen und feierten die Mannschaft von Trainer Gislason frenetisch. Der Isländer hat das Ausnahmeteam seit seiner Amtsübernahme 2008 zum vierten Meistertitel geführt. Lediglich 2011 musste er dem HSV den Vortritt lassen.

Die Rhein-Neckar Löwen, die selbst Titelambitionen hegten, wollten den Triumph der Norddeutschen zumindest hinauszögern. „Es wäre schön, dem THW die Meisterschaftsfeier zu versauen“, hatte Rechtsaußen Patrick Groetzki zuvor verkündet. Daraus wurde nichts, denn die Kieler trumpften mannschaftlich total geschlossen auf. Dem Angriffswirbel, bis auf Kapitän Markus Ahlm trugen sich alle Spieler in die Torschützenliste ein, hatten die Gäste nichts entgegenzusetzen. „Wir freuen uns, dass wir es heute schon geschafft haben. Ich denke, wir haben auch gut gespielt“, meinte Ahlm. Bester THW-Werfer war Marko Vujin (7 Tore).

1:0 für die Liebe! Unsere Traumpaare im Sport

1:0 für die Liebe! Unsere Traumpaare im Sport

Nicht nur Punkte zählen: Liebespaare im Sport
Sie teilen nicht nur die Leidenschaft für ihren Sport, sondern auch Tisch und Bett: Liebespaare im Sport. Im Frühjahr 2010 hat es auch die Schwimmstars Paul Biedermann und Britta Steffen erwischt. © dpa
Nicht nur Punkte zählen: Liebespaare im Sport
“Ja, wir sind ein Paar“, verriet Biedermann und gestand seine Liebe zur Doppel-Olympiasiegerin. © dpa
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Seit zwei Wochen sind sie zusammen, gefunkt habe es beim Trainingslager auf Teneriffa. © dpa
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Prominente Sportlerpaare waren und sind in Deutschland keine Seltenheit. Anni Friesinger und Ids Postma (Eisschnelllauf) gehören beispielsweise dazu. © dpa
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Hier die Fotos von ihrer Hochzeit. © dpa
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Auch Kathrin Hitzer und Michael Greis (Biathlon),... © dpa
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...Markus Beerbaum und Meredith Michaels-Beerbaum (Springreiten),... © dpa
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...800-Meter-Läufer Nils Schumann... © dpa
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und Hochspringerin Amewu Mensah... © dpa
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...sowie Ex-Hochspringerin Heike Henkel... © dpa
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...und Schwimmer Rainer Henkel sind liiert. © dpa
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Ganz frisch verliebt sind die Biathleten Miriam Gössner... © dpa
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...und Simon Schempp. © dpa
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Der ehemalige NBA-Basketball-Star Detlef Schrempf lernte seine Frau Mary Wagner (Leichtathletik) 1986 im ZDF-Sportstudio kennen,... © dpa
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...zwischen den Tennis-Legenden Steffi Graf und André Agassi funkte es bei der Siegerehrung der French Open 1999. © dpa
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Die Eiskunstläufer Mandy Wötzel und Ingo Steuer verbrachten zunächst gemeinsam viel Zeit beim Training, später auch privat. © dpa
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Peter Peschel wurde weniger als Fußballprofi des VfL Bochum, dafür aber als Ehemann von Magdalena Brzeska (Rhythmische Sportgymnastik) bekannt. © dpa
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Die Hürdensprinterin Carolin Nytra und Weitspringer Sebastian Bayer küssten sich 2009 bei den nationalen Titelkämpfen in Ulm live vor tausenden Zuschauern noch auf der Laufbahn. © dpa
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Und Stefan Kretzschmar verliebte sich 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney in Franziska van Almsick. © dpa
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“Natürlich hat mein Herz bis zum Hals geschlagen, als Franziska mich in der Mensa des Olympischen Dorfes angesprochen hat“, erzählte der ehemalige Handball-Nationalspieler. Die Schwimm-Diva und der Handball-Punk, der für “Franzi“ seine Frau und sein Kind sitzen ließ und sich ihr Porträt auf die Wade tätowierte, waren das Glamour-Paar schlechthin. © dpa
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Doch nach vier Jahren war alles vorbei - nach einem Streit am Küchentisch. “Franziska packte mitten in der Nacht ihre Tasche und fuhr nach Berlin. Und ich bin am Küchentisch sitzen geblieben. Ich habe sie nicht aufgehalten“, schrieb Kretzschmar in seiner Biografie. © dpa
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Die erste große “Love-Story“ nach der Wende lieferten Susi Erdmann und Bob-Weltmeister Christoph Langen - hier in einem "Bob" bei der Wok-WM. Damals noch als Rodlerin unterwegs verliebten sich die Blankenburgerin in den gebürtigen Kölner. Es war die erste publik gewordenen deutsch-deutsche Sportlerbeziehung, die aber nur zwei Jahre hielt. © dpa
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Die Ehe von “Gold- Rosi“ Mittermeier und Ex-Skiprofi Christian Neureuther hält dagegen seit 30 Jahren. © dpa
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Heide Ecker-Rosendahl, ist bereits seit 1974 mit dem früheren Basketballprofi John Ecker verheiratet. © dpa
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Zurück zu unserem neuesten Paar: An Kinder und Hochzeit verschwenden Biedermann und Steffen derzeit keinen Gedanken. © dpa
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“Für alles andere ist es noch zu früh, um dazu etwas zu sagen“, sagte Biedermann. © dpa

Trotz der Niederlage haben die Löwen mit 50:14 Punkten weiterhin die beste Aussicht auf Platz zwei am Saisonende. Drittplatzierter sind derzeit die Füchse Berlin (47:15) nach ihrem Erfolg im Ostduell gegen Magdeburg. Die SG Flensburg-Handewitt (46:14), die zwei Spiele weniger als die Rhein-Neckar Löwen ausgetragen hat, ist Vierter.

Derweil hat sich Seriensieger THW Kiel auf den Weg zu seinem dritten Triple gemacht. Meisterschale und DHB-Pokal haben die Norddeutschen sicher, am 2. Juni soll die Trophäe in der Champions League hinzukommen. Dafür müssen die Kieler am 1. Juni in Köln das Halbfinale gegen den HSV Hamburg gewinnen. In der anderen Vorschlussrundenbegegnung stehen sich der favorisierte FC Barcelona und Polens Meister Kielce gegenüber. Gefeiert wird erst nach dem letzten Bundesliga-Spieltag am 8. Juni. Dann wie immer auf dem Kieler Rathausplatz vor Tausenden Fans.

Von Franko Koitzsch

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