Zum siebten Mal

THW Kiel gewinnt Supercup

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Feiern den Titelgewinn: Der THW Kiel

München - Der THW Kiel hat zum siebten Mal den nationalen Supercup gewonnen. In München bezwang der Rekordmeister die SG Flensburg-Handewitt. Nationalspieler Glandorf sein Comeback.

Der THW Kiel kennt kein Pardon. Vier Tage vor Beginn der Handball-Bundesliga hat der deutsche Rekordmeister den ersten Titel der Saison eingeheimst. Am Dienstagabend gewann der Champions-League-Sieger in München durch ein 29:26 (14:14) gegen die SG Flensburg-Handewitt zum siebten Mal den Supercup. Vor 6149 Zuschauern in der Eissporthalle warf Neuzugang Marko Vujin (9/4) die meisten Tore für die Kieler, die seit dem 4. Mai 2011 national ungeschlagen sind. Für Flensburg traf Nationalspieler Holger Glandorf im ersten Pflichtspiel seit Ostern ebenso sechsmal wie Anders Eggert.

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Joachim "Jo" Deckarm wurde 1978 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Ein Jahr später verletzte sich der als bester Spieler der Welt geltende Rückraumriese bei einem Europapokalspiel des VfL Gummersbach in Ungarn. Nach einem Foul fiel Deckarm auf den Kopf und lag 132 Tage im Koma. Er kämpfte sich durch intensive Therapien zurück ins Leben, ist aber bis heute durch den Unfall gezeichnet. © dapd
Jochen "Scholle" Fraatz war einer der besten Linksaußen der Welt. Er spielte lange Jahre für TuSEM Essen, später für die HSG Nordhorn und den TBV Lemgo. 1984 gewann er mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Vor allem seine "Dreher" waren weltweit gefürchtet. Er ist mit 2.660 Toren Zweiter der ewigen Torschützenliste der Handball-Bundesliga. © getty
Florian Kehrmann wurde 2007 Weltmeister im eigenen Land. Der dynamsiche Rechtsaußen vom TBV Lemgo errang außerdem mit der "Goldenen Generation" um Daniel Stephan, Stefan Kretzschmar, Volker Zerbe und Christian Schwarzer 2004 den EM-Titel. 2003, 2005 und 2006 wurde er zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt. 2006 wurde er außerdem Zweiter bei der Wahl zum Welthandballer des Jahres. © dapd
Bernhard Kempa prägte den Handball in Deutschland wie kaum ein anderer Spieler. Der Feld- und Hallenhandballspieler errang mit seinem Heimatverein Frisch Auf Göppingen elf Meistertitel. Legendär ist der "Kempa-Trick", der nach "Monsieur Handball" benannt wurde. Nach seiner aktiven Karriere feierte er auch als Trainer große Erfolge und war Welt- und Europameister im Tennis der Senioren. © dpa
Vielen Handballfans ist Wieland Schmidt kaum ein Begriff. Der Torhüter feierte mit der olympischen Goldmedaille 1980 in Moskau seinen größten Erfolg. Der langjährige Nationaltorhüter der DDR galt in den 70er und 80er Jahren als einer der besten Keeper der Welt. Mit seinem Heimatverein SC Magdeburg feierte er u.a. sechs Meistertitel und und zwei  Europapokalsiege. Er wurde dreimal zum Handballer des Jahres der DDR gewählt. © dpa
Christian Schwarzer feierte mit der deutschen Nationalmannschaft seine größten Erfolge. Neben dem WM-Titel 2007 und dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 wurde er 2003 bei der Weltmeisterschaft in Portugal als Kreisläufer zum wertvollsten Spieler gewählt. Während seines Engagements beim FC Barcelona wurde der überragende Abwehrspieler Champions-League-Sieger (2000). © dapd
Daniel Stephan gilt als "der Unvollendete". Er war 1998 der erste Welthandballer Deutschlands (2004: Henning Fritz). Der Rückraumspieler hatte während seiner Karriere mit etlichen Verletzungen zu kämpfen und spielte deshalb nie eine Weltmeisterschaft. 2004 errang der dreimalige Handballer des Jahres (1997-1999) mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. Stephan war ein unglaublich vielseitiger Rückraumspieler. Neben seiner guten Übersicht zeichnete er sich als Spielmacher und Torjäger aus. © dapd
Andreas Thiel, genannt der "Hexer", gewann mit dem VfL Gummersbach fünf Deutsche Meisterschaften und zweimal den Europapokal der Landesmeister. Gefürchtet waren vor allem die Reflexe des siebenmaligen Handballer des Jahres. Er hielt in seiner Bundesligakarriere (528 Spiele) 430 Siebenmeterwürfe. © getty
Erhard Wunderlich ist Deutschlands "Handballspieler des Jahrhunderts". Im Alter von 21 Jahren gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft 1978 den Weltmeistertitel. Mit dem VfL Gummersbach sicherte er sich alle nationalen und internationalen Titel. In seiner Karriere wurde er dreimal mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der BRD, dem "Silbernen Lorbeerblatt", ausgezeichnet.  1981 und 1982 wurde er außerdem zum Handballer des Jahres gewählt. © getty
Volker Zerbe steht für außergewöhnliche Vereinstreue. Der 2,11 große Linkshänder spielte seine gesamte Karriere (1986-2006) beim TBV Lemgo. Zerbe galt als einer der weltbesten Abwehrspieler und zeichnete sich in der Nationalmannschaft vor allem durch sein blindes Verständnis mit Kreisläufer Christian Schwarzer aus. In der DHB-Auswahl feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 seinen größten Erfolg. Den TBV Lemgo führte der langjährige Kapitän u.a. zu zwei deutschen Meisterschaften, drei Pokalsiegen und drei internationalen Titeln. © getty

Die Saison hatte für die Handball-Bundesliga mit einer Hiobsbotschaft begonnen. Wegen eines Dachschadens in der angestammten Austragungsstätte Olympiahalle hatte der Supercup kurzfristig in die nahe gelegene, aber wesentlich kleinere Eissporthalle umziehen müssen. Für den Ligaverband bleibt neben dem höheren organisatorischen Aufwand auch eine herbe finanzielle Einbuße. „Wir haben allein 40 000 bis 50 000 Euro an Rückerstattung für die Tickets“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL.

Zahlreiche der im Vorverkauf abgesetzten Eintrittskarten mussten vor der Partie von Sitzplatz- in Stehplatztickets umgetauscht werden. Für jede Sitzplatzkarte der ersten Kategorie erstattete die HBL zehn Euro zurück, in den anderen Kategorien wurden sieben Euro pro Karte an die Käufer zurückgezahlt. „Wir sind auf sehr viel Verständnis gestoßen“, berichtete Bohmann.

Die rund 6000 Fans in der Halle erlebten dann Spitzen-Handball mit zwei Olympiasiegern und insgesamt 13 Olympia-Teilnehmern von London. Zunächst setzte die SG Flensburg-Handewitt, die in der Vorsaison jeweils hinter Kiel Zweiter der Meisterschaft und im DHB-Pokal war, die Akzente. Der Europacupsieger setzte sich auf 4:1 (5.) ab.

Doch die Kieler sammelten sich rasch und schlugen zurück. Vier Treffer in Serie sorgten für das 5:4 (10.) für den „Zu-Null-Meister“. Der starke serbische Neuzugang Vujin erhöhte dann per Siebenmeter gar auf 8:6 (14.) und schien die Kieler schon wieder auf Siegkurs zu bringen. Die Flensburger aber bewiesen, dass sie ein erstzunehmender Kontrahent im Titelkampf sein werden.

Auch, weil der lange vermisste Holger Glandorf wieder fit ist. In der 12. Minute lief der Nationalspieler nach 136-tägiger Verletzungspause wegen einer Ferseninfektion zu seinem ersten Pflichtspiel auf. Nach zehnminütiger Anlaufphase traf der Linkshänder zweimal zum 12:10 (24.) für Flensburg. Dank des treffsicheren Vujin glichen die Kieler aber bis zur Pause auf 14:14 aus.

In der mehr vom Kampf geprägten zweiten Halbzeit war Kiel dem Nordrivalen immer knapp voraus. Zudem ereilte Flensburg dann das Verletzungspech: Rückraumspieler Petar Djordjic musste in der 43. Minute mit einer schweren Blessur des rechten Knies vom Feld. Kiel nutzte die Phase und setzte sich vorentscheidend auf 22:18 (46.) ab.

dpa

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