Aus Spanien eingeflogen

"Das ist ja krank": Ärger um gekaufte Fans in Katar

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Die zusammengewürfelte Mannschaft Katars wird von gekauften Fans angefeuert

Katar - Das sorgt für Aufregung: Der Wüstenstaat bezahlt fürs Jubeln. Beim Auftaktsieg von Katar bei der heimischen Handball-WM gegen Brasilien feuern spanische Leih-Fans den Gastgeber an. Aber nicht nur die Anhänger sind gekauft.

Sie jubeln gegen Geld. Weil sich die Begeisterung der Katarer für die Handball-WM in Grenzen hält, sorgen bezahlte Fans auf der Tribüne für Alarm. 60 spanische Schlachtenbummler wurden kurzerhand eingeflogen und mit Hotel und Eintrittskarten versorgt.

Doch während das katarische Staatsoberhaupt den gelungenen WM-Auftakt gegen Brasilien (28:23) bejubelte, sorgen die gekauften Fans für kollektives Kopfschütteln in der Handball-Szene. „Das ist ja krank“, urteilt Tobias Karlsson, Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Fans bei Sportereignissen für Jubelstürme bezahlt wurden. Auch beim Beachvolleyball-Turnier "Qatar Open" wurden kurzerhand 150 Gastarbeiter mit weißen Gewändern und traditionellen Kopfbedeckungen der Einheimischen ausgestattet. Nur umgerechnet 75 Cent sollen sie fürs Klatschen bekommen haben.

Anfeuern gegen das eigene Team

Kurios: Die geliehenen Fans, die dem spanischen Verein Ciudad Encantada aus Cuenca angehören, müssen mit ihren Trikots, Trommeln, Trompeten und Saxofonen den Gastgeber auch im Gruppenspiel am 21. Januar gegen Titelverteidiger Spanien unterstützen.

Dann soll es die nächste Sensation geben. Denn die katarischen Machthaber wollen Erfolg um jeden Preis, am liebsten gleich eine Medaille bei der Heim-WM. Damit das gelingt, wurde reichlich geklotzt. Geld spielte bei der Kader-Zusammenstellung keine Rolle. Und so bediente sich der reiche Wüstenstaat bei den Top-Spielern der Welt, die drei Jahre nicht mehr für ihre Nation gespielt hatten. Nur vier Katarer stehen deshalb im Aufgebot. Für DHB-Kapitän Uwe Gensheimer unvorstellbar, das Trikot einer anderen Nation zu tragen: "Ich könnte das nicht.“ 

Neben dem fürstlichen Grundgehalt sollen die Spieler eine Siegprämie von 100.000 Euro für jeden WM-Erfolg einstreichen. Pro Mann, versteht sich. Bislang scheint es so, als könne man sich Erfolg tatsächlich kaufen. Doch die Begeisterung wird wohl nicht lange halten. Sie wird Katar wieder verlassen: Mit einem der nächsten Flieger zurück nach Spanien.

dpa/tg

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