Handball-Held der Füchse Berlin

Iker Romero hört auf

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Iker Romero beendet nach dieser Saison seine Karriere.

Berlin - Vom „Marketing-Gag“ zum Pokalhelden: Iker Romero hat die Handball-Hauptstadt wachgeküsst und die Füchse Berlin in den letzten drei Jahren an die Spitze geführt. Nach der Saison beendet der Spanier seine glanzvolle Karriere.

Nie wieder Handball, nie wieder Bundesliga - auf seinem Höhepunkt mit den Füchsen Berlin sagt Pokalheld Iker Romero „Adios“ und beendet am Saisonende seine glanzvolle Karriere. Der Weltmeister und Champions-League-Sieger, der den Hauptstadtklub in den letzten drei Jahren als Kapitän an die europäische Spitze geführt hat, kehrt im Sommer in seine Heimatstadt Vitoria in Nordspanien zurück. Doch zuvor will der 33-Jährige die erfolgreichste Saison der Berliner Vereinsgeschichte mit dem Europapokalsieg krönen.

„Die drei Jahre in Berlin waren die Sahne auf dem Kuchen meiner Karriere - wir waren im Champions League Final Four, haben jetzt den Pokal geholt und beim Final Four zu Hause werden wir sehen, was passiert. Ich will natürlich gewinnen“, sagte Romero mit Blick auf das Finalturnier im EHF-Cup, das am 17. und 18. Mai in Berlin ausgetragen wird. Sein letztes Bundesliga-Pflichtspiel für die Berliner bestreitet der Rückraumspieler dann am 24. Mai in der Bundesliga gegen den THW Kiel.

„Viele Spieler, die wir haben gehen lassen, haben mir weh getan, aber das ist der schwierigste Moment meiner Tätigkeit als Geschäftsführer“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning: „Wir verlieren einen großen Sportler - Iker hat in den drei Jahren den Verein geprägt, die Mentalität des Siegens vermittelt und war Vorbild - nicht nur für die Spieler, sondern in vielen Dingen auch für mich.“

Diese ungeheure Wertschätzung war nicht abzusehen, als Romero 2011 in Berlin anheuerte. „Als Iker bei uns ankam, wog er 102 kg, konnte im Training zweimal hin und her laufen und musste dann sein Knie kühlen. An Sprungwurf war damals noch nicht zu denken“, erinnert sich Füchse-Athletiktrainer Erik Helm. Von der Öffentlichkeit wurde Romero nach seinem Wechsel aus Barcelona wahlweise als „Marketing-Gag“ oder „Bankdrücker“ abgekanzelt. Ein großer Name, aber verletzungsanfällig, sportlich perspektivlos - und übergewichtig.

Doch aus „übergewichtig“ ist längst „wichtig“ geworden. Romero bringt inzwischen deutlich weniger Kilos auf die Waage und präsentierte sich zuletzt in der Form seines Lebens. Gerade erst in der vergangenen Woche führte der Spanier sein Team beim DHB-Pokalsieg zum ersten Titel der Vereinsgeschichte, glänzte als Passgeber, bestach als Torschütze und war mal wieder Dreh- und Angelpunkt des Berliner Spiels. Nicht zuletzt durch Romero hat sich das ambitionierte Berliner Handball-Projekt in den zurückliegenden drei Jahren zu einem international ernst genommenen Spitzenklub gewandelt.

„Ich bin stolz auf alles, was ich erreicht habe“, sagte Romero und nannte seinen Entschluss zum Karriereende „die schwierigste Entscheidung in meinem Leben. Die 18 Jahre meiner Karriere waren für mich wie 18 Monate.“ Nun wolle er „nach Hause zu meiner Familie gehen“. Romero wird den Füchsen zumindest als Botschafter erhalten bleiben, hat sich mit dem Klub auf eine beratende Tätigkeit geeinigt.

sid

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