Schluss nach der Quali

Heidler bei WM überraschend ausgeschieden

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Betty Heidler

Moskau - Nach „großen Fehlern“ ist Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler bei der WM in Moskau bereits in der Qualifikation gescheitert. Ihr Scheitern kommentierte die 29-Jährige mit deutlichen Worten.

Überraschende Niederlagen lassen Weltklasse-Sportler oftmals ratlos zurück. Favoriten tun sich schwer, das Unerwartete zu erklären - ganz besonders in den Minuten nach dem Scheitern. Ganz anders reagierte Betty Heidler auf ihr WM-Aus in Moskau. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin analysierte ihre schwachen Würfe in der Qualifikation mit deutlichen Worte. Sie wusste genau, wo es gehakt hatte und warum sie zur ersten großen WM-Enttäuschung im Lager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wurde.

„Die Technik war nicht das, was man für ein Finale einer Weltmeisterschaft liefern muss“, sagte Heidler, sichtlich genervt von ihrer eigenen Vorstellung: „Oben und unten hat heute überhaupt nicht zusammengepasst. Der Oberkörper, die Arme und die Beine - das alles kam nicht zusammen.“ Die Jura-Studentin aus Frankfurt brachte ihr erstes Quali-Aus bei der fünften WM-Teilnahme auf einen einfachen Nenner: „Schon kleine Fehler machen viele Meter aus. Ich habe heute große Fehler gemacht.“

Mit 68,83 m kam Heidler in der ersten Werfer-Gruppe am frühen Mittwochmorgen nicht über Platz neun hinaus. Damit war der Weltmeisterin von 2007 sofort klar: Es reicht nicht für das Finale der besten Zwölf. Da später auch ihre Frankfurter Trainingskollegin Kathrin Klaas fast acht Meter hinter ihrer Bestleistung zurückblieb (68,34) und scheiterte, findet die Medaillenentscheidung am Freitag (17.00 Uhr/ARD und Eurosport) ohne deutsche Beteiligung statt.

„Die Würfe beim Einwerfen hätten locker für das Finale gereicht“, sagte Heidler und haderte mit dem ersten Wurf der Qualifikation: „Der ist am Netz hängen geblieben.“ Und war dennoch ihr bester Versuch. Mit dem zweiten blieb sie noch weiter hinter ihrem Weltrekord (79,42) und der geforderten Qualifikationsweite (73,00) zurück, der dritte war ungültig.

Schon einmal, im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften in Helsinki, hatte Heidler das Finale internationaler Titelkämpfe verpasst. Damals war die EM allerdings nur die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele, die Pleite daher zu verschmerzen. In London hatte sich Heidler für das Aus rehabilitiert, eine minutenlange Zitterpartie überstanden und Bronze gewonnen.

„So bin ich, ich bin immer wieder aufgestanden“, sagte Heidler, „daher werde ich auch jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Natürlich sei sie enttäuscht, „mein Ziel war ja ein ganz anderes“. Eine Medaille sollte es werden, im besten Falle wollte Heidler den Hammer als erste Frau der Geschichte über 80 m schleudern. „Und jetzt ist die Arbeit eines ganzen Jahres dahin“, sagte die 29-Jährige.

Im Finale stehen die üblichen Anwärterinnen auf den Titel. Olympiasiegerin Tatjana Lysenko aus Russland (74,60), die Olympiazweite Anita Wlodarczyk aus Polen (76,18) und Zhang Wenxiu aus China (75,15) haben wohl die größten Chancen auf den Sieg. Ob Betty Heidler bis Freitag in Moskau bleibt und sich die Entscheidung im Luschniki-Stadion von der Tribüne anschaut, wusste sie nach ihrem Qualifikations-Debakel noch nicht. Da war auch sie ratlos.

sid

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