Viertelfinale bei Handball-WM

Spanien mit Respekt vor deutschem "Superteam"

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Dank des 31:20 im Achtelfinale gegen Serbien strotzen Jorge Maqueda (l.) und seine Mitspieler vor Selbstvertrauen.

Saragossa - Spaniens Handballer haben vor dem WM-Viertelfinale großen Respekt vor der deutschen Mannschaft. Dennoch strotzt auch der Gastgeber vor Selbstbewusstsein und setzt auf Konter.

Im Hurra-Stil sind Spaniens Handballer bei ihrer Heim-WM ins Viertelfinale gestürmt - doch vor dem K.o.-Spiel gegen Deutschland haben die Ausrichter mächtig Respekt. „Die Deutschen haben ein Superteam“, sagte der spanische Nationaltrainer Valero Rivera nach dem 31:20-Sieg des WM-Ausrichters gegen Serbien. „Bei den Deutschen opfern sich alle Spieler für die Mannschaft auf, und sie spielen sehr schnell.“

Dennoch gehen die Iberer nach dem klaren Erfolg im Achtelfinale nun mit mehr Selbstvertrauen in das Spiel an diesem Mittwoch (19.00 Uhr/ARD) in Saragossa gegen die Deutschen. „Serbien ist immerhin Vize-Europameister“, betonte Rivera. Kreisläufer Gedeón Guardiola meinte, dass die Spanier sich im Viertelfinale noch steigern müssten. „Die Deutschen sind im Laufe des Turniers immer besser geworden“, sagte der Spieler vom Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen. „Sie haben sich seit der Europameisterschaft enorm gesteigert.“

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Joachim "Jo" Deckarm wurde 1978 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Ein Jahr später verletzte sich der als bester Spieler der Welt geltende Rückraumriese bei einem Europapokalspiel des VfL Gummersbach in Ungarn. Nach einem Foul fiel Deckarm auf den Kopf und lag 132 Tage im Koma. Er kämpfte sich durch intensive Therapien zurück ins Leben, ist aber bis heute durch den Unfall gezeichnet. © dapd
Jochen "Scholle" Fraatz war einer der besten Linksaußen der Welt. Er spielte lange Jahre für TuSEM Essen, später für die HSG Nordhorn und den TBV Lemgo. 1984 gewann er mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Vor allem seine "Dreher" waren weltweit gefürchtet. Er ist mit 2.660 Toren Zweiter der ewigen Torschützenliste der Handball-Bundesliga. © getty
Florian Kehrmann wurde 2007 Weltmeister im eigenen Land. Der dynamsiche Rechtsaußen vom TBV Lemgo errang außerdem mit der "Goldenen Generation" um Daniel Stephan, Stefan Kretzschmar, Volker Zerbe und Christian Schwarzer 2004 den EM-Titel. 2003, 2005 und 2006 wurde er zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt. 2006 wurde er außerdem Zweiter bei der Wahl zum Welthandballer des Jahres. © dapd
Bernhard Kempa prägte den Handball in Deutschland wie kaum ein anderer Spieler. Der Feld- und Hallenhandballspieler errang mit seinem Heimatverein Frisch Auf Göppingen elf Meistertitel. Legendär ist der "Kempa-Trick", der nach "Monsieur Handball" benannt wurde. Nach seiner aktiven Karriere feierte er auch als Trainer große Erfolge und war Welt- und Europameister im Tennis der Senioren. © dpa
Vielen Handballfans ist Wieland Schmidt kaum ein Begriff. Der Torhüter feierte mit der olympischen Goldmedaille 1980 in Moskau seinen größten Erfolg. Der langjährige Nationaltorhüter der DDR galt in den 70er und 80er Jahren als einer der besten Keeper der Welt. Mit seinem Heimatverein SC Magdeburg feierte er u.a. sechs Meistertitel und und zwei  Europapokalsiege. Er wurde dreimal zum Handballer des Jahres der DDR gewählt. © dpa
Christian Schwarzer feierte mit der deutschen Nationalmannschaft seine größten Erfolge. Neben dem WM-Titel 2007 und dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 wurde er 2003 bei der Weltmeisterschaft in Portugal als Kreisläufer zum wertvollsten Spieler gewählt. Während seines Engagements beim FC Barcelona wurde der überragende Abwehrspieler Champions-League-Sieger (2000). © dapd
Daniel Stephan gilt als "der Unvollendete". Er war 1998 der erste Welthandballer Deutschlands (2004: Henning Fritz). Der Rückraumspieler hatte während seiner Karriere mit etlichen Verletzungen zu kämpfen und spielte deshalb nie eine Weltmeisterschaft. 2004 errang der dreimalige Handballer des Jahres (1997-1999) mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. Stephan war ein unglaublich vielseitiger Rückraumspieler. Neben seiner guten Übersicht zeichnete er sich als Spielmacher und Torjäger aus. © dapd
Andreas Thiel, genannt der "Hexer", gewann mit dem VfL Gummersbach fünf Deutsche Meisterschaften und zweimal den Europapokal der Landesmeister. Gefürchtet waren vor allem die Reflexe des siebenmaligen Handballer des Jahres. Er hielt in seiner Bundesligakarriere (528 Spiele) 430 Siebenmeterwürfe. © getty
Erhard Wunderlich ist Deutschlands "Handballspieler des Jahrhunderts". Im Alter von 21 Jahren gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft 1978 den Weltmeistertitel. Mit dem VfL Gummersbach sicherte er sich alle nationalen und internationalen Titel. In seiner Karriere wurde er dreimal mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der BRD, dem "Silbernen Lorbeerblatt", ausgezeichnet.  1981 und 1982 wurde er außerdem zum Handballer des Jahres gewählt. © getty
Volker Zerbe steht für außergewöhnliche Vereinstreue. Der 2,11 große Linkshänder spielte seine gesamte Karriere (1986-2006) beim TBV Lemgo. Zerbe galt als einer der weltbesten Abwehrspieler und zeichnete sich in der Nationalmannschaft vor allem durch sein blindes Verständnis mit Kreisläufer Christian Schwarzer aus. In der DHB-Auswahl feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 seinen größten Erfolg. Den TBV Lemgo führte der langjährige Kapitän u.a. zu zwei deutschen Meisterschaften, drei Pokalsiegen und drei internationalen Titeln. © getty

Jorge Maqueda betonte, die Deutschen seien zu einer echten Mannschaft zusammengewachsen. „Das wird ein harter Brocken für uns“, sagte der kantige Rückraumspieler mit dem verwegen aussehenden Bart und fügte an: „Die Stars in der deutschen Mannschaft sind weg, und jetzt arbeiten die Spieler als Team zusammen.“

Die spanischen Handballer sehen in ihrer Verteidigung den Schlüssel zum Erfolg. „Wenn unsere Abwehr gut steht, und wir kontern können, sind wir gefährlich“, meinte Víctor Tomás. Gleich acht Konter hatten der Rechtsaußen und seine Kollegen gegen Serbien zu Toren verwertet.

Demetrio Lozano, der mit Spanien 2005 die WM gewonnen hatte, geht davon aus, dass das Team von Rivera als Favorit in das Spiel gegen Deutschland geht. „Die Spanier zeigen das beste Spielniveau“, schrieb er in einer Kolumne für das Sportblatt „As“. „Von Spiel zu Spiel ist Spanien ist in jeder Hinsicht besser geworden: in der Abwehr, bei den Kontern, im Abschluss und in der Einstellung.“

Die zehn besten ausländischen Handballer aller Zeiten

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Deutschland-Kenner Lozano, der bis 2004 drei Jahre lang beim THW Kiel gespielt hatte, erinnert sich ebenso wie Heiner Brand an die großen Duelle zwischen Spanien und Deutschland. „Das sind Erlebnisse, die man nicht vergisst“, sagte der einstige Bundestrainer.

Immer wieder in Viertelfinals hatten sich in der Vergangenheit beide Teams packende Spiele geliefert. Bei Olympia 2000 in Sydney verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit 26:27, nachdem Stefan Kretzschmar beim 26:26 sechs Sekunden vor Schluss nur die Latte getroffen hatte. Vier Jahre später waren beim 32:30-Erfolg nach zweimaliger Verlängerung und Siebenmeterwerfen Torwart Henning Fritz und Daniel Stephan mit dem letzten Siebenmeter die Helden. „Das war der absolute Höhepunkt für uns“, meinte Brand. Und beim deutschen WM-Titelgewinn 2007 hieß es 27:25 nach einem Tor in der Schlusssekunde durch Torsten Jansen. „Solche Spiele nimmt auch die nicht so handballaffine Öffentlichkeit war“, sagte der DHB-Sportmanager.

dpa

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