Handball-EM: Deutschland verliert Auftakt gegen Polen

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Kein Durchkommen: Lars Kaufmann (li.) aus Deutschland gegen Michal Jurecki aus Polen.

Innsbruck - Missglückter Start der Deutschen Handball-Nationalmannschaft in die EM: Gegen Polen unterlagen die Spieler von Bundestrainer Brand mit 25:27 (8:12).

Die deutschen Handballer haben nach einem Fehlerfestival und schwacher Wurfquote den Start in die Europameisterschaft verpatzt. Zum Auftakt des Turniers erlitt der EM- Vierte am Dienstag in Innsbruck mit 25:27 (8:12) die befürchtete Niederlage gegen den WM-Dritten Polen und muss um den Einzug in die Hauptrunde bangen. In seinen zweiten Spiel der Vorrundengruppe C an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) steht das deutsche Team gegen Slowenien bereits unter Zugzwang. “Wir sind immer einem Rückstand hinterhergelaufen und hatten realistisch gesehen gar nicht die Chance, das Spiel zu gewinnen“, gab Bundestrainer Heiner Brand zu: “Die Polen haben verdient gewonnen.“

Während der Coach mit der kämpferischen Leistung “hundertprozentig zufrieden“ war, kritisierte er sein Team für die teilweise zu hektisch vorgetragenen Angriffe: “Sofort mit Körperberührung abzuschließen, war natürlich falsch.“ Auch Kapitän Michael Kraus sprach von einer verdienten Niederlage: “Wir haben es nie geschafft, das Spiel wirklich unter Kontrolle zu kriegen.“

Vor 8200 Zuschauern in der ausverkauften Olympiahalle war Lars Kaufmann (7) bester Werfer in einer nervösen deutschen Mannschaft. Neben dem Spiel verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auch Rechtsaußen Stefan Schröder, der mit Verdacht auf einen Riss im Trommelfell zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Zur 53. Auflage des Dauer-Duells wartete Brand mit einer Überraschung auf. Statt Kraus begann die deutsche Mannschaft mit Michael Haaß auf der Spielmacher-Position. Nach ausgeglichenem Beginn aber geriet die DHB-Mannschaft mit 4:6 (10.) ins Hintertreffen. Danach reagierte der Bundestrainer, stellte die Formation um und brachte Kraus. “Wir sind gut beraten, gleich von Anfang an zu kämpfen bis zum Umfallen“, hatte der Lemgoer vor der Partie als Devise ausgegeben.

Daran hielt sich sein Team. Doch allein die Leidenschaft konnte die zahlreichen Fehler vor allem im Angriff nicht kompensieren. Zu viele Würfe landeten entweder in den Händen von Polens Torhüter Slawomir Szmal oder kamen erst gar nicht bis dorthin. Trotzdem glich Kaufmann zum 6:6 (16.) aus. Dass die deutsche Mannschaft auch weiterhin mit dem Gruppenfavoriten auf Augenhöhe agierte, lag zum einen an der starken Abwehr und an Torhüter Johannes Bitter, der unter anderem zwei Siebenmeter parierte.

Allerdings sündigte der EM-Vierte fortwährend in der Offensive. Immer wenn die Chance zur Führung bestand, sorgten leichte Ballverluste dafür, dass Polen wieder ins Spiel kam. In den letzten drei Minuten der ersten Halbzeit kam es dann knüppeldick: Vier Gegentreffer nacheinander brachten den WM-Fünften nach dem 8:8 (27.) zur Pause mit 8:12 in Rückstand. Kurz zuvor hatte Schröder das Verletzungspech ereilt.

“Unsere Konzentration wird größer sein als in den Testspielen. Deswegen mache ich mir keine Sorgen“, befand Kraus angesichts der durchwachsenen Vorbereitung. Vornehmlich im Angriff aber war davon nicht viel zu sehen. Gegen die ebenfalls nicht überzeugenden Polen blieb die Chancenverwertung größtes Manko. Nur ein Drittel aller Würfe fand den Weg ins polnische Tor. Der WM-Dritte Polen hingegen traf angeführt vom starken Karol Bielecki fast nach Belieben. In der 40. Minute lag die deutsche Mannschaft mit 12:18 zurück, kämpfte sich aber nochmal auf 23:25 in der vorletzten Minute heran. Mehr ging nicht.

dpa

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