Indian Wells

Haas scheitert an Kumpel Federer

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Tommy Haas.

Indian Wells. Deutschlands bester Tennisspieler Tommy Haas ist beim ATP-Turnier in Indian Wells an seinem Kumpel Roger Federer (32) gescheitert und im Achtelfinale ausgeschieden.

Tommy Haas hat im Achtelfinale von Indian Wells gegen Roger Federer verloren. Größere Sorgen bereiten dem bald 36-Jährigen aber neuerliche Probleme an seiner Schulter.

Indian Wells (SID) Tommy Haas hatte die Achtelfinal-Niederlage gegen seinen Kumpel Roger Federer schnell abgehakt. Den Blick auf die malerischen Hügel von Indian Wells in der kalifornischen Wüste konnte die deutsche Nummer eins trotzdem nicht genießen. Die Gedanken von Haas kreisten um die „tickende Zeitbombe“ in seinem Körper.

„Ich habe Probleme mit der Schulter. Es fängt an, mich während des Tages oder auch im Schlaf wieder ein bisschen zu nerven“, sagte der bald 36-Jährige nach dem 4:6, 4:6 gegen Grand-Slam-Rekordsieger Federer (Schweiz) und fügte hinzu: „Aus der Vergangenheit weiß ich, das ist kein gutes Zeichen.“

Während der Matches sind die Schmerzen an der mehrfach operierten rechten Schulter wegen der Adrenalin-Schübe kaum der Rede wert. „Sobald man auf dem Platz steht und vor 14.000 oder 15.000 Zuschauern gegen Roger spielt, spürt man es nicht so“, meinte Haas. In den Stunden danach dafür umso mehr.

Doch der Weltranglisten-Zwölfte, der beim ersten Masters der 1000er-Serie 2014 als letzter deutscher Profi ausschied, ist in Sachen Blessuren ein gebranntes Kind. Und er weiß, mit solchen Situationen umzugehen. „Ich werde wieder alles machen, was möglich ist: Kinesio-Tape und Eis. Und vielleicht werde ich bald wieder eine Kernspin-Untersuchung bei meinem Arzt in New York durchführen lassen“, kündigte Haas an.

Eine Absage des anstehenden Turniers in Miami (19. bis 30. März), bei dem der Davis-Cup-Spieler im vergangenen Jahr im Halbfinale stand, kommt für ihn nicht in Frage. Bis zum Auftritt in seiner Wahlheimat Florida wird Haas, der seine Schulter als „tickende Zeitbombe“ bezeichnete, allerdings nicht viel Zeit auf dem Trainings-Court verbringen. „Ich werde nicht viel Tennis spielen können und muss versuchen, mich außerhalb des Platzes fit zu halten.“ Keine guten Voraussetzungen für den München-Sieger von 2013, dem die Zeit davon läuft. Am 3. April wird Haas 36 Jahre alt - er ist der älteste Profi in den Top 100, träumt im Spätherbst seiner Karriere aber noch von dem ein oder anderen Turniersieg.

Gegen Federer konnte er nur eine von fünf Breakchancen nutzen, ließ aber insgesamt elf Breakmöglichkeiten zu. „In wichtigen Momenten hat Roger die entscheidenden Punkte gemacht“, sagte Haas, der dennoch ein Lob von Federer bekam. Auf die Frage, ob der Deutsche für sein Alter nicht richtig gut sei, antwortete der Maestro: „Er ist sehr gut, nicht bloß richtig gut.“

Federer (32) trifft im Viertelfinale des mit 6,17 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turniers auf Kevin Anderson. Der 2,03 Meter große Südafrikaner verhinderte ein Schweizer-Duell, in dem er überraschend Australian-Open-Gewinner Stanislas Wawrinka mit 7:6 (7: 1), 4:6, 6:1 ausschaltete. Für die Nummer drei der Welt war es die erste Niederlage im Jahr 2014. Wawrinka gesellte sich damit in einen illustren Kreis bereits ausgeschiedener Top-Ten-Spieler (Rafael Nadal, Richard Gasquet).

Da passte es ins Bild der schwächelnden Elite, dass auch für Wimbledonsieger Andy Murray das Achtelfinale Endstation war. Der an Position fünf gesetzte Schotte musste sich mit 6:4, 5:7, 3:6 dem 1, 96-m-Hünen Milos Raonic (Kanada) geschlagen geben. Bei den Frauen zogen die Polin Agnieszka Radwanska (7:5, 2:6, 6:4 gegen Jelena Jankovic/Serbien) sowie die Rumänin Simona Halep (6:2, 6:2 gegen Casey Dellacqua/Australien) ins Halbfinale ein.

Haas zu Davis-Cup-Eklat: „Tut uns im Nachhinein leid“

Knapp sechs Wochen nach dem Davis-Cup-Eklat von Frankfurt hat sich Haas erstmals reumütig gezeigt und Fehler eingeräumt. Er gebe zu, „dass wir leider unterschätzt haben, dass es die Fans so treffen würde. Das tut uns im Nachhinein auch leid, wir müssen daraus lernen“, sagte Haas in einem Interview des „Hamburger Abendblatts“ (Donnerstag). Beim Sieg gegen Spanien hatten sich Anfang Februar am Abschlusstag Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer mit ärztlichen Attesten abgemeldet und die Zuschauer in Frankfurt/Main massiv verärgert.

Für den 30. März hat der Deutsche Tennis Bund die enttäuschten Anhänger zu einem Versöhnungstag eingeladen. Eine Woche vor dem Viertelfinale in Frankreich (4. bis 6. April) bietet das deutsche Davis-Cup-Team ein Kids-Training von Teamchef Carsten Arriens und Co-Trainer Michael Kohlmann sowie einen Showkampf der für das Frankreich-Spiel nominierten Nationalspieler an. Haas hat seine Teilnahme für die Partie auf Hartplatz in Nancy bereits zugesichert.

sid/dpa

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