Handball-Bundesliga

Großwallstadt nach 44 Jahren abgestiegen

Leipzig - Der TV Großwallstadt ist der dritte Absteiger aus der Handball-Bundesliga. Der sechsmalige deutsche Meister muss erstmals nach 44 Jahren in die 2. Bundesliga.

Ende einer Ära: Nach 44 Jahren in der Handball-Bundesliga ist der TV Großwallstadt abgestiegen. Der einstige deutsche Meister und Europapokalsieger unterlag am Samstag in eigener Halle dem deutschen Meister THW Kiel mit 29:32 (10:16). Damit verlor Großwallstadt am letzten Spieltag das Herzschlag-Finale um den Klassenverbleib mit dem VfL Gummersbach, der sich trotz eines 26:28 (9:15) gegen Absteiger TV Neuhausen mit einem Punkt Vorsprung rettete. Gummersbach bleibt damit das einzige Gründungsmitglied der Bundesliga, das noch nie abgestiegen ist.

Champions-League-Sieger HSV Hamburg hat derweil die Chance auf die erneute Qualifikation für die Königsklasse verspielt. Das Team von Trainer Martin Schwalb kam bei MT Melsungen nicht über ein 30:30 (14:17) hinaus und blieb Fünfter. Die Füchse Berlin verteidigten den vierten Rang durch ein 31:30 (11:14) beim TSV Hannover-Burgdorf und können sich über ein Wildcard-Turnier für die Champions League qualifizieren. Allerdings können die Hamburger als Titelverteidiger noch über eine Ausnahmeregelung des europäischen Verbandes EHF in die Champions League kommen.

Fixe Starter in der Meisterklasse sind neben dem 18-maligen deutschen Meister und DHB-Pokalsieger Kiel die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen. Flensburg sicherte sich durch ein 30:28 (16:15) gegen den TuS N-Lübbecke Platz zwei vor den punktgleichen Mannheimern, die HBW Balingen-Weilstetten mit 35:22 (14:12) deklassierten. Im EHF-Pokal spielt erstmals Hannover.

Neben Großwallstadt und Neuhausen ist auch TuSEM Essen abgestiegen. Der Tabellenletzte verlor beim TBV Lemgo mit 23:24 (8:14). Aufgestiegen aus der 2. Bundesliga sind der Bergische HC, der TV Emsdetten sowie der ThSV Eisenach.

Erstmals seit 21 Jahren ist am letzten Bundesliga-Spieltag eine Partie ersatzlos gestrichen worden. Wegen des Elbe-Hochwassers fiel die Partie des SC Magdeburg gegen Frisch Auf Göppingen aus. Die Spieler des Tabellensiebten unterstützten unterdessen die Fluthelfer beim Deichbau und Befüllen von Sandsäcken.

Zuletzt war am letzten Spieltag der Saison 1991/1992 die Begegnung Stahl Brandenburg gegen den VfL Bad Schwartau ohne Neuansetzung ausgefallen. Seinerzeit verhinderte ein Stromausfall in der Stahl-Halle das Spiel.

Die Hoffnungen der Großwallstädter, dass der THW Kiel drei Tage nach der Übergabe der Meisterschale am vorigen Mittwoch mit der Saison abgeschlossen haben könnte, erfüllten sich nur zum Teil. Gegen den Rekordmeister stand der Gastgeber in Aschaffenburg lange auf verlorenem Posten, kämpfte sich dann aber bis 23:23 (47.) heran. Damit aber war das Pulver gegen das Kieler Star-Ensemble verschossen.

Da nutzte dem TVG auch ein desolater Auftritt der Gummersbacher im letzten Spiel in der altehrwürdigen Eugen-Haas-Halle nichts. Vor den Augen des einstigen Bundestrainers Heiner Brand wurde der harmlose Gastgeber von Neuhausen vorgeführt, lag schon mit 10:17 (34.) hinten und blieb nur dank der gleichzeitigen Niederlage von Großwallstadt in der Bundesliga.  

dpa

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