Foto-Finish: Greipel unterliegt Cavendish um Millimeter

André Greipel (l) musste sich Mark Cavendish in einem Foto-Finish geschlagen geben. Foto: Yoan Valat
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André Greipel (l) musste sich Mark Cavendish in einem Foto-Finish geschlagen geben. Foto: Yoan Valat
Wie bei Flachetappen üblich, wurde das Feld zwischenzeitlich sehr in die Länge gezogen. Foto: Kim Ludbrook
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Wie bei Flachetappen üblich, wurde das Feld zwischenzeitlich sehr in die Länge gezogen. Foto: Kim Ludbrook
Gezeichnet von den Stürzen der letzten Tage: Mitfavorit Alberto Contador (M). Foto: Kim Ludbrook
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Gezeichnet von den Stürzen der letzten Tage: Mitfavorit Alberto Contador (M). Foto: Kim Ludbrook
Stretching muss sein: Lars Ytting Bak dehnt sein Bein während der Fahrt. Foto: Kim Ludbrook
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Stretching muss sein: Lars Ytting Bak dehnt sein Bein während der Fahrt. Foto: Kim Ludbrook
Nach Mark Cavendish am Vortag kam auch Sprint-Konkurrent Peter Sagan (M) zu seiner Premiere im Gelben Trikot. Foto: Kim Ludbrook
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Nach Mark Cavendish am Vortag kam auch Sprint-Konkurrent Peter Sagan (M) zu seiner Premiere im Gelben Trikot. Foto: Kim Ludbrook
Im Zielsprint mussten Sagan (2.v.r.) und auch André Greipel (l) Cavendish aber den Vortritt lassen. Foto: Yoan Valat
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Im Zielsprint mussten Sagan (2.v.r.) und auch André Greipel (l) Cavendish aber den Vortritt lassen. Foto: Yoan Valat

Radprofi Greipel fehlen in Angers nur Millimeter zum ersten diesjährigen Tour-Etappensieg. Erneut ist Ex-Weltmeister Cavendish sein Bezwinger. Greipel wählt einen zu hohen Gang - das ist selbst für das Kraftpaket aus Hürth zu viel.

Angers (dpa) - André Greipel freute sich zu früh. Auf der Ziellinie der zweitlängsten Tour-Etappe in Angers wähnte er sich in der Millimeter-Entscheidung nach 223,5 Kilometern als Sieger. Dann kam die bittere Nachricht: Sieger Mark Cavendish.

Greipel saß völlig ausgepumpt auf der Motorhaube eines Begleitwagens und nahm die bittere Nachricht mit versteinerte Miene auf. Sein Freund und Anfahrer Marcel Sieberg sagte nur: "Sorry" und klopfte ihm auf die Schulter.

Schwacher Trost für den dreimaligen deutschen Meister: Langsam arbeitet er sich an seinen Angstgegner, der ihn schon zum Auftakt in Utah Beach bezwungen hatte, heran. Am Samstag trennten die beiden noch Meter.

Greipel begann nach der kalten Dusche von Angers gleich mit der Analyse: "Ich habe nur einen Fehler gemacht. Aus Reflex hatte ich den höchsten Gang reingelegt - der war am Ende zu dick", ging Greipel mit sich selbst ins Gericht. Auf der ansteigenden Zielgerade hatte Cavendish am Hinterrad des Lotto-Soudal-Kapitäns bis zur letzten Sekunde gewartet - und stieß dann nach vorne.

"Wenn man mit einem Zentimeter oder so verliert, braucht man sich nicht zu verstecken. Ich könnte auch nach Hause fahren und den Kopf in den Sand stecken - mache ich aber nicht", sagte Greipel und hofft auf den Dienstag. Dann sind die Sprinter in Limoges erneut gefordert.

Der von Rolf Aldag betreute Cavendish, der in dieser Saison auch noch bei den Olympischen Spielen in Rio auf der Bahn Großes vorhat, war wieder nicht zu schlagen. "Ich wusste, ich muss von hinten kommen. Ich wollte hinter Greipel meinen Sprint starten. Ich bin glücklich, dass ich es wieder geschafft habe", sagte der 31 Jahre alte Brite. Hinter Greipel musste der Franzose Bryan Coquard mit Rang drei zufrieden sein, Marcel Kittel hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.

Ex-Weltmeister Cavendish scheint bei dieser Tour seinen zweiten Frühling zu erleben, am Montag feierte er seinen insgesamt 28. Etappensieg und zog in der Rekordliste mit dem fünffachen Toursieger Bernard Hinault gleich. Die Bestmarke hält Eddy Merckx mit 34 Tagessiegen.

Das "Maillot Jaune" behält Peter Sagan. Dem amtierenden Weltmeister aus der Slowakei reichte dazu im komplizierten Zielsprint von Angers Rang vier. Sagan führt das Gesamtklassement weiter mit acht Sekunden vor dem Franzosen Julien Alaphilippe an.

Am Vortag war der viermalige Gewinner des Grünen Trikots hart ins Gericht mit der Konkurrenz gegangen und legte am Montag nach. Zu nervös waren Sagan die ersten Tour-Etappen mit wieder zahlreichen Stürzen. Zu den Leidtragenden hatte auch sein Teamkollege Alberto Contador gehört, der die Chance auf seinen dritten Toursieg am ersten Tour-Wochenende quasi schon verspielt hat.

"Heutzutage fährt jeder, als ob ihm sein Leben nichts wert wäre. Als hätten sie kein Hirn. Derzeit ist es schwer, das Radfahren zu genießen", sagte der 26 Jahre alte Sagan. Zudem hielt er den Veranstaltern vor, durch die Streckenführung die Gesundheit der Fahrer zu riskieren.

Das Tempo der Etappe wurde lange verbummelt. Zeitweise hinkten die Radprofis über eine halbe Stunde der in der Marschtabelle errechneten langsamsten Zeit hinterher. 50 Kilometer vor dem Ziel zogen sie das Tempo aber an, stellten zwei Ausreißer und formierten sich auf gefährlichem Terrain mit einer Kurve kurz vor dem Zielstrich für einen Massensprint.

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