Kommission fordert einjährigen Ausschluss / „Was mit der WM ist, muss man sehen“

DOSB greift bei Werth hart durch

WARENDORF (sid) n Nächster Schock für Isabell Werth: Dressur-Olympiasiegerin aus Rheinberg soll neben ihrer sechsmonatigen Sperre durch den Reiter-Weltverband FEI wegen Dopings zusätzlich für ein Jahr aus dem deutschen Kader verbannt werden.

Das ist die zentrale Empfehlung der Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die gestern in Warendorf ihren Abschlussbericht vorlegte. „Wir werden den Empfehlungen der Kommission folgen“, sagte Generalsekretär Soenke Lauterbach von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Damit muss sich Werth auf einen Ausschluss aus dem deutschen Dressur-Spitzenkader bis 2010 gefasst machen und um ihre Teilnahme an der WM im Spätsommer in Kentucky bangen. „Dass es für mich eine Enttäuschung ist, ein Jahr nicht im Kader zu sein, ist klar. Der Verband hat da so seinen ganz eigenen Stil“, sagte die 40-Jährige, reagierte aber relativ gefasst: „Ich gehe davon aus, dass ich 2010 wieder Turniere reiten kann, auch wenn ich für die Nationalmannschaft gesperrt bin. Was mit der WM wird, muss man sehen.“

Schockiert war dagegen Werths Anwalt. „Dieses Urteil ist ein absoluter Skandal“, sagte Ulf Walz der „Rheinischen Post“, „das hat mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nichts zu tun. Wir sind vorab nicht über die Entscheidung informiert worden, sondern haben es aus der Presse erfahren.“ Man könne den Eindruck gewinnen, so Walz, an Werth solle ein Exempel statuiert werden. Man werde sich alle rechtlichen Mittel vorbehalten. Die zurzeit schwangere Doppel-Weltmeisterin war Anfang September von der FEI für sechs Monate bis zum 22. Dezember gesperrt worden. Bei Werths Pferd Whisper war das Psychopharmakon Fluphenazin nachgewiesen worden. Die Gefährlichkeit des Dopingmittels würde die Forderung nach der einjährigen Sperre rechtfertigen, so die Kommission.

Diese bestätigte zudem die Sanktion für Springreiter Christian Ahlmann, der nach seinem Dopingfall vom Verband für alle deutschen Mannschaften zwei Jahre gesperrt worden war. Unter Vorsitz des früheren Verfassungsrichters Udo Steiner hatte die Kommission 84 Reiter und 15 Funktionäre befragt. Generell sei die Situation im deutschen Reitsport „strukturell nicht unredlich“, sagte Steiner, allerdings gebe es „einzelne Brandherde.“

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